0617: Die Lehre von der Liebe, die über alles siegt.

Das Reading mit einem Schutzengel zu den Themen

Die Lehre von der Liebe, die über alles siegt.

Die harte Liebe zu einem Kind,
das unter Borderline oder ADHS leidet.

ADHS und Borderline als Folge des zweiten Weltkrieges


Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Anita zu verbinden.

Ich stehe auf einem Berghang, ein schmaler Weg führt quer durch eine Wiese hinab zu einer Almhütte.
Es ist Sommer und von der Hütte her winkt mir eine Frau zu, ich soll zu ihr kommen.
Ein mühsamer Weg und ich frage mich, warum sie es mir so schwer macht. 
Endlich angekommen, setze ich mich zu ihr auf eine einfache Holzbank.

Sie ist blond, groß und mollig. Ihr dichtes Haar trägt sie in einem langen Zopf wie eine Krone, einzelne weiße Haare verraten, dass sie wenigstens Fünfzig ist, wenn nicht älter, ihre Hände sind stark wie von jahrelanger harter Arbeit.

Das Gesicht ist weich und weiblich, die blauen Augen ganz sanft und tief und es geht eine solche Ruhe von ihr aus, das ich meinen Unmut über den Abstieg ganz vergessen habe, aber sie spricht es selber an: Schau, ich kann dir nicht entgegenkommen, ich konnte in dieser Situation niemandem entgegenkommen, das hier hat es verhindert! Sie lächelt, hebt den dunklen Rock ein wenig und ich sehe abgemagerte Beine, die in einer merkwürdigen Stellung sind. Das erinnert mich an Gelähmte.

Als ich das denke, sagt sie: Ja mei, das war halt ein Unglück, da oben war ich und ich hab den Halt verloren, bin gefallen und dann war’s aus mit dem Gehen!

Aber es war nicht aus mit mir, nicht aus mit der Lebendigkeit, ja nicht einmal aus mit der Lebensfreude. Im Gegenteil, es fing alles gerade erst richtig an.
Aber es ist wohl an der Zeit, dass ich mich vorstelle?

Regina, so soll mich die Anita nennen, ich bin ihre Regina und dies hier ist Tirol 1903, meine letzte Inkarnation.

Du, schau, nimm uns Milch und Brot, da findest du alles und dann lass uns plaudern.
Siehst, schön ist es hier und schön ist mein Leben.

Ich gehe in eine niedrige Stube, überall hängen Kräuter und auf einem Tisch sehe ich ein dickes Buch. Jemand hat damit begonnen, eine Zeichnung von einer Wiesenblume zu machen, die ich nicht kenne. Ich gehe wieder zu ihr und bringe ihr, was sie sich wünscht.

Eine Frage brennt mir auf der Zunge: Warum tust du das, im Jenseits ist niemand gelähmt, wieso machst du das hier?

R. Lacht: Nein, niemand ist gelähmt, niemand ist machtlos, aber darum geht es mir! Ich will der Anita von mir erzählen, damit sie versteht, dass Machtlosigkeit immer nur in unserem Kopf existiert…

Es kommt immer darauf an, wie wir die Dinge betrachten. Schau, ich konnte mich grad noch einige Meter weiterschleppen mit den Krücken da und ich dachte, jetzt ist es aus mit der Lustigkeit.
Wovon sollte ich leben, ich war mein Lebtag nie etwas anderes als Magd. Im Sommer auf der Alm und im Winter in Stall und Hof und manchmal auch in der Stadt im Beisel als Bedienung.
Es gab ja schon die ersten Wintergäste. Aber was soll ich nur tun, lahm wie ich war, kam ich nimmer mehr auf den Berg!

Aber dann hab ich gedacht, das will ich doch erst einmal sehen! Das glaub ich doch nur, das weiß ich doch gar nicht!

Und da hab ich angefangen, mir eine Liste zu machen, noch im Spital hab ich sie gemacht. Da hab ich drauf geschrieben, was ich weiß, auf die eine Seite und das was ich glaub, auf die andere Seite.
Also: Ich weiß, dass ich nimmermehr laufen kann…
Und auf die andere Seite: Ich glaub, dass ich nie mehr auf die Alm komm.

Und dann hab ich aufgeschrieben, warum ich das glaub: Weil ich allein dorthin mit meinen lahmen Beinen nicht komm.

Und dann hab ich geschrieben: Ich weiß, das ich starke Burschen kenn und Freunde hab…
Und auf die andere Seite: Ich glaub, dass die mir nicht helfen werden, auf die Alm zu kommen…

So eine lange Liste ist das geworden und am Ende hab ich auf den ersten Blick gesehen, das ich ganz wenig wirklich weiß und das Meiste einfach nur glaube.

Da hab ich geschaut, das, was ich glaube, zu überprüfen.
Hab gefragt und gebeten, erklärt und zugehört und am Ende, da hatte sich meine Liste völlig verändert!

Da war die Seite mit den Dingen, die ich wusste, länger als die, die ich glaube.

Da stand dann nur noch ein einziger Satz: Ich glaub, dass Gott mir hilft!
Das konnte ich nicht überprüfen! Das musste ich ausprobieren.

Siehst du, Uta, ich will, dass meine Anita sich auch so eine Liste macht.
Denn weil ich überprüft habe, was mein Glaube ist, habe ich mein Leben aus der Ohnmacht herausgeholt.

Meine Freunde haben mich auf meine Alm gebracht…
Ich konnte weiter meinen Käse machen und Butter, dass andere hat meine Freundin getan…
Und ich konnte zwar selbst keine Kräuter mehr sammeln, aber mein Wissen weitergeben an unseren Apotheker…
Und ich konnte zwar nicht mehr zu den Leuten hinabsteigen, aber ich konnte mich tragen lassen und sie haben es gern getan und ich hab mich gerne tragen lassen.
Im Winter konnte ich in der Nähstube arbeiten. Alles war gut.

Nein, natürlich es war nicht wie früher, aber es war gut.

Denn ich hatte etwas so Wunderbares gelernt: Mein Glaube an meine Ohnmacht hätte mich fast in den Wahnsinn der Verzweiflung getrieben. Und warum hatte ich diesen Glauben?

Weil ich dem starken Band, das zwischen allen Menschen ist, nicht vertraut hatte.

Ich glaubte so sehr daran, immer alles ganz allein schaffen zu müssen. Ich glaubte daran, dass mir nur das zusteht, was ich mir mit eigener Kraft nehmen konnte und ich hatte ganz übersehen, dass ich Teil einer Gemeinschaft bin!
Ich nehme und gebe und so war es gut.

Weißt du was? Es war die schönste Inkarnation, die ich hatte!

Schau, wenn man so sehr davon überzeugt ist, immer stark, unabhängig und klug zu sein und zu handeln, dann hat man eine große, große Angst davor, gerade das zu verlieren! Man ist stets in Sorge, nur ja alles richtig zu machen, um sich selbst sicher zu fühlen!

Alles, alles hängt davon ab, stark zu sein! Und immer im Gleichgewicht zu bleiben.

Weißt du wie schwierig das ist, wie viel Kraft das kostet?

Wenn du solche Angst davor hast, deine Stärke und dein inneres Gleichgewicht zu verlieren, oh, dann versuchst du mit allen Mitteln, dich vor Angriffen zu schützen…
Dann versuchst du, immer wachsam zu sein, immer klug, immer besonnen….
Was meinst du? Geht das?

U: Sicher nicht!

R: Nein, natürlich geht es nicht!

Angst wird zum zentralen Thema! Und diese Angst lenkt ab von den eigentlichen Aufgaben des Lebens: Sie macht kleinlaut, wenn man eigentlich einmal laut werden sollte. Und manchmal macht sie auch laut, wenn man eigentlich besser leise sein sollte!
Was, denkst du, fehlt?

U: Ich weiß nicht.

R: Vertrauen fehlt! Vertrauen in andere und Vertrauen in die Kräfte des Universums.

Alles hängt von meiner Stärke ab, es ist sehr, sehr wichtig, dass meine Stärke erhalten bleibt. Das lenkt im Übrigen auch von den Bedürfnissen der anderen ab. Siehst du, es ist so paradox, was diese Angst scheinbar heilen könnte, wäre die GEWISSHEIT, dass andere einem helfen, wenn die eigene Kraft nicht reicht!

Aber gerade diese Gewissheit kann eben nicht aufkommen, weil man den anderen NICHT vertraut.

Anita hat schon soviel gemeistert, sie ist schon so, so viel mehr aus dieser Angst heraus gewachsen!

Aber es muss schon noch etwas mehr kommen, etwas mehr Vertrauen in andere und in das was größer ist als Alle.

Schau, ich liebe sie, und ich verstehe, WIE schwer es jedes Mal für sie war, wenn sie befürchten musste, allein dazustehen, ich weiß, welche Not das war.

Aber das Problem bei ihr ist – genau wie bei mir einmal – zu unterscheiden, wann wirklich NUR SIE ALLEIN etwas verändern oder bewirken kann und wann sie die Verantwortung abgeben muss und anderen vertrauen muss.

Ja, es ist ein sehr, sehr schmaler Grad zwischen Resignation und Weisheit.

U: Gott, gib mir die Weisheit zu unterscheiden, wann ich handeln muss und wann ich aufgeben soll? So in etwa…

R: Was ist wirklich MEINE Aufgabe, was ist die der anderen, was ist die des Universums?

Wer solche inneren Ängste davor hat, seine eigene Kraft zu verlieren, weil er dem DU nicht vertrauen kann, der hat damit eine große, große Aufgabe!

Aber wer diese Ängste überwindet, der wird auch reichlicher belohnt als jeder andere!

Der wird ein Meister in Zusammenarbeit, im Schaffen von Harmonie und Gerechtigkeit…
Der kennt wie kein anderer die Bedeutung menschlicher Werte wie Treue, Vertrauen, Solidarität.

Eine Seele, die sich dieser Aufgabe stellt, die Angst davor, seine Kraft und einsame Ichbezogenheit aufzugeben, ist schon einen sehr, sehr weiten Weg gegangen.

Eine Seele, die lernen will, dem DU zu vertrauen, ist eine weise und mutige Seele und meine Anita hat es fast erreicht.
Ich bin sehr stolz auf sie, sehr, sehr stolz!

U: Ich würde dir gerne Anitas Fragen stellen.

R: Ja, gerne, es sind gute Fragen!

U: Sie fragt: Ich spüre, dass mein Lebensziel ein anderes ist als das, was jetzt ist. Was ist meine Aufgabe in dieser Inkarnation?

R: Dass du ein lebendes Beispiel bist für das Vertrauen in die Gemeinschaft der Menschen und das Vertrauen ins Göttliche.

Das ist deine Aufgabe, Anita!
Du bist eine Beraterin, du bist eine Lehrerin von Geburt an!

Lehrerseele, lernen und lehren, beides, und beides hat seine Zeit und seine Qualität.
Was du lernst, gehört nicht dir, es gehört der Gemeinschaft, dann ist es, das was du lehrst.

Verstehe doch deine Lektion, es eine so Wunderbare: Es ist die Lehre von der Liebe, die über alles siegt!

Die Liebe zu sich…
Die Liebe zum Nächsten…
Die Liebe zu allem, was lebt…

Liebe heißt nicht lieb sein, Liebe heißt Respekt haben vor den eigenen Grenzen und denen anderer und denen des Universums!

Liebe heißt, Zutrauen haben in die Kraft und Weisheit anderer und erst recht in die Gottes…
Liebe heißt fürsorglich sein zu sich und zu anderen…
Liebe heißt aufbauen, was schwach ist und zerstören, was zerstören will…
Liebe ist aktive Unterstützung all dessen, was geeignet ist, das Leben besser und friedvoller zu machen.

Liebe hat keine Angst…
Liebe hat Mut…
Liebe ist nicht berechnend…
Sie hat keine Soll und Haben, das sie gegenüberstellt…
Liebe überhöht nichts und erniedrigt nichts.
Liebe achtet in allem, was ist, die Weisheit Gottes.
Aber Liebe ist niemals hochmütig, niemals resignativ, niemals einseitig…
Sie sucht immer die Mitte, den Ausgleich, die Gerechtigkeit.

Das ist deine Aufgabe, alles das zu lernen und zu lehren. Ich weiß, dass es eine schwere Aufgabe ist, aber es ist auch eine sehr schöne!

Anita wo immer du bist, wo immer du arbeitest oder nicht arbeitest: Entweder bekommst du gerade Unterricht in Sachen Liebe oder du unterrichtest selbst!

Je bewusster du dir dessen bist, um so mehr kannst du bewirken und umso zufriedener ist dein Leben.

Du hast große spirituelle Kräfte, es mangelt dir nur am Vertrauen.
Wenn du dich von unserer Weisheit und Liebe auffüllen lassen willst, dir zum Wohl und anderen zum Segen, dann muss du aufhören, zu WOLLEN…

Dann brauchst du Vertrauen in unsere Liebe.

Du sollst dabei nicht deinen Verstand aufgeben und erst recht nicht deine Selbstbestimmtheit. Beides zu erhalten, ist uns wichtig…

Aber ohne dein Vertrauen geht nichts weiter.

Wir können uns nicht gegen deine Ängste stellen, die aufzugeben, ist deine schwerste Aufgabe. Aber du kannst nur lehren, was du gelernt hast.
Was du wirklich erfahren hast.

U: Anita hat sehr große Probleme mit ihrem Sohn, wozu soll das dienen, was ist der Sinn, der dahinter steht?

R. schaut ernst und mitfühlend: Ich weiß, es ist sehr, sehr schwer. Die Schwerste aller Übungen in Sachen Liebe. Es geht um die harte Liebe.

U: Ich weiß, was du meinst, aber könntest du es bitte Anita erklären.

R: Anita, Till MUSS lernen, dass seine Aktionen Reaktionen nach sich ziehen. Das muss er einfach, seine Seele braucht so sehr diese Erfahrung!

Er muss erleben, dass alles, was er tut, eine Folge hat.

Siehst du, seine Seele ist auf dem Niveau eines dreijährigen Kindes, er will alles ausprobieren, er sucht sich, weil er nicht weiß, wer oder was er ist!

Er hat überhaupt kein Gefühl für sich selbst und deshalb versucht er, sich in den Reaktionen anderer zu erfahren.

Das ist sehr gefährlich, denn er kennt kein Maß, kein Halt…
Niemand kann so einsam sein wie jemand, der keinen Zugang zu seinem Selbst hat.

Und niemand ist so abhängig von anderen wie diese Menschen.

Das spüren sie und es macht Wut und Angst auf alle anderen.

Glaub ihm nicht, wenn er sagt, dass er Wut auf sich hat!
Er kennt das gar nicht, er weiß nicht, was sein Ich ist und kann deshalb auch nicht wütend auf sich sein.

Aber er kann Wut auf alle anderen haben, die ihm nicht die Reaktionen bieten, die er haben möchte. Er ist wie ein Kleinkind im Trotzalter: Das immer nur nehmen will, aber nichts geben.

Ja, ich weiß, er gibt…
Aber sei bitte kritisch: Er gibt nur dann, wenn er damit etwas bewirken kann, was er erreichen möchte.

Er ist wie alle Dreijährigen ganz und gar auf seine Wirkung ausgerichtet: Nur wenn er eine Reaktion auf sich auslöst, fühlt er sich lebendig, hat er etwas, was er seiner ungeheuren bodenlosen Leere entgegensetzen kann!
Und es ist ihm dabei ganz egal, ob er sich damit schadet oder nicht, darüber kann er nicht nachdenken.

Es ist ganz wichtig, dass du IMMER! konsequent bist! Dass du immer die gleichen Grundsätze hast, die gleichen Grenzen und dich absolut daran hältst, was einmal ausgemacht wurde!

Ausnahmen versteht er nicht!
Er versteht nicht, dass er nicht immer mehr Grenzen überschreiten darf…
Er versteht nicht, dass er dich damit zerstört…
Dass er damit deine Gefühle völlig durcheinander bringt…
Dass er mit seinen anhaltenden Wechseln dich absolut verunsichert und du schon selbst nicht mehr weißt, wer und was du eigentlich bist und fühlst…

Anita, du musst dir eines ganz klar machen: In schlechten Phasen ist ihm die Wirkung seines Tuns auf andere, auch auf dich, völlig gleichgültig!
Dein Schmerz ist etwas, was er beobachten kann, aber er kann es nicht nachempfinden.

Was ist deine Aufgabe in dieser Situation?
Du bist es, die so viel Liebe zu ihm haben muss, dass sie ihm ganz klare Konsequenzen seines Handelns gibt. Das ist sehr, sehr schwer.
Aber es gibt keinen anderen Weg.

Er verhält sich so, dass du nicht mehr leben kannst. Dass du nur noch darauf ausgerichtet bist, zu vermeiden, dass es wieder ganz schlimm wird mit ihm?

Dann bist du schon ein Spielball seiner Krankheit!
Dann bist du die Marionette an seinem Faden und tanzt, wie es ihm gefällt.

Wer – wenn nicht du – kann ihn dann so sehr lieben, dass du den Mut hast, ihm die Konsequenz unsozialen Verhaltens zu zeigen.

Nicht drohen Anita, HANDELN!

Wenn du A tust, hat es B zur Folge!
Lass dich nicht darauf ein, dich von ihm für die Folgen seines Handelns verantwortlich machen zu lassen.

Nur er ganz allein ist aufgefordert, seine Verantwortung für sich selbst anzunehmen.

Es ist seine Sache, nicht deine.
Es ist seine Inkarnation, nicht deine.

Liebe ihn, aber liebe ihn UND dich.

Von wem – wenn nicht von dir – kann er lernen, dass seine Grenze dessen, was er anderen zumuten kann, da ist, wo deine Verantwortung für dich selbst anfängt.

Er hat nicht das Recht, von irgendeinem Menschen Selbstaufopferung zu erwarten.
Das ist so wichtig, dass seine Seele das versteht, so sehr, sehr wichtig!

Er kennt kein Mitleid, weder mit dir noch mit sich…
Er spielt damit, aber er empfindet es nicht.
Er kennt keine Fürsorge, weder zu sich selbst noch zu jemand anderen…
Er spielt es manchmal, aber er empfindet es nicht.

Wenn du ihn bewegen willst, etwas zu tun, dann nur, in dem du ihm etwas nimmst, was ihn schmerzlich oder unbequem ist.
Erinnere dich, wie man Dreijährige erzieht: Nur durch Konsequenz, nur durch den Verlust von Vorteilen.

Ja, Anita, das bedeutet Streit! Das bedeutet den Verlust von Harmonie!
Ich sagte, es ist die harte Liebe, sie tut so weh.

Und du weißt nicht einmal, ob es Früchte trägt…
Denn das ist ganz allein seine Entscheidung.
Er allein muss sich entscheiden, ob er ein glückliches Leben führen will oder nicht.
Er muss von dir lernen, dass niemand – auch du nicht – dafür verantwortlich ist, ob er glücklich ist oder nicht.

Entweder nimmt er diese Verantwortung an oder er entschließt sich, weiter zu machen wie bisher. Das ist von dir nicht zu beeinflussen, das ist auch von uns nicht zu beeinflussen.

Ohne diese Selbstverantwortung zu ergreifen, wird er mit allen Konsequenzen seines Tuns konfrontiert werden, weil er es will.
Anita, ich kenne dein Leid, deine Verzweiflung, deine Ohnmacht…
Aber du musst das bitte verstehen: Hier endet deine Möglichkeit, zu helfen.

Weder dadurch, dass du ihn vor den Folgen seines Handelns schützt, noch dadurch, dass du durch Lieb sein seinen Unmut nicht provozierst, kannst du helfen.

Im Gegenteil, es treibt ihn nur weiter und weiter auf seinem Weg.

Du bist nicht seine Therapeutin, du bist seine Mutter.
Er hat dich zu ehren!
Du hast ihn zu lieben, wenn es sein muss, auch mit der harten Liebe. (Seufzt.)

Ich wünschte, ich könnte dir eine bessere Nachricht bringen, ich wünschte, es wäre so.

Anita, Till ist nicht erst seit kurzem so, es ist nur erst jetzt auffällig.
Das ist oft so: 
In der Kindheit schützt sich die kindliche Seele.

Sie ist lieb…
Sie ist so, dass eure Beschützerinstinkte geweckt werden…
Anders wäre es kaum möglich, dass sie gedeiht…

Aber es kommt eine Zeit, da wird deutlich, wie selbstzerstörerisch sie ist, wie wenig sie lieben kann, weder sich noch andere …

Dann ist es ihre Aufgabe, zu lernen, wie wichtig es ist, davon abzulassen.
Wie wichtig es ist, wieder Zugang zu den Emotionen zu bekommen, statt sich von ihnen zu distanzieren.
Wie wichtig es ist, das Risiko einzugehen, in seiner Liebesfähigkeit enttäuscht zu werden…

Es ist ein schmerzlicher Weg, für alle Beteiligten.

Es tut mir leid, Besseres habe ich nicht zu sagen.
Seine Seele will erfahren, dass es das Wichtigste überhaupt ist, zu lieben!
Sich und andere.

Wenn ihr fragt, woher die Zunahme dieser Erkrankung kommt in eurer Zeit, dann sage ich euch:

Es sind die Folgen des Zweiten Weltkriegs!
All die Seelen, die sich weigerten, zu lieben, weil sie darin so sehr enttäuscht wurden…
Die sich weigerten sich, andere, Gott zu lieben…
Sie kommen jetzt wieder und müssen lernen, was geschieht, wenn der Mut zur Liebe fehlt.

Ach, Anita, unsere Zeit ist fast um und ich hätte dir noch soviel zu sagen.

Ich liebe dich.
Du brauchst Kraft, Kind!
Du brauchst unbedingt Vertrauen…
Du brauchst jemanden, in den du dich ganz fallen lassen kannst.

Wir werden weiter mit dir Verbindung halten.
Uta, ihr werdet für meine Anita sorgen?

U: Ja, sie hat schon angedeutet, dass sie kommen will, im Frühjahr vielleicht.

R: Ich müsst das Thema Liebe und Vertrauen noch tiefer bearbeiten, es ist so wichtig!
Und ich möchte, dass die Hemmung fällt, sich mit mir in Verbindung zu setzen.

U: Das werden wir beachten.

R: Vielleicht kann sie bald kommen, es wäre gut.

U: Wir werden es sehen, kannst du ihr helfen?

R: Ich kann ihr diese Aufgabe mit Till nicht abnehmen.
Ich bin bei ihr, ich bin sehr nah bei ihr und ich möchte ihr eines sagen.

Till ist eine wundervolle Seele, aber sie ist so krank. Das liegt nicht an ihr, sie war schon krank, ehe sie ihr Sohn wurde.
Aber es ist so, wie es ist.

Sag ihr, ich liebe sie sehr, wie ich es immer getan habe…
Und sag ihr, ich weiß, dass sie mich liebt.

Jetzt wird es Zeit, Uta.
Ruh dich aus, wir werden uns wiedersehen, ich freue mich darauf!

U: Danke, Regina, und bis bald!