0559: Geben und Nehmen im Zauberwald

Schutzengelkontakt

Geben und Nehmen im Zauberwald

Was bestimmst du, was wirklich wichtig wäre?

Bestimmst du die Anzahl deiner Atemzüge,
die du in deinem Leben machen wirst, die Schläge deines Herzens?
Bestimmst du, welchen Menschen du begegnen wirst
und welchen ganz sicher niemals?
Bestimmst du, ob dich die Sonne brennt oder du genug Nahrung und Kleidung bis zum Ende deiner Tage haben wirst?

Wenn du ehrlich bist, geht es dir nicht anders als der Bienenkönigin
oder den Rehen oder dem Wolf.
Aber WAS du bestimmen kannst, ist, ob du die Einstellung der hungernden Eule weiter teilen willst oder nicht.


Zweites Guide Reading für Rita.

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Rita zu verbinden, Rita bittet um diesen erneuten Kontakt.

Ich gehe auf einem Höhenweg entlang, unter mir ein grünes Tal, Wiesen, Felder … es ist heiß, im Gras neben dem Weg höre ich Heuschrecken und über mir treibt ein Greifvogel im Aufwind …
Es ist so schön hier, dass ich einfach beschließe, mich auf einen der großen Felsblöcke zu setzen.
Der ist ganz warm, gut fühlt sich der Stein an … ich schließe die Augen und atme tief diese wunderbare Luft ein: Harzgeruch und etwas Pilz …

J: Hmhm, darf ich mal stören?
Lachend steht Johannes vor mir, in der Hand hält er Walderdbeeren.
Hier, magst du?

U: aber immer!

J: Du genießt das hier, ja?

U: Oh ja, danke, dass du mir einen solchen Platz geschaffen hast …

J: danke, dass du dich daran freust! Aber bist du sicher, dass du das darfst?

U: was?

J: Dich an all dem hier freuen?

U: Wer sollte es mir verbieten?

J: niemand mehr da?

U: nein … niemand mehr …

J: Aber es gab sie, oder?

U: Es gab sie … ja …

J: Wo sind sie hin, deine Ankläger?

U: Sie haben sich verwandelt in meine Anwälte.

J: Wie ist das passiert?

U: Ich habe mit ihnen geredet, wir haben erkannt, dass ihre Anklagen nichts als Angst waren … aber es waren ihre Ängste, nicht meine …

J: Du hattest auch eine Angst!

U: Ich hatte die Angst, sie könnten recht haben.

J: Recht womit?

U: Dass es besser wäre, wenn ich nicht lebe …

Johannes setzt sich zu mir, er spielt mit einem Grashalm, versucht darauf einen Ton zu pfeifen, lacht dann und sagt:
Das krieg ich nicht einmal im Jenseits hin!

Rita, Uta und du, ihr habt etwas gemeinsam:
Ihr habt in der Kindheit Angst bekommen, Angst davor, dass ihr eigentlich NICHT leben dürftet.
Es ist sogar für mich schwierig, dir das Gegenteil zu beweisen, aber ich bitte dich so sehr, dass du es jetzt mit mir versuchst.

Das hier, meine Rita, das ist ein Zauberwald, hier können Tiere und Pflanzen sprechen … ich möchte, dass du mich begleitest … komm, meine kluge, alte Seele, lass dich verzaubern (lächelt).

Und du, Uta, du wirst alles aufschreiben, was du siehst!

U: Mach ich!

Wir gehen weiter in den Wald hinein, über dicht bemooste Stellen führt der Weg bergauf, bis wir vor einer sehr alten Tanne stehen bleiben.
Auf ihrer Sonnenseite ist ein großes Nest wilder Bienen.
Johannes streckt die Hand aus, greift – ohne dass er von den anderen Bienen angegriffen wird – hinein und zieht sehr umsichtig genau die Wabe heraus, in der die Bienenkönigin liegt.

J: Entschuldige bitte, dass ich dich störe, Königin, aber ich komme in einem wichtigen Anliegen.
Es geht um meine Seelenfreundin Rita, sie will weiser werden, als sie es bisher war, und deshalb komme ich in ihrem Namen zu dir, um dich nach deiner Weisheit zu fragen.

Königin: Nun, ob ich weise bin oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis, aber frag mich nur, ich werde aus meinem Sein heraus antworten.

J: Sag, Königin, deine Bienen sammeln sehr eifrig, mir scheint, als würden sie alles nehmen, was sie nur kriegen können …

K: Ja, da hast du recht, diesen Auftrag gab ich ihnen: Nehmt, was ihr kriegen könnt!

J: Aber ist das nicht Gier?

K: Von Gier weiß ich nichts. Was soll das sein?

J: Das ist, wenn man sich mehr nimmt, als man braucht!

K: Ich weiß nicht, wie viel ich brauchen werde.
Ich weiß nicht, wie lange der nächste Winter dauern wird.
Aber eines weiß ich ganz gewiss:
Der, der alles lenkt, der gibt diese Fülle an Blüten dieses Jahr.
Und wenn er Fülle gibt, dann ist es nicht recht, sein Geschenk auszuschlagen.
Und nun sei so gut und setz mich wieder in meinen Bienenstock, aber vorsichtig bitte!

Johannes tut, wie sie es sich wünscht, dann winkt er mir zu, ihm zu folgen und nun geht es hinab.
Wir müssen ganz nach unten an den Fuß des Berges gehen, darüber wird es langsam Abend. Endlich verlangsamt Johannes seinen Schritt, ich soll leise sein und mich ducken, fordert er mich auf.
Dann zieht er Zweige auseinander, hinter denen wir uns versteckt haben.
Keine zehn Schritte von uns entfernt trinken fünf Rehe aus einem sehr kleinen Teich, klares sauberes Wasser entspringt einem Rinnsal, das etwas oberhalb dieser Stelle beginnt.
Johannes geht auf die Tiere zu. Das scheinbar Älteste von ihnen hält inne und schaut Johannes an.

J: Grüß dich, Großmutter Ricke, wie geht es dir?

R: Ach gut, es ist mein letzter Sonnenuntergang und ich bin so dankbar, dass ich ihn mit meinen Töchtern hier an diesem Wasser erleben darf.

J: Das ist wenig Wasser, ihr trinkt das Teichlein fast leer!

R: Das ist wahr, wie schön, das wir ihn gefunden haben! Wir sind so durstig!

J: Aber wenn ihr ihn leer trinkt, wer wird dann noch Wasser finden?

R. (lacht): Oh, du fragst nach Menschenart!
Weißt du nicht, dass der, der alle Dinge lenkt, viele Quellen in diesem Wald verteilt hat? Nie hörte ich davon, dass eines seiner Wesen verdurstete.

J: Dann nimmst du, was du nehmen kannst?

R: Ja, und ich freue mich darüber!

J: Aber hast du noch nie davon gehört, dass man nehmen und geben soll?

R: (Lacht) Du stellst heute sehr dumme Fragen, Bruder Johannes!
Ich werde bald geben, was ich geben kann.
Wenn der Mond seinen höchsten Punkt erreicht, gebe ich alles zurück, was ich mir je nahm, und auch darüber freue ich mich heute Abend!
Geh nur, dort oben wartet er schon, der Bruder Wolf, frag ihn.
Dann verstehst du!

Mit diesen Worten wendet sich Großmutter Ricke ab und trinkt wieder von dem klaren Wasser, so viel sie nur nehmen kann.

Johannes winkt mir, ihm zu folgen.
Es ist nicht weit, aber etwas mühselig, wir müssen uns durch dichtes Unterholz bewegen, obwohl es schon fast dunkel ist und dichter Nebel aufsteigt. Hinter einem Felsen sehen wir den wunderschönen Kopf eines Wolfes …

W: Halt, wer da? Parole?

J: ich bins, Bruder Johannes! Parole: Menschenliebe!

W: Gut, die Parole gilt, du darfst kommen!

J: Bruder Wolf, wie nett von dir, uns zu empfangen!

W: Nun ja, aber fass dich mit deinem Anliegen bitte kurz, sobald der Mond seinen höchsten Punkt erreicht hat, muss ich das nehmen, dass der, der alles lenkt, für mich und unsere Welpen gibt!

J: Das Nehmen ist deine Pflicht?

W: Ja, wie sonst könnten wir überleben!

J: Du wirst das nehmen, was Großmutter Ricke zu schenken hat?

W: Das werde ich tun! Sie schenkt uns Leben mit ihrem Leben. Ich bin ihr sehr dankbar dafür!

J: Aber du nimmst doch nur! Was gibst du ihr zurück?

W: Ihrem Stamm gebe ich gesunde Mitglieder, sie werden gut durch den Winter kommen, die Nahrung wird reichen für alle.
Dafür nehme ich es auf mich, dass mich keiner von ihnen liebt.
Sie werden mich grausam nennen und fürchten und rennen, wenn sie mich wittern. Nur Großmutter Ricke nicht, denn sie ist weise geworden mit den Jahren, sie versteht:
Alles ist Geben und Nehmen, nur so ehren wir den, der uns geschaffen hat.

Und nun geh, der Mond steigt, ich werde jetzt gebraucht …

Damit unterbricht Johannes unsere Wanderung und wir sind wieder im Sonnenschein oben auf dem Höhenweg.

J: liebe Rita: Geben UND Nehmen … das ist der wahre Gottesdienst.
Siehst du, die Natur, die Tiere und Pflanzen, sie wissen darum.
Gott zu lieben, heißt zu nehmen, was er ihnen gibt!
Sie wissen nichts von Gier, sie wissen nichts von Unrecht, sie wissen nichts von Schuld …
Sie nehmen, was sie bekommen und geben, was sie zu geben haben, und das eine wie das andere ist ihnen Glückseligkeit.

Wie anders ist es mit dem Menschen, wie weit entfernt kann er davon sein!

Liebe Rita, du bist nun eine Frau an der Schwelle zur Weisheit!
Du bist nun eindeutig in der Hoch-Zeit der Menschenkraft, und doch fühlst du dich schwach und ermattet.
Der Alltag ist dir Mühe und die größte Last scheinst du dir manchmal selbst zu sein.

Warum ist das so, fragst du dich?
Rita, viel zu früh hast du verlernt, leichten Herzens zu nehmen.
Es ist als hätte dir jemand gesagt:
Rita, du DARFST nichts nehmen, ohne SICHER zu sein, dass es dir zusteht.
Nun ja, indirekt wurde es dir so vermittelt …
Nur, liebe Rita, JETZT hat dir niemand mehr etwas zu sagen!
Jetzt bist du erwachsen und du entscheidest.
Was meinst du, traust du dir zu, die Verantwortung für das, was du nimmst, zu tragen?
Traust du dich, so weise zu sein wie Wolf, Biene und Reh?
Nehmen!
Rita, nehmen, was dir gegeben wird, die Fülle empfangen …
Komm, wir müssen noch einmal in den Wald.

Wieder geht es bergauf, bis wir nach großer Anstrengung endlich den Berggipfel erreicht haben. Dort auf einem vom Blitz zerschlagenen Stamm hockt eine Eule.
Sie sieht gar nicht gut aus. Mager und zerzaust schwankt sie hin und her …

U: Was ist mit ihr, ist sie krank?

J: Nein … eigentlich nicht, sie ist mutlos … hör zu.

J. (fröhlich und laut): Grüß dich, Eule!

E: Pst! Hach … nicht so laut!

J: Was ist denn los mit dir, eine so schöne Mondnacht …

E: Interessiert mich nicht!

J: Aber sag mal, da schau nur, die Mäuse tanzen ja um dich herum!

E: Ach die Mäuse, ja, die machen, was sie wollen …

J: Ja, das sieht man leicht.
Aber warum nimmst du dir nicht eine, das werden ja immer mehr!

E: Nein, ich mag nicht!

J: warum nicht? Die sind doch für dich!

E: Na, ich weiß nicht, wenn dann die Rechnung kommt?

J: was für eine Rechnung?

E: Ja, vor einer Woche hab ich zwei Menschen zugehört, die haben genau da gesessen, wo du jetzt stehst. Die haben sehr klug geredet.
Sehr viel gewusst, ja Wissende eben, da kommen wir Tiere nicht mit.
Und die haben sich darüber unterhalten, dass man für alles im Leben bezahlen muss!
Seit dem esse ich nichts mehr, ich wüsste nicht, wie ich bezahlen sollte. Mir ist schon ganz übel bei dem Gedanken, wie viele Schulden ich inzwischen habe und wie das sein wird, wenn die Rechnung an meinem letzten Tag aufgemacht wird.

J: oh, du arme Eule! Das waren keine Wissenden, die waren sogar ganz unwissend. Wenn sie wissend wären, dann wüssten sie, dass der, der alles gibt, alles umsonst gibt.
Dann wüssten sie, dass man gar nichts bezahlen KANN.
Weil alles, womit sie zahlen könnten, doch auch schon ihm gehört!

E: so? Ist das so? Aber ich hab dich vorhin belauscht.
Die Ricke hat doch auch bezahlt!

J: ja, aber womit? Mit etwas, das ihr gehört hat?

E. Nun, mit ihrem Leben!

J: und? Hat sie das Leben denn von sich selbst genommen?

E: Nein, natürlich nicht, sie hat es von dem, der alles gibt!

J: Siehst du! Das mein ich eben!

Eine Weile lang scheint die Eule nachzudenken, dann schaut sie auf die Mäuse, die vor ihr herumtollen, spreizt ihre Federn, fliegt auf und schnappt sich eine, um mit dieser davonzufliegen.

J: Liebe Rita:
„Ich muss für alles bezahlen, und je wunderbarer etwas ist, um so höher ist der Preis!“
So in etwa glaubt es deine Seele.
Und du wunderst dich, dass du immer schwächer wirst?
Rita, nichts muss bezahlt werden, womit wolltet du das lebendige Leben bezahlen?

Wenn man ein Kind ist, denkt man wie ein Kind …
Doch nun bist du zur Frau geworden und es wird Zeit, dass du als reife Frau denkst.
Du hast so viel Kraft in dir!
Aber diese Kraft ist wie ein alter Brunnen, den schon lange niemand mehr benutzt hat.
Wenn so ein alter Brunnen nicht benutzt wird, dann mag es sein, dass sich Sediment und Schmutz vergangener Tage in ihm ablagern und es mag sogar sein, dass ganz vergessen wurde, wie frisch und klar sein Wasser ist … aber das ändert nichts daran, dass dieses Wasser in ihm ist.

Nun wird es Zeit, dass du dir einen Eimer nimmst, und ein starkes Seil und diesen in deine Tiefen hinablässt und endlich aus der Fülle schöpfst.

Hab keine Angst mehr, es zu versuchen, du musst das Glück, das dir gegeben wird, nicht mit Schmerz bezahlen!
Du musst dich nicht für deine eigene Fülle schämen, nur weil du so lange keinen Zugang mehr zu ihr hattest …
Inkarnationen sind vergangen, seit du aus deiner Quelle genommen hast, aber mit jeder Inkarnation ist dein Durst größer geworden und jetzt endlich bist du an dem Punkt, an dem wir dir sagen dürfen:
Nimm einfach!
Hör auf, zu rechnen!
Nimm das Leben!
Und wenn du überhaupt etwas bezahlen möchtest, dann bezahle mit Dankbarkeit.

Du bist nicht WENIGER, glaub es nicht!
Du bist aber auch nicht MEHR, du bist Teil des lebendigen Lebens, so wie wir alle.

U: Vielen Dank, Johannes, du hast deine Rita sehr lieb, ich fühle eine sehr starke Emotion …

J: Das habe ich, ja, und das ist völlig normal.
Rita, dein Leben ist nicht vertan, es fängt gerade erst an, DEIN Leben zu werden … nur bitte hör auf, an die große Rechnung zu glauben.

U: Johannes, ich würde jetzt gerne Ritas Fragen stellen, wenn ich darf.

J: Du darfst, natürlich darfst du!

U: Rita fragt: Zuerst einmal möchte Rita sich für die wertvollen Worte aus dem letzten Reading bedanken. Sie konnte einiges danach besser verstehen und anders bewerten!

J: Ja, und ich danke ihr für ihre sehr ernsthafte Auseinandersetzung damit. Das hat mir vieles leichter gemacht.

U: Im letzten Reading ging es darum, in ihre Empfindungsfähigkeit zu kommen, um diese Leere in ihr zu füllen.
Bis heute hat sie nicht herausgefunden, wie.
Gibt es vielleicht eine Übung, die sie jeden Tag machen kann, um diese Mauer zu ihrer Seele zu durchbrechen?
Oder anderes?

J: Rita, du hast sehr viel mit dir allein ausgemacht, und wenn du einmal vergleichst, wie viel weiter du heute bist als noch vor zehn Jahren, dann siehst du, dass es viel war, was du bewirkt hast.
Aber an diesem Punkt kommst du ohne einen Helfer nicht viel weiter!
Denn hier liegt die URANGST!
Du kannst nur mit DEINEN Augen auf dich schauen!
Doch was du brauchst, ist hier etwas ganz anderes:
Du brauchst dein Spiegelbild in den Augen des erfahrenen Helfers.
Denn sonst schaust du in das GESPENST, das du dir selbst machst.
Du bist ambivalent, du sehnst dich zum Kontakt mit deiner Seele und gleichzeitig misstraust du in die Güte dieser Seele …
Wie könntest du das allein durchbrechen?

Ich spreche NICHT von den Komplimenten, die man dir machen könnte, wir wissen beide, dass du darin keinen Halt findest.
Ich spreche von der tiefen Reflexion dessen, was ist.
Deine SELBST-Wahrnehmung ist defizitär.
Lass dir helfen, Rita.

Nehmen, Rita, was schon am Weg liegt.

U: Seit über einem Jahr geht es ihr wieder schlechter als zuvor, jedenfalls bewertet sie es so. Sie fühlt sich belastet und auch erschöpft.
Ihre Zwänge, der permanente Versuch, einigermaßen im Gleichgewicht zu bleiben, die Schlafstörungen, das überarbeiten usw. erlebt sie als enorm anstrengend. Sie weiß nicht, was es zu bedeuten hat, warum diese Krise nun schon so lange dauert?
Was hat sie hier nicht verstanden?
Was kann sie anders machen?

J: Meine Liebe, ich denke, du weißt es jetzt?
NEHMEN, Rita, ohne die Rechnung zu fürchten.
Rita, du hast versucht, durch Unterdrückung deiner Bedürfnisse eine Zeche zu zahlen, die nur in deiner Fantasie existiert.
Niemand rechnet dir auf, meine Liebe, niemand!

Rita?
Weiß du es immer noch nicht?
Dein Leben ist gewollt! Rita soll SEIN!
Kein Geringerer als Gott stimmte deiner Seele zu, als sie sagte:
Ich will wieder SEIN.

Aber die Angst davor, dass Nehmen und Geben nicht zu beherrschen, zu viel zu nehmen und mit einer schrecklichen Forderung am Ende konfrontiert zu werden, das raubt dir deinen Zugang zu deiner tiefsten Quelle.

Wie die Eule hat deine Seele vermeintlich Wissenden geglaubt, es wird Zeit, dass du vom Wissen in die Weisheit kommst.
Glaub mir, du brauchst dazu nicht viel.
Sei ein Beobachter der wahren Natur der Dinge.
Alles unterstützt einander, eines hilft dem anderen, dass sich letztlich alles so fügt, wie es gut ist.

Aber was bleibt dann an Berechenbarkeit?
Oh, nichts im Detail, aber alles in allem, wenn du das in der ganzen Tiefe begreifst.

Bitte, liebe Rita, wende deine Achtsamkeit dieser Weisheit zu.
Sag selbst: Was bestimmst du, was wirklich wichtig wäre?
Bestimmst du die Anzahl deiner Atemzüge, die du in deinem Leben machen wirst, die Schläge deines Herzens?
Bestimmst du, welchen Menschen du begegnen wirst und welchen ganz sicher niemals?
Bestimmst du, ob dich die Sonne brennt oder du genug Nahrung und Kleidung bis zum Ende deiner Tage haben wirst?

Wenn du ehrlich bist, geht es dir nicht anders als der Bienenkönigin oder den Rehen oder dem Wolf.
Aber WAS du bestimmen kannst, ist, ob du die Einstellung der hungernden Eule weiter teilen willst oder nicht.

U: Mit ihrer Ernährung (vegane Rohkost) hat sie neue Wege für sich eingeschlagen. Sie möchte dich gerne fragen, ob das nur ein „Tick“ von ihr ist, der im Zusammenhang mit ihren Essstörungen steht …
Oder ob es nur ein Bewältigungsversuch ist, eine Ablenkungsstrategie von den eigentlichen Problemen …
Oder ob die Wahl der Ernährung für sie von tiefer gehender Bedeutung ist, vielleicht auch einer Aufgabe, die für sie dahinter steht.

J: Ich denke, aus dem, was ich dir versuchte, anschaulich zu machen, ahnst du nun schon meine Antwort.
Liebe Rita.
Es geht um Macht und Machtlosigkeit.
Wenn du MACHT über deine Neigungen hast, bist du dann mächtig?
Ist die Eule, weil sie die Mäuse NICHT nimmt, mächtiger als vorher?
Ist Verweigerung MACHT?
Nein, natürlich nicht.
Darum geht es, mein liebes Herz:
um Macht und Ohnmacht.
Die Biene, die Ricke, der Wolf, sie haben kein Problem mit ihrer Macht und Ohnmacht.
Warum nicht? Was unterscheidet sie von der Eule?
Sie vertrauen.

Die Eule hat durch das Geschwätz der Menschen ihr Vertrauen verloren. Du hast durch verschiedene Inkarnationen und durch deine Kindheit dein Vertrauen verloren. Aber es IST DA!
DAS IST DAS WASSER DEINES BRUNNENS!

Es ist da, es wird ewig da sein, ob du davon schöpfst oder nicht, da ist es.
Und es ist völlig ohne dein Zutun da, du musst es aber NEHMEN.
Kannst du das aushalten?
Etwas zu nehmen, ohne zu bezahlen?
Kannst du aushalten, dass du da nichts beeinflussen kannst?
Das ist eine sehr ernste Frage, meine Liebe!
Reib dich daran, ich bitte dich.

Gerate in Aufregung: NEHMEN, ohne irgendetwas bezahlen zu können.

Nun ja … du könntest immerhin damit BEGINNEN, nicht mehr.
Ich weiß, das ist schwierig.
Verweigern scheint unempfindlich zu machen gegen die Unberechenbarkeit des Lebens …
Aber in Wahrheit macht Verweigern nur arm und schwach und krank.
Und ist, wenn du noch tiefer gehst, eine Anklage!
Auch das scheint Macht zu sein, aber in Wahrheit ist es SELBST-Schädigung. Nehmen bedeutet, so zu sein, wie du eben bist.

Nicht besser als andere, nicht schlechter, Teil von allem!
Aber wie kannst du dann mit deinem Schmerz umgehen? Wo bleibt das Wehklagen?

Dein Schmerz, meine liebe Rita, ist ja berechtigt!
Deine Anklage aber ist ungerichtet gegen DAS, WAS IST …
Wie ein Kind, das nur weint, aber nicht in der Lage ist, zu sagen, WO es wehtut und warum …
Lass dir helfen, erwachsen zu werden!
Du bist jetzt dir eine Mutter, weißt du das?
Ist dir die ganze Bedeutung dessen klar?
Aber du bist in zwei Rollen gleichzeitig:
Du bist dir die Mutter, die zu wenig gibt und die Tochter, die wehklagend darunter zu leiden hat.

Nun, es wäre jetzt die Zeit, die gute Mutter zu sein, was meinst du?
Reicht dein Mut?
Reicht deine Wut?
Reicht dein Wille, zu werden, was dir zusteht?

Du entscheidest, denn du BIST erwachsen.
Ich weiß, du KANNST, ich kenne deinen Brunnen.
Wirst du nehmen, was du brauchst?

U: Rita fragt, welche Bedeutung Tinkas Diabetes für sie und Tinka hat?

J: Uta, was sagt der Rüdiger Dahlke über die Bedeutung von Diabetes?

U: Die Süße des Lebens nicht nehmen dürfen.

J: Tinka zeigt, worunter du leidest, gleichzeitig kannst du SIE umsorgen und musst so nicht DICH umsorgen, was dich in innere Konflikte bringen würde …

U: Ihre Arbeitsstelle empfindet sie als zunehmend belastend, was soll oder kann sie verändern? Soll sie überhaupt diese Arbeit noch machen?

J: Rita, dies ist keine gute Zeit, die äußeren Umstände zu verändern.
Hab Geduld, dies wäre mein Vorschlag, doch es steht mir nicht zu, dir zu sagen, was du tun sollst oder nicht.

U: Ja, lieber Johann, dann wären wir am Ende des Readings, ich möchte mich sehr bei dir bedanken, du hast dir große Mühe gemacht, dein Anliegen zu erklären.

J: Uta, ich weiß, dass Rita jetzt den Schritt machen kann, allen Mut zusammen zu nehmen und es zu wagen, zu NEHMEN.
Ich weiß, welche Kräfte in ihr sind und ich bin so froh, dies endlich sagen zu dürfen.

Rita, schau auf dein Leben, so viel Leid hast du überstanden, so viel Einsamkeit überwunden … und doch bist du weder ein bitterer noch ein boshafter Mensch geworden.
Wie gut muss deine Seele sein, um solche Siege errungen zu haben?
Denk nach, es ist völlig unlogisch, davon auszugehen, dass du es nicht WERT bist, zu SEIN.
Im Gegenteil!
Aber, Rita, wer sich nicht zu nehmen wagt, der gibt auch nicht in Freude, der erschöpft sich nur, der opfert sein SELBST …

Aber wer hat dir dein Selbst gegeben? Wie kannst du es dann opfern?
Heraus da aus der Wut, komm, komm und NIMM endlich LEBEN!

Danke, Uta, ich hoffe sehr, sie beginnt, zu verstehen.
Dir sage ich auf Wiedersehen und danke für deine Kraft, die du gegeben hast.
Wirst du jetzt nehmen?

U: Ganz gewiss, gut, dass du mich erinnerst…

J: Siehst du, Rita, auch sie muss erinnert werden…
Die meisten Menschen müssen erinnert werden!
(Lächelt, winkt noch einmal und geht dann.)