Nil Johanna

0125: Das Leben am Nil – Ich melde mich aus einer Zeit…

Das Leben am Nil

Ich melde mich aus einer Zeit,
in der es nicht um Geschwindigkeit, sondern um Erfüllung ging.

Nichts wurde in Minuten, Stunden, Tagen gemessen,
sondern in der Erfüllung der Ansprüche.

Ein Ziel war dann erreicht, wenn die Erwartung daran erfüllt war.

Schutzengelkontakt

 

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Henriette zu verbinden. Henriette bittet um diesen Kontakt…

Ich gehe an einem Fluss entlang, am anderen Ufer sehe ich ein Schiff liegen mit einem weißen Segel. Es ist hochbeladen mit Stroh oder Heu, ich kann das nicht genau unterscheiden.

Hier, wo ich stehe, wächst Papyrus.
Ich schaue mich um, ob ich hier Pyramiden entdecken kann, da höre ich eine Frauenstimme lachen, sie sagt: 
Glaubst du, ganz Ägypten stand voller Pyramiden? Findest du etwa in jedem Ort Frankreichs den Eiffelturm?

Ich drehe mich um und sehe eine schlanke, junge Frau in einem weißen Kleid hinter mir auf einer kleinen Anhöhe stehen. Ihr Haar trägt sie hoch gebunden, es ist schwarz und stark gelockt, ihre Augen hat sie blau umrandet, ihre Haut hat einen hellen Braunton. Sie schaut mich mit einer hochgezogenen Augenbraue an, ein bisschen amüsiert.

G: Das ist doch ganz egal, wie ich mich geschminkt habe. Glaubst du im Ernst, mein Aussehen wäre für Henriette so wichtig? Aus dem Stadium ist sie doch längst entwachsen!

Schreib ihr, wie du mich fühlst, schreib ihr, was ich sage, schreib ihr, wer ich bin…

U: Das ist gar nicht so einfach, du bist ziemlich schnell, warum lässt du mir so wenig Zeit, mich an dich zu gewöhnen?

Guidin lachend: Ja, WIR sind schnell, da hast du recht. Das ist ja gerade das Problem, mit dem sie sich beschäftigt: Sie meint, sie sei zu sehr darauf fixiert, alles richtig zu machen, wenn es nur das wäre!

Sie ist fixiert darauf, es richtig UND so schnell wie möglich zu machen: Das Leben eine rasante Fahrt mit dem schnellsten Auto der Welt über die höchsten Berge und die tiefsten Abgründe. 

Jede Entscheidung muss schnell und präzise getroffen werden, nicht rasten, nicht zögern. Rasch, rasch, Tempo, Tempo, puh, da kann es einem schon schwindlig werden.

Genau das ist der Grund, warum ich mich aus dieser Inkarnation melde. Aus einer Zeit, in der es nicht um Geschwindigkeit, sondern um Erfüllung ging. Nichts wurde in Minuten, Stunden, Tagen gemessen, sondern in der Erfüllung der Ansprüche.

Ein Ziel war dann erreicht, wenn die Erwartung daran erfüllt war.

Alles hatte seine eigene Zeit, jede Arbeit, jeder Mensch, sogar jede Idee.

Reifen und Ernten, Handeln und geschehen lassen: Das hier war unsere gemeinsame Welt, unser Experimentierfeld. Ja (lacht), wirklich, für uns war unser Leben ein Experiment.

Oh, wie lange ist dieses Glück her…

Sie setzt sich in den Sand und schaut über den Fluss, es wird anscheinend Abend, alles färbt sich in ein goldenes Licht.

G: Ich weiß schon, du willst meinen Namen wissen: Anae (Betonung auf dem e).

Wir schreiben das Jahr 70 v. Ch., Daphne hieß sie damals. Daphne und ich waren Schwestern, dies hier ist nahe am Nildelta, unser Wohnort ist längst vergessen, unser Leben aber liegt als feste Zuversicht in unseren Seelen.

Eine innere, sichere Gewissheit, dass es letztlich immer und in jedem Leben einen Platz der Freude geben MUSS. Wir hatten so viel Freude, weißt du?

Jedenfalls, solange wir Elevinnen waren. Aber alles wurde anders, als Daphne ins Amt der Priesterin ging, ich hingegen wurde verheiratet.

U: Welchem Gott dientet ihr?

G: Isis. Aber das ist unwichtig. Wichtiger ist, dass unsere Seelen sich von da an trennten. Ihre wollte erfahren, was es bedeutet, die Pflichten gesellschaftlicher Erwartungen zu erfüllen, meine die Pflichten waren familiäre Erwartungen.

Es folgte für uns beide der mühsame Prozess, aus der Trennung von beidem wieder zur Einheit von beidem zu wachsen. Die Verbindung wieder herzustellen, das Dreieck zu schließen, das Ich-Du-Wir zu verbinden. Aber unsere Liebe zueinander ist und bleibt tief.

Sag ihr, wie SEHR ich mich freue, jetzt in dieser Inkarnation ihr Guide sein zu dürfen, jetzt, wo auch sie endlich wieder zur Einheit der Drei kommt.

Jetzt, wo auch sie verstehen wird und fühlen kann, dass es wahr ist: Ich BIN das ICH, das DU und das WIR. 

Ah, das findet sie schwierig?

Ach, nein, nein, schwierig ist es für mich, sie davon zu überzeugen, dass ihr Weg durchs Leben immer noch ein Experiment ist. Ein Experiment bedeutet: Ausprobieren und beobachten und aus der Beobachtung ein Resultat zu ziehen.

Henriette, aber NATÜRLICH kannst du das!

Wenn du irgendwo blockiert bist, dann durch den Umstand, dass du meinst, die Beobachtung wäre ein Fehler. In deiner Wahrheit musst du etwas beginnen, das mit Sicherheit ein erwartetes Resultat bringt. Das ist sehr unwissenschaftlich, Liebes!

Und es ist despotisch (lächelt): Ich WILL das, was „ICH WILL“, erreichen. Ha!

Ich MUSS das, was „ICH MUSS“, erreichen. Oh je, was für eine überholte Einstellung…

Das ist Zwang! Und Zwang macht es völlig unmöglich, NEUES zu verstehen. Denn die Menschen können nur WOLLEN, was sie schon kennen und sie können nur das als Pflicht ansehen, was sie schon begriffen haben!

Darin liegt nicht die allergeringste Möglichkeit, sich zu entfalten.

Immer nur die Pflicht, nie die Kür? Hm? Ja, und WIE? Dass du das schon als Mangel erkannt hast!

Aber du weißt nicht, warum du den hast. (Lächelt).

Uta, kannst du dir ein Kind vorstellen, das im Sandkasten spielt und KEINE Sandburg baut aus Angst, sie nicht RICHTIG zu bauen? Kaum vorstellbar?

Doch, das gibt es!

Aber so wird das Kind nie lernen, seine BURG zu bauen, es wird nie wissen, wie hoch, wie breit, wie schön es in der Lage ist, zu bauen, weil es eben seine Möglichkeiten nicht ausprobieren mag.

Und warum nicht? Weil es Angst vor dem Urteil hat!

Nein, nein, nicht vor dem Urteil einer übereifrigen Mutter, auch nicht vor dem Spott der anderen, sondern vor seinem eigenen Urteil!

Sich selbst zu enttäuschen: ein unerträglicher Zustand.

Ho, na ja. Das ist Hochmut, findest du nicht?

Bitte, Liebes, sei mir nicht böse, ich weiß ja, das gerade Zufriedenheit und Demut zu den Stärken gehören, die du zu pflegen suchst.

Aber in dieser Angelegenheit hier mache ich dich darauf aufmerksam, dass du ziemlich hochmütig bist: MIR muss ALLES glücken! Ich WILL es so haben!

Warum? Weil du sonst im Leben nichts wert bist?

Schlimmer, Liebes, liebe gute Schwesterseele, viel schlimmer: Weil du DIR sonst nichts wert bist!!!

Ja, du, was machst du dir da für eine Wahrheit? Kein Mensch kann sie tragen, kein Mensch…

Nur ein Gott.

Und ja, wunderbar, glücklich sei der Umstand gepriesen! Du bist gar kein Gott, du bist Mensch.

Du sitzt wie ein Kind im Sandkasten, um damit zu experimentieren, was du kannst und was nicht und was geht und was nicht. Und deine Aufgabe besteht darin, dieses Experiment zu beobachten und dann auszuwerten.

Das ist doch wunderbar! Das ist ganz ohne Angst zu schaffen.

Es gibt gar keine Erwartungen an ein Ziel, es gibt nur das Experiment. In aller menschlichen Verantwortlichkeit sich spielend, experimentierend der eigenen Wahrheit nähern, Das versuchst du, zurückzugewinnen.

Ich sagte, dass wir hier unser Leben so gesehen haben und ich sagte dir, dass es deine Aufgabe in diesem Leben ist, Wahrheit werden zu lassen, dass ICH-DU-WIR wieder eine Einheit bilden.

Die Wege der Inkarnationen haben dich andere Wahrheiten gelehrt: Du hast dein ICH dem Du geopfert und so viele DU´s wurden einem übergroßen WIR geopfert.

Das sind schlimme Erfahrungen, die du machen musstest.

Du wirst dich fragen: warum so grausam? Nun, weil dein ICH sich immer AUSSERHALB gesehen hat. Dein ICH hat sich weder als Teil des DUS wahrgenommen, noch des WIRS.

Seine unreife „Wahrheit“ war: Ich bin ganz allein.

Dieses Mal darf es anders sein. Dieses Mal steht dir jeder Kanal offen, um zu erleben, dass DU mehr als du selbst bist, dass DU Teil bist in anderen und andere Teil in DIR!

Dieses Mal kannst du Grenzen überwinden, die dich über Jahrhunderte isoliert haben. Dieses Mal darfst du erleben, das DU ganz DU bist und doch auch Teil anderer, Teil des großen WIRS.

Was fehlt, ist Vertrauen darein zu haben.

Oh, du spürst es, du spürst immer wieder, wie sehr du die anderen in dir wahrnimmst und sie dich. Du spürst, dass du mehr Wahrnehmungsvermögen hast, als Augen, Nase und Ohren dir geben…

Aber KANN das auch WIRKLICH richtig sein?

Henriette, Vertrauen, wodurch entsteht das? Nun, zu erst einmal müssen wir es aufbringen, weil uns keine andere Wahl bleibt.

Ein Baby hat KEIN grundsätzliches Vertrauen in seine Mutter. Aber dadurch, dass diese ihm immer und immer wieder aus der Not des Hungers und der Einsamkeit hilft, entsteht!!! Vertrauen.

Wie kannst du von dir erwarten, dass du deine Vorhaben immer mit Vertrauen beginnst? Du KANNST es nicht wissen…

Hier, genau an dieser Stelle, beginnt das Experiment: Ein Baby MUSS das Experiment wagen, darauf zu vertrauen, dass die Mutter ihm Nahrung bringen wird.

Es beobachtet und es stellt nach einer Weile fest: Ja, es DARF darauf vertrauen, dass es NICHT verhungern wird. Aber solange das nicht so ist, da schreit es vor Angst und Sorge und das darf es doch auch!

Genauso wie du daran zweifeln darfst, dass ein Experiment in dem von dir erhofften Sinn ausgeht.

Aber, Liebe, es gibt einen gravierenden Unterscheid: Das Baby wird und muss sterben, wenn sein Experiment missglückt, DU NICHT!

Du meinst, das sei ja wohl ein riesiger Unterschied? Das Baby sei schließlich völlig ohnmächtig?

Ja (lächelt), und ihr? Ihr erwachsenen Menschen? Ihr seid mächtig?

So? Wirklich? Hm….

Nein! Oh nein! Das seid ihr eben nicht. Ihr könnt nicht bestimmen, wie alt oder gesund ihr seid, wie klug oder dumm…

Nein, das könnt ihr nicht! Alles wesentlich Wichtige bestimmt ihr nicht.

Ah, ja, da ist sie, die tiefste aller Ängste, die Angst vor der Ohnmacht, die Angst, ohne Kontrollmöglichkeit zu sein: die tiefste, erschreckendste Angst JEDES Menschen.

Ach, wie viel hat der Mensch entwickelt an Fähigkeiten und Erkenntnissen, nur um dieser Ohnmacht zu entgehen. Wie viele Wege geht er, um die Tatsache seiner Ohnmacht zu entrinnen.

Gutes und Schlechtes sind aus dieser Angst gewachsen. Sie ist der Hammer, der einen Stein entweder zermalmt oder den Diamanten, der in ihm steckt, befreit.

Mensch, deine Macht ist begrenzt! Das ist wahr, es ist die reine Wahrheit.

Aber warum vor dieser Wahrheit erschrecken? Warum sie nicht lieben?

Mensch, freue dich und sei voller Glückseligkeit: Denn deine Macht ist begrenzt!

Warum nicht so denken? Weil das Vertrauen fehlt…

Henriette, liebe, liebe Freundin, es MUSS doch fehlen!

Vertrauen entsteht durch Erfahrung, aber gute Erfahrungen kann nur machen, wer aufhört zu WOLLEN, dass geschieht, was IHM das einzig Richtige scheint.

Wenn ich dir verspreche, dass DEIN Richtig nicht einmal halb so viel Gutes und Schönes beinhaltet für dich und deine Seele, wie das Richtig, das Gott dir zu schenken bereit ist, glaubst du mir das dann?

Nein, natürlich nicht! Es fehlt ja die Erfahrung.

Deshalb meine dringende Bitte an dich: Öffne dich dem Experiment Leben. Lass es zu, dass du Erfahrungen mit der Fürsorge Gottes machst.

Mehr um alles andere bitte ich dich darum, die Einstellung in diesem Sinn zu ändern.

Ich weiß, wie viel ich da von dir verlange und ich weiß, wie schwer dir das fällt. Dennoch: Es wäre so wunderbar, was du dann im Laufe der Jahrzehnte erfahren darfst. Ein tiefes, tiefes Vertrauen in das Leben wäre der Lohn.

U: Danke, Anae, ich hoffe, dass es Henriette berührt wie mich, was du da sagst. Das waren sehr weise Worte.

A: Ich möchte sie so gerne von ihren Lasten befreien, es ist nicht nötig, in diesem Leben sich zu opfern, es soll nicht sein. Aber es ist sehr schwer, sie zu überzeugen.

Der Wille ist stark, dass ist gut und gibt ihr Kraft. Nur die Verantwortlichkeiten für das Ergebnis dessen, was sie tut, die kennt sie nicht mehr. Sie ist sich viel zu sicher, für viel zu viel verantwortlich zu sein.

Kennst du das Experiment, das zur Erkenntnis der Schwerkraft geführt hat?

U: Die Sache mit dem Apfel, der zu Boden fällt?

A: Ja, wer war dafür verantwortlich, dass der Apfel zu Boden fällt? Der Beobachter oder der Apfel oder Gott, der die Schwerkraft entwarf?

U: Gott.

A: Eben! Meine Henriette neigt dazu anzunehmen, dass sie das zu verantworten hat! (Lächelt).

Verstehst du? Es wird Zeit, dass du dich von diesen Ansprüchen löst! Bitte versuche es wenigstens.

U: Gut, dann hoffen wir, dass dieses Reading diese Wirkung hat…

A: Oh, ich WILL es, aber ich beobachte die Wirkung und ich werde – wie immer es ausgeht – daraus meine Schlüsse ziehen und weitere Schritte unternehmen. Aber, ich bin nicht verantwortlich dafür, dass es gelingt.

Meine Verantwortung war es, so deutlich wie möglich mitzuteilen, worum es mir geht. Deine Verantwortung ist es, so exakt wie möglich wiederzugeben, was ich dir sage.

Ob es gelingt? Ob unser Experiment die Wirkung hat, die wir erhoffen? Wir werden sehen…

U: Danke, darf ich dir jetzt die Fragen von Henriette stellen?

A: Selbstverständlich.

U: Henriette fragt, warum die ihr Guide bist?

A: Weil ich sie liebe und sie mich, wir sind uns anvertraut: Seelen mit dem gleichen Ziel, aber nicht auf dem gleichen Weg.

U: Welche Aufgabe hat sie in dieser Inkarnation?

A: Macht und Ohnmacht als positive Energien zu erkennen. Sie endlich RICHTIG (lächelt) zu verteilen. Beides sein dürfen, nicht müssen.

Wie viel Macht nehme ich mir und wie gehe ich damit zum Wohle aller um?

Wie viel Ohnmacht erlaube ich mir und wie gehe ich damit zum Wohle aller um?

Beides ist wichtig, beides bewegt uns als Seelen weiter. Weder das eine noch das andere fürchten, sondern es ins Gleichgewicht bringen.

Wann ist es gut, etwas zu zwingen, wann falsch? Wann muss ich aktiv sein, wann passiv?

Wann gebe ich, wann nehme ich?

Die Mitte erreichen! Es geht nur darum, die Mitte zu erreichen.

U: Wo ist die Mitte?

A: Da, wo im Menschen Frieden ist.

U: Henriette fragt, was sie unterstützen kann, die richtige berufliche Entscheidung zu treffen?

A: (Lächelt.) Aufhören, Angst davor zu haben, die falsche Entscheidung zu fällen. Bei einem Experiment gibt es falsch und richtig nicht, es gibt nur ein: So ist es!

Liebes, ich weiß, du MUSST werten, aber versuche, der Tragweite deiner Werturteile nicht zu viel Gewicht beizumessen! Auch sie sind im Grunde nur ein Experiment.

Stell dir ein Leben vor, in dem es gar keine Wertungen gebe, nur Erfahrungen, nichts anderes. Diese Einstellung hilft dir am besten, deinen Ängsten zu entrinnen!

Und es hilft uns, dir Wege, Ziele und Erfahrungen zu schenken, die viel schöner sind, als du sie dir vorstellen kannst. Vorstellen kannst du dir nur, was du kennst, wovon du zumindest gehört und gelesen hast. Aber glaub mir: Die Wunderwelt, die wir für dich bereithalten, entzieht sich diesen Vorstellungen.

So viel schöner kann dein Leben sein, als dein Verstand und deine Phantasie es möglich wäre, es zu kreieren. Öffne deine Augen für die Wunder der Fürsorge Gottes mit dir!

Lass es zu, wage das Experiment.

Handele, wie du handeln KANNST und denke, was du denken KANNST, aber vergiss dabei nicht, offen zu bleiben für das, was so gut ist, dass es außerhalb deiner Vorstellungskraft bleibt.

Was ist deine Macht? Zu tun und zu denken, was dir möglich ist. Was ist deine Ohnmacht? Das Ergebnis deiner Bemühungen, denn das liegt in der Hand dessen, das größer ist als du selbst.

U: Woher kommt ihre Angst, nicht gut genug zu sein, wenn es nicht mindestens 100% perfekt ist.

A: Daraus, dass du glaubst, SELBST 100% perfekt sein zu müssen, um einen Wert zu haben.

Schau dich um, siehst du das Leben um dich herum? Ist es irgendwo perfekt? Nein!

Warum nicht? Weil aus dem Unperfekten der DRANG nach Vervollkommnung wächst und dieser Drang ist die Ursubstanz des Lebens selbst.

Perfektion ist Tod, Stillstand: Nichts bewegt sich, alles steht.

Gib deinen Fehlern die Ehre, gib deinen Schwächen die Ehre! Wärest du nicht, wie du bist, wieso solltest du dich weiter entfalten, woher käme der Wunsch zu leben?

Sieh das Gute in deinem Perfektionsstreben, denk nach! Hat er dir und anderen nicht schon mannigfaltig geholfen? Doch, natürlich!

Warum diesen Drang verdammen? Weil er dich hindert, fröhlich mit dir selbst zu sein! Ja, aber genau dieser Schmerz drängt dich, dich weiter zu entwickeln.

Nimm ihn zärtlich an, als treuen Begleiter. Nur herrschen, das darf er nicht über dich!

Es war ein ganz anderes Leben, in dem das so war. Damals hingen Menschenleben von deiner Perfektion ab. Aber auch da war es schon ein Irrtum deiner Seele!

Das Leben hängt nicht von dir ab, sondern von sich selbst. Es kommt und geht, wie es will.

Du ahnst es längst, dass man dir aufgezwungen hat, Verantwortung für alles zu übernehmen, was andere zu tragen hatten. Aber das musst du endlich als Unrecht, als Überforderung verstehen lernen.

Jeder Mensch muss im Lauf seiner Entwicklung erfahren, dass er für SEINE Macht und Ohnmacht verantwortlich ist.

Niemand hat das Recht, die Verantwortung dafür auf andere abzuladen! Aber es hat auch niemand das Recht, eine solche Verantwortung anzunehmen.

Warum nimmt man das auf sich? Damit man groß bleibt in der eigenen Sicht.

Es gibt keine großen und kleinen Seelen, es gibt nur Seelen, die in unterschiedlichen Phasen der Vervollkommnung stehen. Jede Seele entscheidet selbst darüber, wie, wann und ob sie sich weiter entwickeln will.

Deine Angst, zu versagen, ist die Angst davor, klein zu sein. Du SOLLTEST immer groß sein! Nun, dagegen konntest du dich nicht wehren, du warst zu klein, um diese „Größe“ abzulehnen, aber jetzt bist du erwachsen.

Jetzt darfst du zulassen, dass du klein UND groß bist, stark und schwach, mächtig und ohnmächtig.

U: Was kann sie tun, um etwas mutiger Projekte anzugehen, von denen sie nicht weiß, ob sie erfolgreich verlaufen?

A: Ooooooooooh, ich finde, du BIST doch mutig! Glaubst du, mutig ist, wer keine Angst hat?

Nein, das ist dann vermutlich jemand, der entweder Niederlagen nie erlebt hat oder der zu wenig Verstand besitzt, um sich negative Erfahrungen vorzustellen.

Du wirst diese Angst nicht los, aber du kannst aufhören, mit dieser Angst zu hadern. Sie ist da, nun gut, ist sie eben da. 

Aber du machst nicht, was deine Angst will, sondern was du willst. Akzeptiere sie, aber gib ihr nicht DEINE Macht.

Versuch, zu verstehen, dass du das Ergebnis der Erfahrungen bist, die deine Seele gemacht hat und der Resultate, die sie daraus gezogen hat.

Es gibt Resultate, die schlicht und einfach falsch sind: Wenn ich Fehler mache, sterbe ich, wenn ich zu viel riskiere, sterben andere. Das sind nur zwei dieser Resultate…

Aber es liegt an, das Vertrauen zu entwickeln, in dem du ein TROTZDEM lebst. Du kannst doch trotzig sein! Na siehst du, dann ist sogar diese Eigenschaft zu etwas gut!

Alles andere zu dieser Frage habe ich beantwortet.

U: Ja, danke, Anae, Henriette bittet dich, ihrem Vater Grüße von ihr auszurichten.

A: Das tue ich sehr gerne! So, sind wir fertig?

U: Ja.

A: Nichts vergessen?

U: Nein…

A: Gut, dann werde ich gehen. Und sag ihr: Keine Nacht dauert ewig und jedem Nebel folgt ein frischer Wind, der alles klärt.

Übrigens: Ja, du bist von der siebten Ebene! Lieben, ohne zu leiden, das geht nur, in dem man aufhört, zu urteilen, vor allem über sich selbst.

Auf Wiedersehen, Uta!

Gibst du ihr das hier (sie zeigt mir einen tiefrosa Rosenquarz).

Das hilft, das hilft sehr.