Religion

0517: Ich schaue darauf, ob eine Religion die Menschen dazu befähigt…

Ich schaue darauf, ob eine Religion die Menschen dazu befähigt,
MIT-Gefühl mit Leidenden zu entfalten.

Eine Religion oder Philosophie, die das nicht tut,
sondern die dazu aufruft, eine Schuldzuweisung zu geben,
die ist kein Zuhause für mich, ebenso wenig wie eine,
die mein Recht auf meine Trauer leugnet.

Ich wünsche dir jederzeit Menschen, die dich in deinem Leid annehmen und bei dir und mit dir sind.

Gott ist uns genau der, als der er uns erscheint:
Das, was WIR zu begreifen in der Lage sind.

Uta


Liebe Simone,

Der Tod eines Kindes: Das IST Schmerz pur, das IST nicht über religiöse Weltbilder zu bewältigen!

Es IST, wie es IST: kaum zu ertragen.

Ja, das sage ich, ein Medium, mit einem Guide wie Elia beschenkt… trotzdem sage ich das.

Jenseitskonzepte, egal auf welcher Basis, sind der mehr oder weniger gelungene Versuch, uns das unerklärbare, das nicht akzeptable Unglück in eine von uns „tragbare“ Form zu bringen…

Was DIE! Wahrheit ist? Oh, ich bin sicher, wir können sie nicht greifen…

Weder Jenseitsforschung noch Religionen HABEN die ganze, wahre Wahrheit…

Jeder hat einen Teil, eben gerade jenen Teil, der IHM zugänglich ist.

Ich kann dir nicht sagen, wer Recht hat…

Aber ich kann dir sagen, worauf ich schaue: Ich schaue danach, was eine Religion oder Philosophie oder meinetwegen auch eine Jenseitsforschung mit den Menschen macht… im ganz persönlichen Bereich des ganz individuellen Leids.

Gehen wir davon aus, dass im Grunde alle diese Bereiche Religion im engsten oder weitesten Sinn sind, alle sind da, um das „Unglück, ein Mensch zu sein“, erträglich zu machen.

Alles ist da, um uns einen Weg zu bieten, mit dem wir uns in unserer Mitte halten können, OBWOHL das Leben scheinbar ungerecht ist.

Das ist ja offensichtlich die große Frage aller Menschen: Wie kann es nur sein, dass unser Leben und Sterben so ungerecht ist?

Und unsere Religionen (hier schließe ich auch das Jenseitswissen mit ein) versuchen, die Menschen in ihrer fundamentalen Entrüstung zu trösten.

Der Buddhismus sucht die Erlösung vom Leiden müssen, darin, an nichts mehr festzuhaften, nichts zu wollen, nichts zu fürchten, nichts zu besitzen, nicht einmal Gedanken, Gefühle gehören uns.

Hier wird gesagt: Hör auf, etwas zu wollen, und du hörst auf zu leiden…

Unsere christlichen Religionen sehen einen Zusammenhang von Schuld und Leid, sie sagen: Überwinde durch Glauben…

Glaube, dass es eine Hoffnung gibt, und sei sicher, wer gut ist (zumindest aber Glaube hat), der ist auch gerettet…

(Die Frage, wer gut ist und wer nicht, wird von ihnen beantwortet und nur von ihnen, hier können viele nicht mehr mithalten. 

In einer Welt, in der wir mehr Wissen über die psychologischen Zusammenhänge zwischen Ursache und Schuldhaftigkeit haben, lässt uns so vieles im Zusammenhang mit dem Thema „Sünde“ hinterfragen.)

Und dann gibt es da noch die Wissenschaft, das Energieerhaltungsgesetz: Energie KANN nicht verloren gehen. Gewandelt ja, aber nicht verloren…

Das alles sind Ansätze, sind Versuche der Erklärung, WARUM Leid in der Welt existiert…

Die einen sagen: Leid existiert, weil wir in unseren Erwartungen enttäuscht sind, also erwarte nichts…

Die anderen sagen: Leid existiert, weil wir alle schuldig sind, also lass dich „begnadigen“, bekenne dich zur Schuld und du bist frei davon.

Wieder andere sagen: Alles ist nichts als ein Spiel, eine Inszenierung, also ist auch dein Leid nichts als ein Spiel, warum dann nicht einfach aufhören und ein anderes Spiel spielen?

Alle drei großen Konzepte bieten als Lösung vom Leid die Distanz dazu an.

Aus meinem Erleben mit Verstorbenen und Angehörigen kann ich das nicht bestätigen.

Ich sage, Leid IST! Es ist existentiell, es gehört zum Leben.

Leid und Empörung darüber gehören zum Mensch sein und wir mögen Trost in Religionen finden, wir mögen durch eine bestimmte Wahrheit die Kraft finden, unser Leid zu ertragen…

Aber es ist da!

Ich sagte, ich schaue darauf, was Religion mit den Menschen macht. Um genau zu sein: Ich schaue darauf, ob eine Religion die Menschen dazu befähigt, MIT-Gefühl mit Leidenden zu entfalten.

Eine Religion oder Philosophie, die das nicht tut, sondern die dazu aufruft, eine Schuldzuweisung zu geben, die ist kein Zuhause für mich, ebenso wenig wie eine, die mein Recht auf meine Trauer leugnet.

Verstorbene leiden mit, das habe ich tausend Mal in Verstorbenenkontakten erlebt…

Engel (Guides) leiden mit und setzen ihre ganze Kraft darein, zu trösten und zu ermutigen.

Der „Himmel“ ist eben KEIN emotionsloser Bewusstseinszustand…

Aber die Emotionen dort sind auf einer ganz anderen Frequenz: intensiver, gerichteter.

Wir hier, wir haben in unseren Gefühlen immer mit einer Mischung aus ganz irdischen Gefühlen und „himmlischen“ Emotionen zu tun.

Wir sind Menschen und ich meine, das gilt es, zu allererst zu akzeptieren.

Der Weg aus unserem persönlichen Leid kann nicht über die Distanzierung zu unseren Gefühlen gehen. Sonst spalten wir diese Gefühle nur ab und sie zeigen sich dann an ganz anderer Stelle um so mächtiger.

Eine Trauer, ein tiefes Entsetzen, eine heftige Empörung NICHT zu leben, sondern wegzurationalisieren, führt nur dazu, dass wir den Bezug zur Realität unseres Erlebens verlieren.

Wenn uns der Tod des geliebten Menschen trifft oder wenn wir selbst wissen, das es gilt Abschied zu nehmen von dieser Welt, dann sind wir mitten IM Leid.

Dieses Leid, das aufgeben zu müssen, was uns so teuer ist, ist unsere Realität! DAS ist unsere erlebte Wahrheit.

Ich habe nie erlebt, dass ein Verstorbener darum nicht wusste oder dass er dieses Leid seiner hinterbliebenen Angehörigen nicht geachtet hätte.

Er weiß um den Schmerz, um die Lücke, die niemand mehr füllt…

Warum dann die Kontaktaufnahme mit Jenseitigen? Weil sie uns ein DENNOCH zu schenken haben! Kein Trost für diejenigen, die eine „Schuld“ suchen…

Tod geschieht weder als Strafe, noch aus der Langeweile einer Seele heraus, die eben mal erleben will, wie es ist, zu trauern…

TOD geschieht! Er IST!

DENNOCH ist er Teil des Lebens.

Eines niemals endenden Lebens, denn Energie kann nicht verloren gehen, sie kann nur wandeln.

So müssen wir sagen, dass wir zwei Betrachtungsweisen haben: 1. Für uns inkarnierte Seelen IST der Tod existent, er ist es in der ganzen, unwiederbringlichen Härte, endgültig und unauflösbar.

Solange wir im Leben auf der Erde sind, trennt uns der Tod von den Jenseitigen. Darum ist unser Schmerz wahr und berechtigt, ist unsere Empörung recht und nachvollziehbar.

Darum ist unser Schmerz und unsere Trauer groß und menschlich.

2. Wenn wir selbst aus diesem Körper gehen, dann ist da KEIN Tod! Wir erleben unseren Tod NICHT.

Was wir erleben, ist der Wandel. Der eigene Tod ist das Bewusst werden des Wandels.

Darum genießen wir auch das ganze Mitgefühl unserer verstorbenen Lieben. Die Gestorbenen wissen, dass sie uns so sehr fehlen.

Und sie möchten uns helfen, zu verstehen, dass sie gewandelt sind, so wie wir eines Tages uns wandeln werden.

Sie möchten uns helfen zu verstehen, dass es Tod nicht gibt! Und dennoch erkennen sie an, dass wir in einer Welt, die „dem Tode zu“ ist, existieren.

Was ist nun der Sinn?

Das kommt auf die Perspektive an: Aus meiner momentanen, irdischen Perspektive heraus entschließt sich mir keinesfalls immer der tiefe Sinn.

Eines aber kann jeder nachvollziehen: Tod, Trauer, Schmerz, Empörung wandelt uns. (In welche Richtung, dass ist das eigentlich Interessante.)

Aus einer übergeordneten Sicht, bezogen auf das Leid ganzer Menschengruppen, ist das nicht anders …

Welches Bewusstsein hätte unsere Gesellschaft heute ohne die diversen Massenkatastrophen der Geschichte?

Aus jenseitiger Perspektive: ALLES wandelt sich stets, es gibt eine Entwicklung…

Es gibt eine Richtung, es gibt die Evolution des Bewusstseins. Eine Religion, die nur einen Teilaspekt umfasst, ist mir persönlich zu eng.

Ich meine, dass es Sinn macht, alle drei Stufen anzuerkennen.

Ein leidender Mensch kann keinen Trost dadurch erfahren, dass er davon hört, dass es ein übergeordnetes Prinzip gibt, das sein Leid sinnvoll findet.

Er braucht den ganz persönlichen Sinn seines Leidens und den findet er nur, wenn er begreift, dass ihm das, was er erfährt, verändert und dass er aus der Veränderung heraus zu etwas Stärkerem, Tieferem hin wächst.

Es mag ihm auch Trost geben, dass der, um den er trauert, sich gewandelt hat zu jemandem freieren, helleren, zum froheren Sein hin.

Und es mag ihn auch trösten, dass das letzte Ziel sicher eine Form von Vollendung ist, deren ganzes Ausmaß wir heute noch nicht begreifen können.

Doch zuerst einmal gilt es, das irdische, das persönliche Leid anzuerkennen.

Deine Frage nach Gott? Wer und was ist Gott? Hm…

Moses fragte den brennenden Dornbusch, in dem Gott sich ihm offenbarte: Wer bist du? Was ist dein Name? Die Antwort: Ich bin, der ich bin!

Das ist, was ich so übernehme: Gott ist uns genau der, als der er uns erscheint… das, was WIR zu begreifen in der Lage sind.

Und ein weiterer Satz von Paulus: Alles ist aus Gott, in Gott und zu ihm hin!

Und der erste Satz des „Vater Unser“: Lieber Vater!

So ist er mir, liebe Simone: Persönlicher Vater meiner Seele, ansprechbar, manchmal auch spürbar, ganz nah in mir und um mich… in dir und durch dich… immer wirkend, auch un- und über-persönlich…

Alles in allem ist Gott mir genau das, als was ich ihn gerade brauche und begreife.

Liebe Simone, ich wünsche dir jederzeit Menschen, die dich in deinem Leid annehmen und bei dir und mit dir sind.

Was wir dazu beitragen können, das wollen wir gerne tun.

Und ich wünsche dir, dass du durch deinen Schmerz eine Wandlung erfährst, die dich stärker, tiefer und bewusster macht, als du es vorher warst. Denn dadurch erfährt auch der Tod deines Kindes die Ehre, die ihm zukommt.

Vor allem aber wünsche ich dir, dass du jederzeit den Mut hast, zu DEINEM Gott zu stehen, und du darin Kraft, Halt und Geborgenheit empfindest.

Alles Liebe, Uta!