Borderliner

0334: Die Marionette oder das Leben mit einem Borderliner

Die Marionette:
Das Leben mit einem Borderliner

Uta

Eine kleine Ballerina traf einen großen Magier…

Lieb war er zu ihr, schön war er und es gefiel der kleinen Ballerina, dass sie solches Entzücken in ihm auslöste…
Und der Magier begann, ein Lied zu singen, ganz leise, ganz sanft.
Da schlief die kleine Ballerina ein…

Sie vergaß zu tanzen, sie vergaß zu lachen, sie vergaß sich selbst…
Als das erreicht war, trennte der Magier die Seele der Ballerina von ihrem Leib und ihren Verstand.

Diese beiden aber nahm er, band starke Bänder an sie und schuf eine Marionette, die immer genau das tat, was er wollte.

Sie lachte, wenn er es wollte, sie weinte, wenn er es wollte…
Sie tanzte, wenn er es wollte…

Und ihre Seele schlief.

Eines Tages aber kam ein Engel, den konnte der Marionettenspieler nicht sehen. Heimlich kam dieser Engel, beugte sich über die schlafende Seele und küsste sie wach.

Mit Entsetzen sah die Ballerina, dass ihr Körper und Verstand an grausamen Fäden des Marionettenspielers hingen. Was war zu tun?

„Lieber Engel“, sagte die Seele, „bitte durchtrenne die Schnüre, die meinen Verstand und meinen Körper so binden.“

„Nein,“ sagte der Engel, „das kann ich nicht tun, denn ich vermag nichts gegen den Willen einer Seele zu tun, auch nichts gegen den der Seele des Magiers.

Aber DICH vermag ich zu stärken, dir vermag ich Kraft und Mut zu schenken, damit du selbst die Bänder trennst.“