Zeitschiene

0123: Zeitschiene im Diesseits und Jenseits

Zeitschiene im Diesseits und Jenseits

und

Imaginationen als eigenständige Wesen

Elia

 

Elia: Ja, einen schönen guten Abend. Ich wünsche, heute mit euch zu sprechen.

Nun zu deinen Fragen.

Hajo: Ja. Und zwar hatten wir mal ein Verstorbenen-Reading mit einem verstorbenen Ehemann im Auftrag seiner Frau und da sagte Uta, weil das nicht so richtig geklappt hat, wir sollten eine Wiederholung ansetzen.

Und diese Wiederholung hat auch nicht richtig geklappt. Uta hatte zwar Kontakt mit dem Verstorbenen, aber irgendwas war nicht in Ordnung, dass sie auch nicht einordnen konnte.

Was kann das gewesen sein?

E: Sie bekommt keinen Kontakt mehr.

H: Sie bekommt keinen Kontakt mehr?!

E: Sie bekommt keinen Kontakt mehr. Nein. Sie hat an der Schnittstelle wieder angesetzt – zeitlich versetzt – an der sie aufgehört hat beim ersten Reading.

Das ist ein Aspekt, der übrigens für dich auch sehr interessant ist:

Die Aufnahme mit einem Verstorbenen findet auf einer bestimmten zeitlichen Ausrichtung statt – vom Medium aus gesehen.

Und Uta ist noch nicht sehr gut in der Austarierung, in welchem Zeitablauf sie sich befindet. Wir werden zu diesem Thema heute noch mehr zu sagen haben.

Also stell dir bitte einmal vor, dass ihr am 7. Juni seid – auf eurem Kalender. 7. Juni 2006 in Taufkirchen am Inn. Das ist eure Realität.

Die Realität des Verstorbenen ist durchaus eine andere. Seine Bewegung ist durchaus eine andere. Er kann – würde man das Jenseits nach eurem Maß der linearen Zeit nach messen – sich bereits im Jahr 2012 befinden oder 2025.

Je nachdem, wann an seinem Status der Entwicklung ein Kontakt erwünscht ist. Ja ?

H: Mmh.

E: Er – in seiner Realität, in seiner Weiterentwicklung – befindet sich schon im Jahre 2025. Er hat an diesem Standpunkt seiner Entwicklung schon kein Interesse mehr an einem Reading. Ja?

H: Mmh.

E: Er hatte aber dieses Interesse zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt. Sagen wir einmal in Jahre 1988. Im Jahr 1988 war Uta noch gar nicht fähig, ein solches Reading zu bewältigen. Aber sie bekommt den Auftrag des Sitters, des Angehörigen des Verwandten im Jahre 2005. Sie nimmt im Jahre – in IHREM Jahre – 2005 Kontakt zum Standpunkt des Verstorbenen im Jahre 1988 auf.

Verstehst du, was ich meine?

H: Ja.

E: So. Und nun ist Uta weitergegangen…

Sie hat das Reading mit dem Verstorbenen zu einem bestimmten Zeitpunkt gemacht, sie hat sich weiterbewegt. Aber der Verstorbene hat sich auch sehr viel weiterbewegt.

Und er ist außerhalb dieser Interessenslage, die er damals hatte.

Das ist bedauerlich, aber es ist Fakt.

Wir können hier keinen Kontakt knüpfen außer, eine Wiederholung des Readings stattfinden zu lassen. Und das kann nicht im Interesse sein.

Ich hoffe, ich habe es so erklärt, wie es nachvollziehbar ist.

Das ist sehr schwierig, euch diese Zeitlosigkeit klar zu machen.

H: Ja, gut. Quintessenz ist, dass wir der Sitterin jetzt den Auftrag zurückgeben.

E: Bedauerlicherweise ja.

H: Gut. Ja, dann wirst du sicher auch mitbekommen haben, dass die verstorbene Mutter von Stefan scheinbar wieder aufgetaucht ist.

E: Nein. Das ist sie nicht.

H: Aha, ist sie nicht.

E: Und hier kommen wir wieder zu dem Punkt zu spreche, von dem ich eben gerade sprach: Von der Zeitschiene!

Anita ist in einer Zeitschiene gewesen, in der die Mutter bei ihrem Sohn noch SEHR angehaftet hat. Ja ? Verstehst du das?

H: Mmh.

E: Und das ist der Grund, den wir einmal gründlich beleuchten müssen: Wie kann sich ein Medium davor schützen, in eine nicht mehr aktuelle Zeitschiene hinein zu geraten?

Das ist da besonders kompliziert, wo vom Hinterbliebenen noch eine innige Kontaktierung gewünscht und gesucht wird.

Das heißt: In seinem Realitätsempfinden ist die Verstorbene noch aktuell. Ja ?

H: Ja.

E: Du kannst das vielleicht nachvollziehen, wenn jemand sich sehr innig mit Begebenheiten mit seinen Eltern erinnert. Dann ist diese Erinnerung etwas, das für ihn aktuell im emotionalen Bereich ist – außerhalb der Zeitschiene allerdings.

So! Jetzt geht ein Medium an einem bestimmten Punkt in den Kontakt und es geht dabei vom betroffenen Überlebenden aus. Und wenn sie dort eine Aktualisierung der Emotionalität hat, dann trifft sie eine Anhaftung genau an diesem Punkt. Das ist Anita geschehen:

Stefan ist in seiner Emotionalität, in seiner Wahrnehmung des Ist-Zustandes immer noch sehr an seine Mutter gebunden.

Also geht ein Medium, da es sich ja über Zeit und Raum bewegt, zu diesem Zeitpunkt.

Sie war ausgerichtet auf das Wohlbefinden von Stefan, aber seine tragische und dramatische Geschichte war ihr im Moment, in dem sie hinein ging, genauso aktuell wie Stefan die Verbindung zu seiner Mutter aktuell ist.

Und dort hat sie folgerichtiger weise seine Mutter wahrgenommen. Ja? Kannst du das nachvollziehen?

H: Ja, ja.

E: Ihr habt auch selber darüber gesprochen, wie wenig gestorben für den Stefan seine Mutter ist. Und somit wird jedes Medium, das Stefan kontaktiert, seine Mutter anwesend finden. Sie ist ihm quasi in die Aura geschrieben. Die Seele allerdings, die Seele der Mutter, ist nicht mehr anwesend.

H: Gut.

E: Ja? Seine Mutter ist definitiv hier auf der Jenseitsebene. Sie erholt sich, sie ist nicht ansprechbar, soll auch nicht angesprochen werden, aber sie ist hier bei uns.

H: Schön.

E: Bitte, das aber entlastet nicht. Denn Stefan schafft im Grunde durch seine Anbindung eine Art Pseudo-Identität seiner Mutter.

Kraft seiner Gedanken, Kraft seiner Emotionen, Kraft seiner Imagination wird ein quasi drittes Wesen installiert, das mit der Seele seiner Mutter nichts zu tun hat, aber sehr viel mit alledem, was Stefan in sie hineininterpretiert.

Du kennst es. Du weißt, dass jemand eine Interpretation von einem anderen Menschen hat und damit nur ein Fragment seiner gesamten Persönlichkeit.

Und dieses Fragment kann, je emotionaler es aufgeladen wird, umso mehr Identität gewinnt es für denjenigen, der diese Aufladung vollzieht. Es ist quasi wie ein lebendiger Schatten, der immer noch über Stefan schwebt. Wobei der Schatten Auslöser gar nicht mehr da ist. Da hat sich ein Phantom manifestiert, das gleichwohl sehr real ist – zumindest für Stefan.

Und im Grunde auch für Eltern, denn natürlich die Eltern fürchten sie auch. Sie haben auch Teile der Mutter interpretiert. Ja ?

H: Ja.

E: Aber das hat nichts mehr mit der Mutter als Seele zu tun, wie sie hier bei uns ist. Gleichwohl hat das einen immensen Einfluss auf das Kind. Und das, was Anita getroffen hat, das war diese Manifestation des Mutter-Bildes, das Stefan hat. Und aus dieser Perspektive wird es interessant, es zu betrachten:

Ich denke, wenn ihr das tut und analysiert, dann werdet ihr sehr deutlich wissen, wer und was Die Mutter für Stefan JETZT aktuell ist.

H: Ja, scheinbar etwas Beängstigendes.

E: Ja, aber auch etwas Schützenswertes. Ihr werdet später darüber reden und ich möchte, dass ihr das auch tut. Das ist wichtig. Ja?

H: Ja.

E: Also das, was Anita gesehen hat, das ist Stefans Mutter. Aber nicht DIE Mutter.

H: Und wie kommen diese Reaktionen zustande gegen die Stiefmutter? Also, es war ja an den letzten zwei Wochenenden so, dass sie immer etwas von ihm abgekriegt hat. Dass sie herbeigerufen wurde, oder…

E: Ja, ja. Stefan ist sehr wütend auf die Stiefmutter. Das ist eine seiner Wahrheiten. Und er versucht diese Wahrheit zu integrieren in seinen, aber auch in den Anspruch der Eltern, die Stiefmutter lieb zu haben. Das ist sehr schwierig.

Das müsst ihr euch jetzt anschauen. Das ist die Realität.

Und ihr wisst, Stefan ist nicht direkt, sondern immer indirekt. Er ist jemand, der Beispiele gibt.

Und wenn ihr wissen wollt, wie es in ihm wirklich aussieht, müsst ihr euch an den Beispielen orientieren. Ja?

Dazu kommt allerdings auch eine gewisse Unbändigkeit und Ungeschicklichkeit, die man diesem Kind weiß Gott nicht zur Last legen kann.

H: Ja, aber es trifft ja nicht den Vater, sondern nur die Stiefmutter.

E: Das ist richtig. Und das ist die Wut. Er hat Wut auf die Stiefmutter, aber das ist nicht seine einzige Emotion. Und die ist auch da, selbstverständlich ist sie da.

Und hier bitte ich den Vater, wie er es sich schon vorgenommen hat, ihm gegenüber mehr Profil zu zeigen. Sehr viel mehr: „ICH mache, ICH bestimme, ICH will.“

Das sollte weniger auf die Stiefmutter übergeben werden.

Ich weiß, der Vater tut dies nicht bewusst, aber es ist ein Automatismus entstanden, den er durchbrechen kann und sollte. Ja ?

H: Ja.

E: Ich hoffe, ich habe das so erklärt.

E: Und die Eltern haben ihm sicherlich Möglichkeiten zu bieten, seine Entscheidung zu treffen, letztlich bleiben es aber SEINE.

Und es wird SEINE Entscheidung sein, ob Leben schön sein darf oder nicht.

Es wird die Entscheidung seiner Seele sein, ob er dies zulässt oder nicht.

Hier endet unser aller guter Wille, weil seiner beginnt. Und sein Wille mit sich ist nicht gut. Ja?

Das heißt aber nicht, dass er nicht fähig wäre, mehr und mehr sich hinein zu begeben in dies große Wagnis, ein gutes Leben zu haben. Ja ?

Also hier ist es wirklich für die Eltern sehr wichtig zu wissen und sie müssen es sich immer wieder bewusst zu machen: Dies ist eine Seele, die ihren Willen hat und haben darf.

Es ist nicht die Aufgabe der Eltern, diesen Willen zu beeinflussen. Denn wenn sie das tun, dann übernehmen sie seine Werkzeuge. Ja ?

H: Ja.

E: Das ist nicht ihre Aufgabe. Ihre Aufgabe ist es, ihm eine breite Möglichkeit zu bieten, anzubieten. Wie sie ein köstliches Mahl anbieten kann und er darf NEIN oder JA sagen.

Aber es muss ihnen bewusst sein: Wenn er NEIN sagt zu dem köstlichen Mahl, dann ist es auch SEIN Hunger, für den nicht sie verantwortlich zeichnen. Ja ?

H: Ja. Dankeschön.