Schutzengel

0005: Wir Engel wir müssen nicht mehr inkarnieren…

Wir Engel wir müssen nicht mehr inkarnieren,
einfach, weil wir alles Irdische zu Ende gelernt haben.

Und auch weil wir alle Verwicklungen
mit dem Leben anderer hinter uns gelassen haben.

Nichts, was noch auszugleichen wäre, nichts,
was wir noch zu verantworten hätten,
findet sich in der Zukunft auf Erden.

Wir sind also „aus dem großen Rad“ der Inkarnationen losgelöst.

Das heißt nicht, dass wir nicht auch noch sehr viel lernen müssen.
Es heißt aber,
dass wir uns auf gar keinen Fall mehr darauf einlassen dürfen,
die Verantwortung für die Entscheidung eines Lebenden zu sein.

Es ist für alle Lebenden sehr, sehr wichtig,
dass sie ihre Verantwortung selbst übernehmen.
Nur so lernen sie, entwickeln sich weiter und weiter.

Engelkontakt

Ich bitte meinen Engel Elia, mich mit dem Engel von Nicole zu verbinden. Nicole und bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe an einer Mauer aus hellem Sandstein, unter mir sehe ich einen Fluss, der sich durch Wiesen und Wälder schlängelt. Es ist ein warmer, schöner Sonnentag. Eine kleine Eidechse nutzt die Strahlen und wärmt sich auf den sonnenbeschienenen Steinen. Die Atmosphäre ist schön und friedlich, so wundert es mich gar nicht, eine sanfte Bewegung an meinen Arm zu spüren.

Der Engel steht neben mir. Seine Augen sind strahlend blau, das Haar blond mit einzelnen weißen Haaren, ein schönes, schmales Gesicht eines Mannes von ungefähr fünfzig Jahren. Gekleidet ist er in ein Gewand aus Leinen, das bis über seine Hüfte reicht, darunter eine Hose, auch sehr schlicht, bäuerlich.

Uta: Bist du der Engel von Nicole?

Guide: Ja! Und das sehr, sehr gern. Es ist vermutlich besser, wenn ich das gleich klarstelle. sonst fürchtet Nicole von Zeile zu Zeile mehr, dass ich schimpfen könnte. (Er lächelt, bückt sich und zupft aus der Mauer ein kleines weißes Blümchen heraus.)

Siehst du Uta, so wie dieses Kräutlein ist meine Nicole. Sie ist leicht zu übersehen, sie steht nicht im Mittelpunkt, ist nicht prächtig, aber sie hat genauso wie diese Kräutlein hier eine schöne Heilkraft in sich. Es liegt doch nicht am Kraut, wenn es so leicht übersehen wird!

Uta: So eine Mauerpflanze hat es schwer?

Guide: Ja… die hat es schwer, aber sie hat auch festen Halt. Ich hoffe sehr, dass ich wieder ihr fester Halt sein darf, wenn wir hier endlich einmal alles geklärt haben.

Ich bin dir sehr dankbar, dass wir sozusagen eine Unterrichtseinheit hier durchführen können.

Uta: Hm… ich hoffe, es wird genug sein.

Guide: Genug? Das kann es ja nicht, aber zumindest sollten wir es schaffen, dass aus Zweifel – ja sogar Verzweiflung – Wissen wird.

So, jetzt muss ich mich meiner „Kleinen“ aber vorstellen: Nicole, weißt du, dass mit den Namen der Engel ist so eine Sache, da spielen oft seltsame Vermutungen der Lebenden eine Rolle.

Sieh mal: Ich habe ja schon so oft gelebt und deshalb wären genauso viele Namen richtig. Aber den Namen eines Erzengels, den habe ich nicht. Ich finde, wir zwei, wir könnten uns ganz wohl fühlen, wenn du mich Johannes nennst. (Lächelt.)

In dem Leben, in dem ich hier gerade mit der Uta stehe, da hast du mich auch so genannt. Und wenn ich dich geärgert habe, dann kam nur „Hans, komm sofort hierher!“

Damals warst du mein Bruder, mein großer Bruder… und wenn wir uns liebhatten, was meistens der Fall war, dann waren wir zwei einander einfach alles.

Mir fehlt jetzt die Zeit, dir über unser Leben viel zu erzählen. Aber ich denke, ein wenig sollte ich dir doch erklären. Du und ich, wir lebten da unten am Fluss, das ist übrigens die Elbe.

Unser Vater war nicht nur ein Bauer, er war auch ein Heiler und das war zu unserer Zeit völlig in Ordnung. Noch sprach niemand von Hexerei dabei. Eigentlich solltest du diese Tätigkeit weiterführen, aber du hattest gar keine Lust, überhaupt nicht!

Du bist viel lieber mit den anderen zur Jagd gegangen. Aber Heiler sein und Jagen, das passte nicht zueinander. Da bin ich schließlich der Heiler geworden und du bist in den Dienst unseres Grafen gegangen als Jäger und als Gärtner.

Es war ein schönes Leben für uns beide. Aber im Grunde war es auch eines, in dem wir nicht viel zu entscheiden hatten. Aber so schön es war: Als wir beide älter wurden, hatten wir das Gefühl, uns geirrt zu haben. Ich bereute es, der Heiler geworden zu sein, und du hast bereut, der Jäger zu sein.

Erst als wir über 40 waren, war uns beiden klar, dass wir die Rollen besser hätten tauschen sollen, doch da war es zu spät. Vermutlich wäre ich sowieso ein lausiger Jäger geworden, aber ganz sicher ein sehr guter Gärtner. Und du, du wärst ganz sicher ein sehr guter Heiler gewesen.

Diese Liebe, die wir erst so spät beachteten – meine zu Heilpflanzen, deine zu allem, was ein Heiler machte vom Besprechen von Wunden bis hin zum Wasser finden – die ist uns aber geblieben und in jedem unserer Leben sollte sie eine Rolle spielen.

Und unsere Liebe zu einander, die ist genauso geblieben, ja sogar tiefer und schöner geworden.

Heute bin ich dein Engel und darüber freue ich mich wirklich jeden Tag, an dem du aufstehst, wieder.

Nicole, das ist mir wirklich sehr, sehr wichtig, dass du das weißt: NICHTS hat mich jemals enttäuscht, in Ordnung? Hätten wir das jetzt geklärt? Na siehst du! Na! Doch nicht weinen! Das ist doch schön… na komm, es ist alles gut, alles gut.

Nicole, natürlich hast du Fehler gemacht, ja, du… wie denn nicht? Es gibt doch keine Gebrauchsanweisung für Engel, jedenfalls bisher nicht.

Jetzt haben wir ja die Uta, da sieht es anders aus.

Hm? Also, so schlimm war es für dich, Fehler zu machen, und es hat mir so sehr leidgetan, nicht eingreifen zu können.

Aber jetzt! Jetzt bringen wir Ordnung in den ganzen Haufen wirres Zeug, das du dir so denkst, ja? Einverstanden? Dann legen wir mal los!

Nicole: Fragen an meinen Schutzengel

Mein lieber Schutzengel,
ich weiß, dass es Dich gibt und ich frage Dich auch ständig all meine Fragen, die mich bewegen. Ich bekomme ja auch Antworten, nur bin ich mir so oft so unsicher, ob ich sie auch richtig verstanden habe. Es läuft ja nicht alles so, wie ich denke, dass es dann laufen sollte.

Johannes: Nicole, jetzt fangen wir gleich mal mit diesem Umgang an. Weißt du, ich freu mich sehr, dass du Kontakt zu mir hältst. Aber du musst verstehen, dass es nicht gut ist, mich so immer wieder zu fragen, was die Zukunft bringt und was du tun sollst und was nicht…

Liebe Seele, das geht ja nicht, dass ich dir das Alles beantworte. Nicht dass ich dir nicht helfen möchte, aber ich darf es nicht so, wie du das denkst.

Sieh mal, wir Engel wir müssen nicht mehr inkarnieren, einfach, weil wir alles Irdische zu Ende gelernt haben. Und auch weil wir alle Verwicklungen mit dem Leben anderer hinter uns gelassen haben.

Nichts, was noch auszugleichen wäre, nichts, was wir noch zu verantworten hätten, findet sich in der Zukunft auf Erden. Wir sind also „aus dem großen Rad“ der Inkarnationen losgelöst.

Das heißt nicht, dass wir nicht auch noch sehr viel lernen müssen, es heißt aber, dass wir uns auf gar keinen Fall mehr darauf einlassen dürfen, die Verantwortung für die Entscheidung eines Lebenden zu sein. Es ist für alle Lebenden sehr, sehr wichtig, dass sie ihre Verantwortung selbst übernehmen. Nur so lernen sie, entwickeln sich weiter und weiter.

Es ist wie mit einem Kleinkind: Das lernt erst richtig laufen, wenn es seine Schritte ohne die Hand der Mutter wagt. Es wird sicher hinfallen, aber genau das ist es, was es braucht, um zu lernen, WIE man richtig geht.

Jetzt stell dir doch nur vor, wir Engel würden euch immerzu an der Hand halten. Das wäre überhaupt nicht gut, sondern ganz verdreht. Natürlich sind wir weiser als ihr und natürlich ist uns klar, was euch verborgen ist. Aber wir dürfen euch nichts sagen, was euch daran hindert, SELBSTSTÄNDIG zu werden, das heißt weise.

Die Weisheit des Lebenden zu suchen, ist die Aufgabe jeder Seele auf Erden. Und dazu gehört es, dass er Erfahrungen mit sich selbst macht.

Angenommen, ich wüsste, was dir der Tag X im Jahr Y am ZZ des Monats W bringen wird. Und angenommen, das wäre ein Beinbruch, weil du an dem Tag Gardinen aufhängst. Meinst du, das würdest du noch tun, wenn ich dir das schon vorhergesagt hätte? Aber nein!

Das wäre ja soweit in Ordnung, nur: An genau dem Tag würdest du, weil du dir das Bein gebrochen hast, im Krankenhaus einen der wichtigsten Menschen in deinem Leben treffen und dieser Mensch dich. Alles ist darauf ausgerichtet, dass ihr euch genau dann begegnet.

Daraus könnte dann nichts werden, denn du würdest ja, weil du von mir gewarnt wurdest, nicht auf die Leiter steigen, um Gardinen aufzuhängen.

Siehst du, das verstehst du. Und so ist es mit einigen Fragen, die du mir stellst: Ich DARF sie einfach nicht beantworten!

Entweder, weil ich dann dir die Möglichkeit nehme, dich weiter zu entwickeln, oder weil deine Reaktion auf meine Antwort verhindern würde, dass du einen wichtigen Planpunkt deines Lebens erreichst.

Nicole: Ich vernehme die Antworten und handele – soweit es geht – auch danach. Und doch läuft dann so einiges nicht richtig in meinem Leben, zumindest aus meiner Sicht der Dinge.

Johannes: Oh, ich weiß, und ich weiß, dass dich das ganz verrückt macht. Sieh mal, allein deine Fragen sind schon „deine Sicht der Dinge.“

Da fragt man sich doch: WAS siehst du? Siehst du wie ich deinen ganzen Lebensplan? Siehst du, was die Aufgaben sind, an denen du wachsen kannst, mit dem Blick der Jenseitigen oder siehst du sie nicht vielmehr sehr irdisch?

Ich kann dir vieles über den Sinn des Lebens erklären, über das Leid der Menschen, der Natur und über die rechten Wege, dieses Leid zu mindern. Aber ich darf dir nicht abnehmen, Erfahrungen zu machen. Leider…

Ich weiß, wie schwer das ist. Erinnerst du dich, wie schwer es für dich war, die Hand der Kindchen loszulassen, sie fallen zu sehen, weinen zu hören? So geht es mir auch manchmal.

Nicole, ich wünsche dir so sehr, dass du ein tiefes, friedliches Leben hast. Aber es darf nicht stillstehen, es muss seine Herausforderungen haben. Auch deine Medialität ist so eine Herausforderung. Du hilfst so gerne Menschen in Not. Aber jetzt habe ich dir gesagt, dass du nicht jede Frage, die du ihnen medial beantworten sollst, auch beantworten darfst.

Schon wieder eine Herausforderung. Du wirst Nein! sagen müssen: Nein, ich sage dir nicht vorher, ob du jemals ein Kind bekommen wirst. Nein, ich sage dir nicht vorher, ob deine Kinder immer glücklich sein werden. Nein, ich sage dir nicht, ob dein Ehemann dir wirklich treu ist.

Nicole, du darfst von nun an – denn jetzt weißt du es – keine Wahrsagerin sein.

Es gibt Menschen, die können manchmal Blicke in die Zukunft werfen. Wenn sich das, was sie sehen, auf einen Ort oder ein Geschehen bezieht, dann wird das in etwa so eintreffen, wie sie es sehen. In etwa deshalb, weil das Ausmaß, das eine Sache annimmt, nicht festgeschrieben ist.

Es würde zu weit führen, es zu erklären. Es ist in etwa so: Wenn du ein Sonnenblumenkern in die Erde legst und angießt, dann weißt du, dass daraus eine Sonnenblume wird. Aber wie groß sie wird, hängt von so vielen Umständen ab, dass dies nicht klar ist und auch nicht sein kann.

Den größten Teil eures Schicksals bestimmt ihr selbst.

Es ist zum Beispiel festgelegt, von welcher Mutter ihr geboren werdet. Nehmen wir an, es wäre eine Mutter, die eher ein trauriger Mensch ist, welches Ausmaß aber ihre Trauer in der Erziehung des Kindes einnehmen wird, kann nicht vorhergesagt werden.

Denn die Seele der Mutter wird entscheiden, ob sie sich gehen lässt oder dem Kind zum Wohle zusammenreißt. Auch die Seele des Kindes wird entscheiden, ob sie sich von der Traurigkeit bis zum Ende des eigenen Lebens beeinflussend lässt oder sich davon distanziert.

Siehst du, wenn schon derartig kleine Faktoren nicht vorhergesagt werden können – auch nicht von uns Engeln – wie soll Wahrsagerei dann möglich sein? Sie kann, falls sie da ist, nur sehr grob den Rahmenplan benennen, aber nicht, wie der sich anfühlt, nicht, wohin er die Seele führt.

Du siehst, meine liebe Nicole, es ist viel komplizierter, als allgemein vermutet wird!

Nun kommt noch etwas dazu, das du noch gar nicht weißt. Zwar bin ich IMMER bei dir anwesend, aber es ist nicht gut, wenn du immer auf mich ausgerichtet bist. Mit jedem Mal, mit dem du mich etwas fragst, musst du dein ICH sehr weit öffnen, musst du deine Seele ein Stück weit aus deinen Körper ziehen lassen, um mich überhaupt zu verstehen. Es schadet deiner Gesundheit, wenn du andauernd offen zum Jenseits hin bist!

Bitte nimm dir eine Johannes-Stunde, nimm dir eine bestimmte Zeit in der Woche, in der du Jenseitiges zulässt. Das reicht völlig aus und außerdem hast du dann eine ganze Woche Zeit, dir zu überlegen, welche Fragen du mir stellen möchtest.

Du hast ja jetzt gelernt, dass es nicht recht ist, damit naiv umzugehen. Jede Frage an mich will gut durchdacht sein.

Nicole: Nun habe ich diesen Weg gewählt, Dich zu kontaktieren und hoffe, dass Du mir meine Fragen beantworten wirst. Ich danke Dir schon im Voraus dafür! Du selbst weißt, wie zerrissen ich bin, ob mein Weg der richtige ist, ob meine Arbeit, anderen zu helfen, die richtige ist. Es fällt mir in der Tat nicht leicht, Dir zu schreiben. Das ist schon ein Prozess für sich, ich muss immer mal wieder weinen.

Johannes: Liebe Nicole! Ob der Weg der Richtige ist, was meinst du, wer das entscheidet? Du natürlich, mein liebes Menschenkind. Niemals zwingt das Jenseits. Diejenigen, die nicht im Licht sind, die versuchen so etwas gerne, aber wir nicht.

Ein Medium zu sein, eines, das zwischen Engeln und Menschen, zwischen Verstorben und Hinterbliebenen vermittelt, ist eine sehr schöne Aufgabe, aber auch eine sehr Verantwortungsvolle. Und in mancherlei Hinsicht auch eine Gefährliche.

Die Entscheidung, ob du das sein willst, die solltest nur du treffen, niemand sonst, auch ich nicht. Du bist frei, zu entscheiden, liebe Nicole. Aber!!! WENN du dich dafür entscheidest, dann musst du bereit sein, zu lernen. Dann müssen die gefährlichen Experimente ein Ende finden.

Ich versuche wirklich, dich vor Wesen zu schützen, die sich einen üblen Spaß mit dir machen möchten. Aber ich brauche, um mit dir anständig arbeiten zu können, deine Sachkenntnis. Und was das angeht, ich denke, das spürst du selbst, herrscht Mangel.

Nicole: Zum einen berührt es mich, so mit Dir in Kontakt zu treten und zum anderen habe ich auch irgendwie Angst, dass Du vielleicht enttäuscht von mir bist, weil ich deinen / euren bisherigen Antworten nicht traue. Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass ich Hilfe brauche.

Johannes: Dem ist auch nicht zu trauen. Das liegt nicht an dir und nicht an mir, sondern daran, wie störanfällig dieses Frage- und Antwortsystem ist. So vieles kann von dir falsch verstanden oder interpretiert werden. Glaub mir, nicht einmal das beste Medium wird 100% richtige Antworten weiter geben KÖNNEN. Umso verantwortungsvoller muss damit umgegangen werden.

Im Übrigen: Ein gutes Medium wird nicht von sich behaupten, zu 100% richtig zu liegen. Was leicht übersehen wird: Die Verantwortung für das, was gesagt wird, trägt das Medium, auch die karmische Verantwortung. Und es ist wirklich schlimm, was unausgebildete Medien sich und denen, die ihnen vertrauen, da zumuten.

Was dich so durcheinander bringt, Nicole, ist, dass du genau diese Erfahrung gemacht hast: Manches, was du medial verstanden hast, stimmt, anderes nicht. Aber du BIST ein sehr verantwortungsvoller Mensch, was ist da zu tun?

Nun: Erstens müssen alle Fehlerquellen, die aus Unerfahrenheit geschehen, ausgeschlossen werden. Du musst zum Beispiel lernen, die Geister zu unterscheiden.

Und Zweitens musst du lernen, dass du manchmal ein sehr guter Mittler sein kannst und manchmal nicht. Da wirst du lernen, wann welcher Umstand wozu führt.

Und Drittens wirst du das den Menschen von Anfang an sagen müssen: Es gibt keine 100% richtige Antwort, weil es bei der Übertragung unmöglich ist, das zu erreichen.

Wirst du die Kraft, den Mut und die Ausdauer haben, dich soweit auszubilden, dass du solch ein Medium wirst: verantwortungsbewusst und belastbar? Ich kann dir deine Entscheidung nicht abnehmen, es sollte eine Entscheidung deines Herzens sein.

Nicole: Hier nun meine Fragen: Seit 2011 erhalte ich Antworten von Dir, auch von meiner Seele. Seid wirklich Ihr es, dir mir da antworten? Ich bin oft unsicher, ängstlich und gerade dann erhalte ich auch unsichere Antworten.

Johannes: Nicole, nicht immer, nein. Manchmal antwortest du dir selbst und manchmal antworten dir Seelen, die erdgebunden sind und manchmal antwortet dein Verstand, manchmal antwortet dein Gefühl, manchmal antwortet die Seele dessen, der dir gegenübersteht. Du hast nicht gelernt, dich auszurichten. Und dieser Brief ist leider nicht der Weg, es dir beizubringen.

Nicole: Bin ich ein Medium? Soll ich weiter Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen?

Johannes: Du bist sehr medial, aber so wenig wie ein Kind, das schön singen kann, in der Lage ist, ein Klavierkonzert zu spielen, so wenig bist du jetzt schon in der Lage, eine tragfähige Arbeit als Medium zu leisten. Die Begabung ist eine Sache, die Ausübung einer Kunst setzt aber lernen voraus.

Deine Frage, so wie du sie stellst, schau, sie ist genau das, was ich dir anfänglich sagte: Ich, dein Engel, darf und werde dir NIEMALS sagen, was du tun SOLLST. Ich dränge auch nicht, bettele nicht, manipuliere dich nicht. Ich sage dir, was die Fakten erfordern und du entscheidest, wie du weiter vorgehen möchtest.

Wenn du aber schon nicht weißt, was du Engel und Verstorbenen fragen darfst und was nicht, wie willst du ein Medium sein, das im Frieden mit sich ist, weil es weiß, das Bestmögliche gegeben zu haben?

Nicole: Seit 2012 mache ich ja diese gewisse Energiearbeit, damit anderen geholfen werden kann. Soll ich damit weitermachen? Es hat zwar schon einigen dadurch geholfen werden können, aber nicht allen. Nun habe ich angefangen, an dieser Art Arbeit zu zweifeln.

Johannes: Weißt du, mein Lieb, es wird wieder viel Gutes gelehrt, aber leider auch hier mit einem Halbwissen vermittelt, das erschreckend ist.

In unserer Zeit lehrte uns schon unser Vater: Es sind immer drei daran beteiligt, ob Heilung geschehen kann oder nicht, fehlt einer davon, gelingt unsere Kunst nicht. Das Erste ist, dass der Heiler aus Liebe zu Gott und den Menschen heraus arbeitet. Das Zweite ist, dass es der Plan Gottes mit diesem Menschen ist, dass er jetzt geheilt wird. Und das Dritte ist der Leidende selbst, bzw. dessen Seele.

Das heißt, es ist nicht der Vorgang, den ihr lernt, der Heilung schafft, der ist nur einer von vielen möglichen Wegen, sondern es ist das, was sein soll, aus dem Bewusstsein aller heraus.

So oft sagen Kranke ihren Heilern, wie sehr sie sich Heilung wünschen. Das glauben sie auch selbst. Aber in ihrem Unbewussten sieht es anders aus: Krankheiten und Leiden können Vorteile mit sich bringen, die wegfallen, wenn Heilung geschehen ist.

Was wird denn mit jemanden, der zum Beispiel eine Behindertenrente bekommt? Wenn er wieder gesund ist, fällt sie weg und er muss sich einem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen, vor dem er vielleicht große Angst hat, denn schließlich hat genau der ihn in seine Krankheit getrieben.

Oder was wird aus der Frau, die, seit sie krank ist, viel nachsichtiger und endlich auch liebevoller behandelt wird als jemals in gesunden Zeiten?

Dies sind nur einige Beispiele, liebe Nicole. Von allen Faktoren ist der Wille der Seele der Wichtigste bei einer Heilung. Und ihn zu beeinflussen, ist zwar möglich, aber erfordert eine sehr, sehr intensive Arbeit. Energiearbeit allein reicht da nicht.

Ein Arzt sagte einmal: Wer will, stirbt an Schnupfen. Das war ein weiser Arzt, er kannte die Grenze seiner Kunst. Dir wurden diese Umstände leider nicht vermittelt und nun quälst du dich, obwohl du dich freuen könntest, denn bei denen, die wirklich Heilung suchten, hast du geholfen! Mehr geht nicht.

Nicole: Ich möchte auch gern wissen, ob ich die Menschen weiterhin mit den Symbolen der Seele auf ihren Weg führen soll? Ich bin von dieser Art Arbeit sehr überzeugt, mache sie gern. Aber ich werde immer unsicherer, weil die Menschen mich größtenteils gar nicht verstehen und sie davon dann überfordert sind.

Kannst Du mir mehr zu meiner Lebensaufgabe sagen? Vielleicht endlich meine Träume leben, mich entscheiden, aber ich trau mich halt nicht, wegen meiner Tochter und es mangelt ja auch oft am Geld.

Johannes: Liebste Nicole, jeder Tag ist deine Lebensaufgabe, die lautet nämlich: DU SELBST zu werden, mehr und mehr und mehr.

Träume leben? Gut, WENN das vorgesehen ist, wirst du Wege finden, die dich dorthin führen. Was du vermeiden solltest, ist, unmutig über dein Leben zu werden, wie es JETZT ist, weil deine Träume doch so viel schöner sind.

Träume würde ich dir empfehlen, zu Zielen werden zu lassen. Zielen kannst du dich langsam, aber konsequent annähern. Träume hingegen können, wenn sie unmutig werden lassen, wenn sie illusorisch sind, überfordern. Was brauchst du um gute Ziele zu haben? Selbsterkenntnis!

Kannst du auf folgende Fragen antworten: Was brauche ich, was sind meine besten Charakterzüge, was ist mir Herzensfreude, was ist mir widerwärtig, was ist mir eine Überforderung, was ist mir eine Qual, was ein Genuss? Wenn du das kannst und auch noch begründen kannst, bist du in einer sehr guten Position, Ziele zu stecken.

Und dann kannst du noch einen Schritt weiter gehen im dich selbst zu finden. Du kannst auf deine Wirkung im Leben der anderen Menschen schauen, mit denen du zu tun hattest. Was hast du mit und in ihnen bewirkt?

Auch dann hast du viel über dein Selbst gelernt und wirst klar wissen, welche Ziele etwas taugen und welche nicht.

Nicole: Kannst Du mir etwas zu meiner Dualseele sagen? Begegnen wir uns in diesem Leben? Was ist unsere Aufgabe?

Johannes schüttelt nur bedauernd den Kopf.

Nicole: Ich habe ja gemerkt, dass ich körperlich gesehen nicht mehr arbeiten kann. Dass es mir nicht gut geht, ich oft schlapp bin und Kopfschmerzen habe. Nun versuche ich, mich zu stabilisieren: Mit gesünderer Ernährung, Entgiftung und auch hoch dosierten Vitaminen. Ist das der richtige Weg? Was sehe ich nicht, warum komme ich nicht in meine Lebensenergie?

Johannes: Liebe Nicole! Das liegt daran, dass du deinen medialen Zugang ständig offen hast! Du bist – wenn du so willst – ununterbrochen zum Jenseits, zur Nichtmateriellen Welt ausgerichtet. Du solltest dich viel, viel mehr erden. Geh, wenn es Sommer ist, viel Barfuß, genieße Wasser in jeder Form, versuch es mit Kneipp Regeln, sie stärken dich sehr. Vor allem aber: Vergiss über das Jenseits das Diesseits nicht. Du bist wie jeder Mensch Kind zweier Seiten: ein Kind des Himmels und ein Kind der Erde. Die Erde kommt gar zu kurz.

Die gleiche Begeisterung, die du für gesunde Ernährungsweisen aufbringen kannst, könntest du einsetzen, um „erdiger“ zu schaffen: Brot backen, Ernten, geerntetes konservieren, Vorsorge für Winterzeiten betreiben. Alles in dieser Richtung tut dir nicht nur gut, sondern fördert in dir ruhende Talente und Neigungen.

Nicole: Du kennst meine Wohnsituation, weißt, wie ich seit über zwei Jahren wohne. Ich möchte gern umziehen, du kennst meine Wünsche, aber siehst sicher auch die Notwendigkeit, da auch hier meine Gesundheit beeinträchtigt wird. Kannst Du mir etwas zu meiner Wohnsituation sagen?

Johannes: Wie gerne würde ich das tun. Ich versuche, dir zu helfen. Nicole, nichts bleibt je, wie es ist. Das ist traurig, wenn es sich auf Gutes bezieht, aber es bezieht sich auch auf Schweres.

Immer wandelt sich alles, auch für dich. Denk doch einmal nach: Ist irgendwas noch so, wie es vor zehn, zwanzig, dreißig Jahren war? Nein! Also habe ich Recht: es wandelt sich Alles, auch das, was schlecht ist. Darauf darfst du vertrauen.

Allerdings wandeln sich die Dinge erst, wenn die Zeit dafür bei allen Beteiligten reif ist. Da gilt es, beharrlich zu bleiben. Gib nicht auf, bleib im Innersten fest, aber hab Geduld. So kannst du die jetzige Situation getrost aushalten. Die Wohnsituation wird sich genauso wandeln, wie sich alles andere auch wandelt, die ist nicht davon ausgenommen.

Nicole: Ich bin zwar eine Frau in diesem Leben, fühle aber oftmals die meiner Meinung nach recht starken männlichen Anteile in mir und kann meine Weiblichkeit nicht wirklich annehmen. Kannst Du mir auch dazu etwas sagen?

Johannes: Du empfindest das richtig und ich weiß, wie schwierig das oft für dich ist, liebe Nicole. Es ist eine ganz besondere Art, zu leben, die du dir ausgesucht hast. Aber sie ist RICHTIG, wie sie ist. Ich möchte so gerne, dass du dein So sein nicht als ungenügend siehst: Nicht genug Frau und nicht genug Mann? Aber nein! Du bist ein BEIDES! Und darin liegen gar nicht nur Nachteile.

Das ist auch besonders und es ist so gut für die Menschen, mit denen du zu tun hast. Nimm es an, liebe Nicole, es ist sehr gut dieses Mal. Und du gehst auch gut damit um, außer wenn du meinst, es sei FALSCH, wie du bist. Du bist RICHTIG!

Nicole, weißt du was? Gott wollte dich so, du wolltest dich so… wie kann es falsch sein? Nur weil es ANDERS ist?

Nun ja, ANDERS SEIN ist eine der täglichen Lebensaufgaben, die du hast, mein Lieb.

Nicole: Hab vielen lieben Dank für Deine Antworten!! Ich weiß, dass Du immer bei mir bist und ich wünsche mir so sehr, dass ich Deine Antworten schon ganz bald viel besser verstehen kann!

Nicole, ich danke dir und ich hoffe auch, dass du mich ganz bald viel besser verstehen kannst. Aber es braucht Zeit und es braucht Wissen. Bis dahin wollen wir doch fröhlich darüber sein, das wir ÜBERHAUPT miteinander reden können.

Meine Seele umarmt die Deine. Dein Johannes!