Jesus

0301: Jesus, alles Gute zum Geburtstag!

Uta

Weihnachtsrundbrief 2008

Mit diesem Brief möchte wir allen unseren Lesern und Freunden unserer Arbeit eine Frohe Weihnachtszeit und ein Gutes Neues Jahr wünschen.

Herzlichst

Uta Hierke-Sackmann und Hans Jürgen Sackmann


Keine Angst, heute kommt von mir keine Bergweihnachts-Geschichte und auch keine sentimentalen Erinnerungen an Weihnachten … nein, nein.

Ich weiß nicht genau, woran es liegt, vielleicht habe ich mich „weihnachtstechnisch“ überessen, zu viel „Happy Christmas“ im Radio oder zu viel Lebkuchen schon im September. Irgendwie mag ich heut nicht in den allgemeinen vorweihnachtlichen Chor einstimmen … zu süß, zu schwer.

Oh, seid unbesorgt, ich bin auch kein Weihnachtsmuffel!

Ihr wisst schon, die, die sagen: „Ich hasse Weihnachten!“ sich aber beschweren, wenn die Geschenke nicht so ausfallen, wie sie es sich erhofft haben, ach, weit gefehlt!

Schenken können ist wunderbar! Beschenkt werden auch!

Darauf freu ich mich.

Nein, mich treibt ein anderer Gedanke um:

Vorgestern stand ich vor einer dieser unzähligen Krippen-Auslagen, hier in Oberbayern gibt es ganze Schaufenster voll davon. Krippen in Holz, Krippen aus Porzellan, Krippen aus Plastik …

Zugegeben, ich fand das eher langweilig:

50 gleiche Marias, graubärtige Josephs und blond gelockte Christkindleins …

Wenn man es richtig bedenkt, dachte ich, ist das alles doch nichts weiter als ein riesiges Geburtstagsfest!

Eigentlich!

Klar haben wir das fast vergessen und selbst eine wie ich braucht den Anblick von 50 Weihnachtskrippen, um darauf zu kommen:

Jesus hat Geburtstag!

Den 2000 und X-ten …

Eigentlich müssten wir – statt „Oh Tannenbaum“ zu singen – „zum Geburtstag viel Glück“ singen, warum denn nicht?

Eigentlich müssten wir Jesus doch wenigstens mal liebe Grüsse schicken und alles Gute zum neuen Jahr, oder?

Also, ich mach das jetzt mal, ich schreib ihm mal, so viel ich weiß, ist er in euch und ihr in ihm, dann müsstet ihr – so gesehen – die richtige Adresse sein!

Lieber Jesus!

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.!

Oh ja, ich weiß natürlich, du hast gar nicht am 24.12. Geburtstag, man hat das einfach so verlegt, damit es passt, wegen der alten Germanen und Kelten, und weil die niemals auf ihr Sonnenwendfest verzichten wollten …

Das tut mir leid, lieber Jesus, aber da ich nun kein wahres Geburtsdatum zur Verfügung habe, kommen meine Glückwünsche halt heute.

Weißt du, ich schreib ja so gern zum Geburtstag, was mir das Geburtstagskind bedeutet und das würd ich jetzt auch gern mit dir tun, lieber Jesus …

Ja, siehst du, da schäm ich mich schon wieder, nicht nur, dass ich dein echtes Geburtsdatum nicht weiß, ich nenn dich auch noch beständig beim falschen Namen.

Jeshua … warum hat man dir den weggenommen?

Ich ahne es und schon schäm ich mich wieder …

Aber ich kenn dich, dir sind Formalien doch nie so wichtig gewesen …

Das Äußere – das hast du uns beigebracht – das ist nichts, was zählt, ist innen!

Und dafür dank ich dir!

Ich dank dir dafür, dass du die Welt und ihre Werte so gründlich auf den Kopf gestellt hast!

Dass jeder Mensch ein Kind Gottes ist und damit jeder Mensch gleich viel wert ist!

Wodurch hast du das gelernt?

In der Zeit, in der deine Eltern und du Asylanten in Ägypten waren?

Und das es keinen Sinn macht, sich an äußere Gesetze und Riten zu halten, wenn das Innere von Hass, Hochmut und Neid zerfressen ist.

Und dass wir den Himmel nicht an einem bestimmten Ort oder in einem bestimmten Menschen finden, sondern er schon in uns ist.

Und dass jeder Mensch ein Recht darauf hat, geliebt und wertgeschätzt zu werden:

Die Armen, die Ausgestoßenen, die Zolleintreiber, die Soldaten genauso wie die Rabbis und Schriftgelehrten, genauso wie die übrigen Bewohner deines Landes.

(Übertragen ins Jahr 2008 und in den deutschsprachigen Raum: die Hartz-4 Empfänger, die Asylbewerber, die Obdachlosen, die Bänker und Finanzpolitiker, die Mächtigen und die Gesetzesgeber genauso wie der Durchschnittsbürger.)

Aber am allermeisten danke ich dir dafür, dass du gesagt hast, alle Gesetze Gottes sind in diesem einen Satz zu finden:

Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst!

Weißt du, ich bin jetzt über 50 Jahre alt und ich muss sagen, an dieser Aufgabe tu ich mich immer noch schwer …

Das ist gar nicht so leicht, alle drei gleich zu lieben:

Gott, Mitmenschen und mich …

Ganz leicht gerät ein Teil ins Ungleichgewicht …

Das hast du gewusst, als du das gesagt hast, oder?

Du hast ganz genau gewusst, dass dies Gleichgewicht zu erreichen, unsere ganz große Lebensaufgabe sein wird …

Das KARMA der Menschheit schlechthin, aber auch eines jeden Einzelnen?

Ich schau mich an und frag mich, werde ich das jemals schaffen?

Gott lieben?

Wie hast du das gemeint?

Schöne Gefühle für das haben, das irgendwo – irgend etwas da draußen, weit weg von mir – alles lenkt, alles verursacht hat und zu dem wir alle einmal hingehen werden?

Das ist schwierig, das schöne Gefühl Liebe aufrecht zu erhalten, wenn ich so um mich schaue: Millionen und Abermillionen Kriegstote, Millionen und Abermillionen Opfer von Seuchen, leidende Tiere, leidende Menschen …

Es geht nicht darum, das schöne Gefühl der Liebe zu etwas Fernem, Großen, Unerreichbarem zu halten?

Oh ja, du hast Recht, ich vergesse es immer wieder …

Gott IN UNS!

Die Liebe zu Gott ist kein romantisches Gefühl?

Sie ist eine TÄTIGKEIT, eine EINSTELLUNG zur Schöpfung, ich kann Gott nur tätig lieben?

Meinst du das?

Auf ein praktisches Beispiel übertragen:

Man holzt gerade Mangrovenwälder ist Südostasien ab, damit wir Europäer Riesengarnelen zu billigen Preisen einkaufen können.

Also ein wichtiges Stück Schöpfung für einen kleinen Gaumenkitzel?

Liebe zu Gott wäre, darauf zu verzichten, die Mangroven zu erhalten?

Geht das so einfach?

Die Garnelenzüchter sind arm, ich meine, was ist denn, wenn die plötzlich nichts mehr verdienen?

Jesus, du schaffst es immer wieder, mich zu verwirren:

Mir fällt so viel ein, überall treiben wir Raubbau an der Schöpfung und ich bin, ob ich will oder nicht, daran beteiligt …

Gibt es einen Ausweg, ohne uns der mangelnden Liebe zum Nächsten oder zu uns selbst schuldig zu machen?

Ja, und dann die Sache mit der Liebe zum Nächsten!

Mal ganz unter uns, die andere Wange auch noch hinhalten?

So generell und immer?

Hör mal, Jesus, wenn ich das mache, dann wird das aber nichts mehr mit der Liebe zu mir selbst!

Ach so, so hast du das nicht gemeint …

Daran zeigt es sich ja gerade: Alle drei Komponenten müssen im Gleichgewicht sein, ach so!

Weißt du, ich fürchte ich brauche noch viele Leben, um das zu schaffen und ich brauche noch sehr, sehr viel Liebe, um das auszuhalten.

Gut, sehr gut, dass ich dich darum bitten darf, mir dabei zu helfen!

Gut, dass du mich so nimmst, wie ich bin, auch wenn ich meine Aufgabe nicht erfüllen kann: Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst.

Gut, dass ich darauf vertrauen darf, dass ich nicht für die Schöpfung verantwortlich bin, sondern dass dies Gottes Verantwortung ist.

Gut, dass ich darauf vertrauen darf, dass meine Seele nicht für die Entscheidungen der Seelen meiner Nächsten verantwortlich ist, sondern sie selbst,

Gut, dass ich für die Entscheidungen meiner Seele verantwortlich bin …

Gut?

Jesus, weißt du, du hast uns ziemlich viel Verantwortung hinterlassen, selbst wenn es nur die für uns selbst ist.

Aber diese Verantwortung wäre der Anfang, der Anfang vom Gleichgewicht …

Was du uns hinterlassen hast, ist eine feste Hoffnung, dass es eines Tages dieses Gleichgewicht der Liebe geben wird und in uns das Streben danach ewig liegen wird.

Im Kleinen wie im Großen, denn genau das ist es:

DAS HIMMELREICH IN UNS.

Jesus, ich wünsche dir wirklich, dass alle DEINE Wünsche für das nächste Jahr in Erfüllung gehen werden!

Ich weiß, was du dir wünschst:

Dass wir uns ein Stückchen weiterentwickeln können in der Liebe zu Gott, der Liebe zu unserem Nächsten und der Liebe zu uns selbst, ohne aus dem Gleichgewicht zu geraten.

In diesem Sinne alles Liebe

Uta Hierke-Sackmann