0019: Das Einzige, was ihr Menschen euch schuldig seid, das ist, dass ihr treu zu eurem Selbst seid.

Das Einzige, was ihr Menschen euch schuldig seid, das ist,
dass ihr treu zu eurem Selbst seid.
Erstaunlicherweise wird dieses so Wertvolle am wenigsten geachtet.

Das ist die Prägung, die fast alle Menschen, die derzeit leben, haben:
Ihr Selbst, ihre Bedürfnisse, ihre Art, zu sein,
scheint etwas sehr Unwichtiges zu sein,
das jedem und allem Möglichen geopfert werden muss.
Die Wirklichkeit ist, dass, solange es Menschen gibt,
die ihr Selbst opfern sollen, die Harmonie,
die vollendete Schöpfung nicht erreicht ist.

Also „Nein“ sagen, sich verweigern,
in den Widerstand gehen
gegen jeden und alles,
das diese Selbst – Opferung fordert durch Worte oder Taten:

Das ist die einzige Pflicht, die der Mensch, solange er lebt, hat!

Elia

Elia: Guten Tag, liebe Freunde.

Hajo: Guten Tag, Elia.

Manfred: Hallo.

Elia: Hallo, Manfred. Schön, dass du wieder da bist.

Manfred: Danke schön. Ich freue mich auch.

Elia: Darf ich ein Lob aussprechen?

Manfred: Gern.

Elia: Die Zeit, in der du bist, wäre geeignet, zu verbittern.

Sie wäre geeignet, einen der wichtigsten Teile deines Selbst – nämlich die Suche nach Gerechtigkeit – aufzugeben und dich ganz dem Zorn zu überlassen oder dem Schmerz.

Das tust du nicht: Du kämpfst.

Manfred: Ich versuche es.

Elia: Du kämpfst! Und die Siege, die du erringst, werden immer größer. Deshalb ein Lob.

Es ist so leicht, zu verbittern, und so schwer, staunend dazustehen und sich nur eins zu fragen: „Was habe ich zu lernen? Was kann ich verbessern?“ Ja?

Manfred: Ja.

Elia: Gut. Nun stell mir bitte deine Fragen.

Manfred: Wie du eben gesagt hast: Die Zeit ist nicht ganz einfach und insbesondere natürlich die Trennung oder die Situation mit meiner Ehefrau.

Das finde ich sehr belastend und fasse mir da an die eigene Nase und hätte ganz gerne gewusst: Hätte ich etwas an der Situation, wie sie jetzt ist, durch mein eigenes Verhalten ändern, verbessern können? Hätte ich irgendwas anders machen können?

Elia: Ändern ja. Verbessern? Nun, dieses Urteil überlasse ich dir.

Ändern? Ja, du hättest dich gänzlich in ihre Gewalt begeben können, ihre psychische Gewalt. Das hättest du können ohne Widerspruch, ohne eigene Forderungen. Ohne zu zeigen, welche Emotionen sie in dir auslöst, wenn sie dich verletzt, dich enttäuscht.

Wie ein Sklave, der seinem Herrn gehorcht. Natürlich, das hättest du ändern können. Wäre es ein Verbessern gewesen?

Manfred: Nein.

Elia: Du siehst, die Antwort kannst du geben. Weißt du, die Menschen beschuldigen entweder die anderen oder sich selbst zu schnell. Meistens beides.

Aber das Einzige, was ihr Menschen euch schuldig seid, das ist, dass ihr treu zu eurem Selbst seid. Erstaunlicherweise wird dieses so Wertvolle am wenigsten geachtet.

Das ist die Prägung, die fast alle Menschen, die derzeit leben, haben. Ihr Selbst, ihre Bedürfnisse, ihre Art, zu sein, scheint etwas sehr Unwichtiges zu sein, das jedem und allem möglichen geopfert werden muss.

Die Wirklichkeit ist, dass, solange es Menschen gibt, die ihr Selbst opfern sollen, die Harmonie, die vollendete Schöpfung nicht erreicht ist.

Also „Nein“ sagen, sich verweigern, in den Widerstand gehen gegen jeden und alles, das diese Selbstopferung fordert, durch Worte oder Taten, das ist die einzige Pflicht, die der Mensch, solange er lebt, hat! Ja?

Manfred: Okay.

Elia: Gut. Deine nächste Frage, bitte.

Manfred: Du hattest mir das letzte Mal gesagt, dass ich schauen muss, dass ich mich meiner Selbst nicht schäme. Ich versuche das. Ich versuche, da auch Fortschritte zu machen.

Was für eine Gefahr besteht, dass ich da wieder reinkomme?

Elia: Dich für unzureichend zu halten, für verdreht, falsch, das ist eine große Versuchung, weil deine Gedankenstrukturen dies wie ein alter Weg, der eingefahren ist, immer wieder hervorbringen.

Daran kannst du nichts ändern, dass diese Gedanken kommen. Aber du kannst erlernen, dass deine Gedanken nicht du selbst sind!

Du denkst, so wie dein Auto fährt oder wie ein Rasenmäher schnurrt.
Aber dein Auto ist auch ein Auto, wenn es steht, nicht wahr?

Manfred: Mhm.

Elia: Und ein Rasenmäher ist ein Rasenmäher, auch wenn er stillsteht.

Und Manfred ist auch dann Manfred, wenn auch andere Gedanken gedacht werden. Gedanken sind nichts weiter als etwas, das ihr nehmen, annehmen, nutzen könnt oder auch nicht.

Manfred, so oft im Leben denkt ihr unsinnige Dinge und sofort reagiert ihr mit einem inneren „Ach Quatsch!“ Aber da, wo Urteile festgefahren sind, interessanterweise nicht.

Dein Urteil darüber, was du bist, das ist immer noch nicht stabil, kann es auch noch nicht sein. Aber du tust das, was du kannst, um mehr Stabilität zu erreichen.

Du lobst dich, wenn du etwas gut gemacht hast, du lobst und freust dich, wenn du Freude bewirkt hast oder Zuversicht oder Stabilität. Du lobst dich auch, wenn du dich selber zusammengerissen hast, obwohl die Versuchung groß war.

Und das ist der beste Weg, darauf schauen, was du gut machst und Gutes wirkst. Und zwar nicht allgemein, sondern bei denen, die das verdient haben.

In dir ist sehr, sehr viel altes Mönchs Wissen! Und Mönche – egal welcher Religion – hatten ihr Selbst, ihre Bedürfnisse, ihre Wünsche aufzugeben. Sie sind einen geschäftlichen Weg mit ihrem Gott gegangen. Und das Geschäft sah so aus: Ich opfere mich dir und dafür bin ich dir lieb.

Das ist immer noch in dir!

Manfred: Ja.

Elia: Und das ist etwas, wozu ich dir dringend rate: Dir dies als etwas Vergangenes bewusst zu werden. Etwas, was aufhören muss, eine Rolle zu spielen!

Dieses Leben ist ganz anders. In diesem Leben geht es darum, dass du umso friedlicher, glücklicher und erfüllter lebst, je mehr du zu deinen Bedürfnissen stehst. Und das ist neu! Und Neues will gelernt werden.

Manfred: Ungewohnt.

Elia: Ja, ungewohnt, aber richtig. Die Opferung des Selbst war falsch.

Schau dich in der Natur um da, wo sie funktioniert. Wo niemand eingegriffen hat, funktioniert sie deshalb, weil alles so ist, wie es ist. Das gilt auch für Menschen.

Aber das wird niemandem geschenkt. Sondern das ist ein tiefer und gründlicher Bewusstseinsumbau, weit entfernt von Egoismus. Aber es hat viel mit echter Liebe zu tun.

Das ist ein Weg, den du gehen kannst.

Ob du verstehst, wie heilig dieser Weg ist? Wie viel er dazu beiträgt, dass dadurch, dass du dich zurückgewinnst, du anderen hilfst, sich zurückzugewinnen? Das weiß ich nicht. Das liegt an dir, dazu „Ja“ oder „Nein“ zu sagen.

Aber ob in diesem Leben oder in einem weiteren Leben: Diesen Weg wirst du gehen, bis du es verstehst: „Ich brauche nichts von meinem Selbst opfern“.

Deine nächste Frage.

Manfred: Mein eigener Guide sagte mir, dass ich mit ihm auch in Kontakt treten könnte, weil ich diese Begabung und diese Anteile habe.

Elia: Ja.

Manfred: Es funktioniert aber momentan nicht. Uta und ich, wir haben überlegt, an welcher Blockade das liegen könnte. Kannst du mir dazu was sagen?

Elia: Hm. Zweierlei.

Die eine Hemmung ist, dass du ihn als eine Autorität betrachtest.

Manfred: Hm.

Elia: Und Autoritäten über dir – auch noch männliche – haben dir viel Schaden zugefügt. Er ist keine Autorität über dir, er ist ein guter Freund und du bist seiner.

Die andere Hemmung ist, dass du Angst davor hast, wieder in Versprechen und Bindungen zu kommen wie in jenen Zeiten, in denen du Mönch warst: besonders gut, besonders heilig, besonders opferungsbereit sein zu müssen.

Das ist natürlich nicht der Fall.

Es ist ganz leicht: Wenn du ein Kind wärst, wäre es dir ganz leicht. Aber so ist es schwer, denn du verstehst nur deine Verantwortung, nicht aber seine.

Du wirst nie erfahren, was du nicht tragen kannst, nie aufgefordert werden, was du nicht zu leisten vermagst. Und nie wird er dir Entscheidungen abnehmen oder zu Vorgehen raten, die deinem Vermögen nicht entsprechen.

Er ist nichts als ein Freund, der mit dir gemeinsam auf das Gleiche schaut. Nur steht ihr unterschiedlich! Ja?

Manfred: Ja.

Elia: Du siehst, die Hemmung aus alten Inkarnationen ist bedeutend.

Manfred: Hm.

Elia: Sie zieht sich in vielem durch.

Teils als Freude: Denn es ist dir Freude, das Irdische dieses Mal zu genießen. Es komme dir nie wieder jemand damit, ausschließlich Reis essen zu müssen.

Aber auch als Angst: Als große Angst davor, vielleicht der größtmöglichen Autorität gegenüber ein Versager zu sein. Bist du nicht!

Bist du nicht und das gilt es, zu erfahren.

Deine nächste Frage, bitte.

Manfred: Wir waren uns nicht ganz sicher: Wie soll ich meinen Guide denn nennen?

Elia: Sadin.

Manfred: Sadin?

Elia: Ja.

Manfred: Okay.

Ich habe nur noch eine Frage. Das zweite, was mich neben meiner Frau beschäftigt: Was wäre denn das Beste für mich und für meine Eltern? Wie soll ich mich denn da in Zukunft verhalten? Wenn du mir da einen Hinweis geben könntest.

Elia: Ein Hinweis, ja. Aber ich darf dir nicht sagen, was du tun sollst.

Hier gilt das Gleiche wie auch für deine Frau: Widerstand ist denen gegenüber zu leisten, die von dir die Aufgabe deines Selbst fordern, deiner Bedürfnisse, deiner Art und Weise, zu sein. Das gilt auch hier: Stehe zu dir!

Steh zu dir. Ich möchte noch einmal betonen, lieber Manfred: Es geht nicht darum, ob du heiliger bist als andere, besser, weiser, spiritueller. Sondern es geht darum, denen ein „Nein!“ zu sagen oder zu zeigen, die von dir die Unterwerfung fordern unter ihre Bedürfnisse.

Die aus ihren Egoismen heraus von dir fordern, unwahrhaftig zu sein. Auch das ist mönchisch und zwar zutiefst.

Es gibt sie: Es gibt die Mönche, die voller Freude und Frieden ihren Weg gehen, die aus ihrer Fülle heraus alles geben, was sie haben. Aber sie sind die Ausnahme. Und du gehörtest nicht zu denen. Die überwiegende Mehrzahl versucht, mit Gott zu handeln.

Du brauchst niemandem – schon gar nicht Gott – einen Beweis dafür liefern, dass du wertvoll bist in deiner Einzigartigkeit.

Mit Einzigartigkeit meine ich: Keiner ist zurzeit auf dieser Welt da, der genauso ist wie du. Du bist einzigartig und gewollt in deiner Einzigartigkeit. Und du bist gewollt! Dafür musst du nichts opfern, damit du leben darfst.

Alles, was du schuldig bleiben kannst dem Sein, das ist, dass du nicht bist, wer du bist. Wer das verlangt, dem hast du Widerstand zu leisten.

Ich hoffe, ihr werdet über eurer beider Ansichten, was eure Eltern angeht, noch miteinander diskutieren.

Da bist du noch nicht im Frieden mit dir. Aber liegt das an dir? Das musst du klären, ja?

Manfred: Ja.

Elia: Gut. Hast du noch Fragen?

Manfred: Ich glaube, das war’s. Und ich verspreche, dass ich weiter kämpfen werde.

Elia: Ja, gut! Du kämpfst nicht allein.

Manfred: Ich weiß.

Elia: Hm. Wer diesen Weg geht, erfährt Hilfe, findet Lösungen, findet Leitung, findet Lehrer, findet Freunde. Wer den Weg nicht geht, wer sich von seinem Selbst abwendet, kämpft mühsam.

Also, ich wünsche dir jetzt eine kampflose, freudige Mittagspause.

Manfred: Vielen Dank.

Hajo: Vielen Dank, Elia.