Anders sein

0793: Das Anders sein: Je bewusster eine Seele sich selbst wird…

 Das Anders sein:
Je bewusster eine Seele sich selbst wird,
umso klarer empfindet sie das, was an ihr ANDERS ist.

Wird sie noch bewusster, sieht sie, dass alle „anders“ sind.
Und wächst sie auch darüber hinaus, weiß sie,
dass Millionen und abermals Millionen „Andere“
zusammen das ganz große EINE sind.

Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem von Marianne zu verbinden. Marianne bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe am Ufer eines Sees, Nebel liegt auf ihm, in den die aufgehende Sonne scheint. Aus dem Nebel ragt in der Mitte des Sees ein Kirchturm heraus …
Still ist es, Schnee säumt die Uferränder und dicke Raureifschichten biegen die Schilfhalme tief herunter.
Mir ist kalt, wie lange muss ich noch hier warten?

Endlich: Ein Holzboot wird von einer weiß gekleideten Frau, die ich noch nicht genau erkennen kann, ruhig mit einer Stange zu mir geführt …

Endlich legt sie an. Es ist eine Frau mittleren Alters, ihr Gesicht ist rund und von der kalten Luft rosig angehaucht, die Augen ein warmes, fast honigfarbenes Braun. Die Haare sind unter Haube und Schleier einer Nonne verborgen. Sie kommt mir merkwürdig vertraut vor.

G: Ja, da bist du endlich, komm, Schwester, steig ein, es geht heimwärts.

U: Ich war schon mal hier?

G: Vor Jahrhunderten, ja, schreib schon hin, es ist keine Übertragung!
(Seit ich hier stehe, kämpfe ich gegen den ersten Eindruck an, dass ich an den Ufern des Chiemsees stehe und der Kirchturm drüben, der aus dem Nebel steigt, zum Kloster Frauenwörth gehört, einem heiligen Ort in meinem heutigen Empfinden. Aber ich will nicht Eigenes in Fremdes übertragen und scheute mich darum, dies zu schreiben.)

G. Es gibt die Zweifel bei euch Medialen, sagst du es nicht immer deinen Schülerinnen? Was lässt dich jetzt trotz deiner Sorge, etwas Eigenes einzumischen, dennoch die Zuordnung zum Chiemsee nennen?

U: Du hörst nicht auf, mich dahin gehend zu inspirieren. Es bleibt der Chiemsee, egal wie sehr ich mich bemühe, dass er es nicht sein soll …

G: Ja, und es bleibt Frauenwörth …

Während sie dies sagt, haben wir das Ufer der Klosterinsel erreicht, vertraut und doch ganz anders. Die Kirche besteht aus einem Langschiff und einem angebauten Turm aus Stein, ein weiteres großes Steingebäude daneben.
Hohe Mauern und nur vier kleinere Holzgebäude …
In heutiger Zeit ist die ganze Insel bewohnt, jetzt sind hier Felder, Wiesen und sogar ein kleiner Wald. Nur der Klostergarten befindet sich immer noch am gleichen Platz.
Es ist schön, hier zu sein. Wirklich ein Gefühl, nach Hause zu kommen.

U: Du bist der Guide von Marianne? Heißt du Gerwinda?

G: ja, Gerwinda.
Wir schreiben das Jahr 891 …
Man nennt mich Schwester Martha, wir bekommen hier seit Neuestem andere Namen, zu deiner Zeit war das noch nicht üblich …

U: Die Mauern sind neu?
(Es ist seltsam für mich: Ich war noch nie während eines Readings an einem Ort, der karmische Bedeutung für mich hat. Gerwinda muss wissen, dass es mich verwirrt, warum macht sie das?)

G: Die Mauern wurden nach deinem Tod erbaut, aber mich kanntest du noch, deshalb trage ich für dich das weiße Kleid der Novizen.
Ich habe also euch beide gekannt: Dich in einer anderen Inkarnation und Marianne in einer anderen Inkarnation, eure Wege trennten sich früh.
Aber diesen Ort hier habt ihr beide geliebt, er ist für euch beide mit eurem heutigen Karma verbunden.
Komm, Schwester, wir wollen hineingehen.

Vertraut ist mir hier alles und es fällt mir schwer, dies so Vertraute zu beschreiben. Gerwinda und ich gehen ins Haupthaus.
Die einzelnen Cella der Schwestern führen von einer großen Mittelhalle aus, seitwärts ab. In dieser Halle wird um das offene Feuer herum gespeist, gesungen, gebetet, es werden Gäste empfangen und Ratschlag gehalten.
Hier hängen die Kräuter des Sommers zum Trocknen und an der einen Wand sind kostbare Bücher und Schriften gelagert, denn an diesem warmen Ort erreicht sie die feuchte Kälte des Winters nicht.

Gerwinda nimmt mich mit zum Platz direkt am Herdfeuer. Es ist so still hier, mir ist das ganz unheimlich, denn diese Stille ist mir nie im Zusammenhang mit diesem Platz bewusst gewesen.

G: Sie sind alle drüben im Schutzhaus.
(Das ist das andere feste Steinhaus, dort lebten jene, die für den irdischen Schutz der Schwestern hier zuständig waren, denn es war eine schwere Zeit: Immer wieder fielen bewaffnete magyarische Heere ein und raubten, was immer sie bekommen konnten. Deshalb wurden Klöster militärisch geschützt.)

G. Komm, ich will die Gelegenheit nutzen, dir Hedwigas Cella zu zeigen, Hedwiga ist heute meine Marianne.

Gerwinda zieht mich an der Hand haltend mit sich. Und öffnet eine kleine Holztür. Der Raum ist einfach, schmal, ein Oberlicht lässt die fahle Wintersonne hereinfallen. Aber so schlicht es scheint, die weiß gekalkten Wände sind von oben bis unten mit Bildern bemalt.
Wunderschöne Fresken: Engel, so zauberhaft, wie ich es nie in dieser Zeit vermutet hätte. Aber auch Abbildungen, die ich kaum zu deuten weiß, wie: Kristalle, die Strahlen verbreiten, seltsame Vögel mit leuchtendem Gefieder, Blüten, exotisch schön, oder ganz einfache, dennoch irgendwie „überirdische Apfelblüten“ …

U: Was ist DAS?! So was hab ich nie gesehen!

G: Hedwigas Gesichte sind das! Sie sieht den Himmel, ja, wirklich!

U: Und das, was sie schaut, das malt sie hier auf ihre Wände?

G: Ja, sie malt und schaut gleichzeitig. Es kommt einfach aus ihr heraus, wenn der Heilige Geist sie packt.

U: Aber dann muss sie doch in den Augen ihrer Zeitgenossen eine Heilige sein … dann …

G: … müsste die ganze Welt es wissen?

U: Na ja, das denk ich doch.

G: Hmhm, aber sie ist noch keine Nonne, sie ist noch in der Probezeit.
Und es wird nichts mit der Heiligkeit, deshalb habe ich dich heute – an diesem Tag – geholt …

Hedwiga kam wie wir alle aus adligem Stand. Du weißt ja: Die Tochter, die am wenigsten Aussichten hat, strategisch klug verheiratet zu werden, die wird eben mit Jesus verheiratet.
Aber während uns dazu oft genug völlig die Neigung fehlte, war das bei Hedwiga anders: Sie wollte, seit sie denken konnte, nichts anderes. Sie wollte Nonne werden und sie wollte das hier auf unserer Insel …

U: warum?

G. lächelt: Als sie etwa sechs oder sieben Jahre alt war, war sie einmal mit Vater und Brüdern und Mutter hier. Damals ließen wir die Fresken erneuern, wir hatten sogar einen Künstler aus Verona da. Und der malte gerade den Erzengel Michael als Hedwiga kam. Lange sah sie ihm schweigend zu, bis sie schließlich sagte: Du machst das aber falsch, sie haben keine Schwanenflügel, sie haben Lichtflügel!

Der brave Mann ist fast von der Leiter gefallen! Und eine gewisse Äbtissin, die dir vertraut sein dürfte, sagte zu Hedwiga: Woher weißt du das?
Hedwiga sagte nur schulterzuckend: Na, weil sie doch so aussehen! Das weiß doch jeder! Und dann rannte sie hinaus zu ihren Geschwistern.

Dass keinesfalls jeder weiß, wie Engel aussehen, wusste sie noch nicht, aber das lernte sie bald. Es war so schwer für sie, sich zwischen den mehr oder weniger ungehobelten und sehr materialistisch denkenden Familienmitgliedern zurechtzufinden. Sie sahen nie, was Hedwiga sah, sie fühlten nie, was sie fühlte und sie ahnten nie, was sie ahnte …

„Das bildest du dir ein!“ war der Satz, den die Kleine so oft gehört hatte, dass sie mehr und mehr versucht war, es selbst zu glauben.
Wäre da nicht die Erinnerung an dieses Kloster hier gewesen und dem Maler, der zwar falsche, aber immerhin Engel malte, und der Äbtissin, die mit keinem Wort anzweifelte, was sie, Hedwiga, sehen konnte.

Als Hedwiga 11 Jahre alt war, begann die Zeit für ihre Eltern, sich um einen Ehemann zu sorgen …
Zu Hedwigas Leidwesen wurde dieses Thema immer häufiger diskutiert. Anders als ihre 9-jährige Schwester, die es kaum erwarten konnte, dass auch für sie bald die Zeit der Freier beginnen würde, bekam Hedwiga Angst. Das Leben an der Seite eines Mannes war ihr sehr drückend.
Jetzt schon blieb ihr neben ihrer Ausbildung zur edlen Frau kaum noch Zeit und Muße, um sich mit jenen Wesen zu verbinden, denen sie sich so nah fühlte.
Wenn sie aber erst verheiratet war, gar Kinder gebären sollte, was dann?

Eines Tages nun kam der erste auserwählte Kandidat: ein dünner, rothaariger Junge von nicht einmal 14 Jahren. Hedwiga sah ihn, schrie auf und rannte weinend aus dem Raum.
Worauf ihre Schwester mit den Worten reagierte: „Wenn sie ihn nicht will, ich nehme ihn!“
Die barsche Antwort des Vaters war: „Du nicht, Hilda! Du gehst ins Kloster!“

Ach herjeh! Das Schwesterchen geriet so aus der Fassung, dass sie ein heftiges Fieber ergriff und derart krank wurde, dass Sorge bestand, ob das arme Seelchen überhaupt überleben würde.

Jetzt war Hedwigas Stunde gekommen. Den von Kummer und Sorgen geplagten Eltern sagte sie: „Wenn Gott die Hilda nicht will, dann will er vielleicht mich zur Braut Christi! Ich würde das gerne sein!“
SOFORT! Wurde Hilda gesund, das war den Eltern ein Zeichen. Die Sache war also beschlossen: Hedwiga kam ins Kloster, Hilda wurde mit dem Rotschopf verlobt.

Für Hedwiga begann die schönste Zeit ihres Lebens. Sie lernte, ihre Visionen zu verstehen. Sie lernte, diese zu schreiben, sie lernte, sie zu malen, sie lernte, sie sogar in Lieder zu formen.
Hier wurde ihre Gnadengabe, wir wir es nannten, ernst genommen. Wir waren uns sicher: In unseren Reihen hatten wir nun eine Heilige zu erwarten.

Und so gingen wir auch mit ihr um. Sie war von allen schweren Arbeiten befreit, alles, was wir ihr zumuteten, bezog sich auf den Geist. Die Bibel lernen, aber auch die Mystiker verstehen, usw..

Nie hatte sich Hedwiga so zuhause gefühlt, nie sich so sehr über ihre Gnadengabe gefreut. Bald schon sollte sie endgültig Braut Christi werden, die Probejahre näherten sich dem Ende, als schwere Not ins Land brach.
Und da traf uns zuerst der Tod unserer guten alten Äbtissin. Kaum hatten wir uns aus unserer Trauer befreit, erreichten uns schreckliche Nachrichten über Magyareneinfälle. Viele von uns bangten um ihre liebsten Verwandten.

An diesem Tag nun wird sich Hedwiga für immer von uns verabschieden. Ihre Brüder sind gekommen, um sie heimzuholen. Hilda wurde bei einem Überfall der Magyaren so schwer verletzt, dass sie an den Folgen starb. Die geplante Bindung zwischen ihrem Haus und dem ihres Verlobten soll aber dennoch zustande kommen.
Nun sollte Hedwiga doch den Weg gehen, den sie am meisten fürchtete.

Schau! (Gerwinda nimmt mich mit hinaus. Draußen am Steg stehen die Nonnen und Novizinnen, viele weinen. Hedwiga erkenne ich sofort, sie gleicht dir sosehr Marianne! Sie lässt sich ihre Erschütterung nicht anmerken, nur das Zittern ihrer Hände verrät ihren seelischen Zustand. Begleitet von ihren Brüdern legt das Boot ab und Hedwiga verschwindet im Nebel.)

G: Sie wird den Rothaarigen nicht heiraten. Der kleine Treck dort wird schon am Abend des gleichen Tages überfallen und Hedwiga wird als Raub mitgenommen. Sie wird einem der vielen Anführer zugeführt, dem sie als Frau zu dienen hat. Und sie versucht auch, ihm eine gute Frau zu sein.
Er ist kein böser Mann, fremd ist er, aber im Grunde seiner Seele gutmütig. Nie tut er ihr ein Leid, nie zwingt er sie zu irgendwas und so versucht sie, so gut wie möglich seine Frau zu sein.

U: Lieben sie sich?

G: ja, in gewisser Weise, ja, durchaus. Sofern man lieben kann, was gänzlich anders ist.
Aber Hedwiga KANN nicht anders sein, als sie ist. Sie „verträumt“ die Zeit, sie versteht sich nicht auf eine einzige praktische Tätigkeit. Und so sehr sie sich auch bemüht, es will ihr nichts Nützliches gelingen.
Ihre Visionen, die sind hier für nichts und niemandem von Nutzen …
Ihr Glaube? Ein Nichts in der rauen Welt eines schamanisch geprägten Reitervolks.
Zwar gibt es auch andere Europäer bei den Truppen, aber die, die glaubten aufgrund der Gräuel, die sie erlebten, gar nichts mehr.

Hedwigas „Mann“ hält aber seine Hände schützend über sie, versucht sie zu schonen und vor Übergriffen neidischer, anderer Frauen zu bewahren. Was schwierig ist, besonders seine älteste Frau ist sehr eifersüchtig.

Eines Tages kommt dieser brave Freund unserer Hedwiga von einer Schlacht nicht mehr heim. Von da an ist sie Sklavin der ältesten Witwe.
Die gibt ihr immer schwere Aufgaben zu erledigen, wissend, dass dieser zarte Leib die Last nicht tragen kann. Und schließlich bricht sie wirklich zusammen!

Sie wird krank, sehr krank. Fieber und Husten plagen sie, aber sie darf sich nicht niederlegen. Würde sie es tun, die Alte würde ihr kein Essen, kein Trinken, kein Zelt mehr geben für die Nacht.
Denn sie haben hier einen Grundsatz: Nur wer nützlich ist, darf essen!

Der Tag kommt, an dem sie nicht mehr nützlich ist, ausgestoßen vom Clan bleibt sie zurück in einem kalten Tal mitten in den Schweizer Alpen und stirbt dort, kaum zwei Jahre, nachdem sie uns verlassen hat.

Marianne, deine Seele hat seither eine tiefe, tiefe Angst: Es ist die bange Furcht davor, mit dem, was dich ausmacht, nicht nützlich genug zu sein.

Du bist eine sehr mediale Seele! Die Grenze zwischen dir und dem, was außerhalb von dir ist, war nie fest gemauert, eher einem zarten Schleier gleich, und so ist es auch heute.

Viele, viele Inkarnationen lang, liebe Marianne, war das IMMER negativ für dich.

Deine Ahnungen, deine Visionen, deine Begegnungen mit dem Jenseitigen fanden entweder gar keine Schulung und führten darum ins Unglück, oder wurden über oder unterbewertet, was dir stets schadete.
Als Hedwiga starb, sagte ihre Seele: Ich will nie wieder so medial sein!

Und so war es auch. Es blieb bei einer schwach ausgeprägten Gabe, sodass deine Seele mit diesem Satz sich selbst auch noch die letzte Freude raubte, die ihre Gabe ihr machte: Sie sah keine Engel mehr, keinen Himmel, nur noch das, was die Schwere der medialen Begabung ausmacht.

Aber du hast deine Seele weiterentwickelt. Und nach deiner letzten Inkarnation die Sehnsucht zugelassen, endlich wieder so sein zu dürfen, wie du dem Wesen nach bist.

Ja, aber wie? Die einseitige, spirituelle Ausrichtung, die darf es nicht mehr sein, sie würde wieder zur Randexistenz führen wie in unserem Kloster.
Ein Leben, das deine mediale Begabung unterdrückt, darf es auch nicht mehr sein.

Die Lösung dieser Spannung liegt darin, beides miteinander zu verknüpfen. In diesem Leben soll dir die Möglichkeit gegeben werden, Medialität und Nützlichkeit zu verbinden.

Ja, meine liebe Schwester der Seele: Das ist nun freilich leicht gesagt, ich weiß. Viele Hürden müssen da noch genommen werden und die meisten Hürden liegen in dir selbst.
Ganz besonders jene, die dich ständig besorgt darum macht, ob du auch RECHT genug tust und RICHTIG genug bist.

Die Angst, Erwartungen nicht erfüllen zu können, kommt dazu. Und von der inneren Zerrissenheit, ob du deinen EIGENEN Prinzipien auch wirklich folgst, ganz zu schweigen.

Ich weiß das alles, liebes Herz, und dennoch bin ich froh und von Herzen dankbar, dir all dies auf diesem Weg sagen zu dürfen.

Keine Seele wird langfristig sich selbst am Wachstum hindern, egal, wie schmerzhaft auch immer ihre Erfahrungen waren. Wie die Blume nach Licht strebt, so strebt die Seele nach Vollendung.

Was das ist, die Vollendung der Seele? Außen sein, wer man innen ist!

Davor fürchtest du dich noch! Weißt du, warum?
Weil du dein Innen noch gar nicht kennst!
Du bist voller Vermutungen, der größte Teil davon ist unbrauchbar, weil er nicht wahr ist. Wollen wir gemeinsam den Weg suchen, der dich aus solchen Zuständen befreit?

Weißt du, wie man die Hürden in sich überwindet?
Nein, nicht, indem man sie bekämpft oder unterdrückt, sondern indem man sie integriert, nutzbar macht.
Nehmen wir die Zweifel an deiner Integrität: Sie hindern dich, auszusprechen, was du siehst, fühlst, ahnst. Aber sie hindern dich auch, andere mit deinen Ahnungen zu überfordern.

Der Zweifel an sich ist also gar nicht schlecht. Er ist sogar sehr willkommen, doch er gehört an seinen richtigen Platz!
Es ist wie beim Kartenspiel: Es ist wichtig, die richtige Karte im richtigen Moment aufzudecken, sonst geht das ganze Spiel verloren.

U: wie bei Mau Mau?

G. lacht: ja, genau …

Marianne, ich will dir gerne helfen dabei, aber das ist mir nicht möglich, in so wenigen Zeilen wie diesen hier gründlich und sorgfältig genug Punkt für Punkt, Karte für Karte aufzudecken und dir zu helfen, die rechten Werte zuzuordnen.

Das hast du sicher auch nicht erwartet. Wichtig ist mir heute, dass du verstehst, wer du im Wesen bist. Alles andere ist eine Frage der Zeit.

U: Vielen Dank, liebe Gerwinda, ich hoffe, dass dies für Marianne der Beginn einer schönen Lebensphase ist.
Darf ich dir jetzt ihre Fragen stellen?

G: sicher!

U: Marianne fragt, was ihr helfen kann, ihr Zuhause bzw. ihren Platz in dieser Welt zu finden?

G: Gutes Herz, das Zuhause, das du suchst, bist ja du selbst!
Aber du fühlst dich nicht zuhause IN DIR, da findet sich kein Ort, nirgends, der dir das ersetzt …
Zu dir finden heißt, das Zuhause finden, eines, das überall mitkommt …
Ich denke, du verstehst bald besser, was ich meine.

Du weißt, spürst deine Andersartigkeit, wenn du dich vergleichst, ähnlich wie damals als Herwiga. Selbst hier unter uns Nonnen warst du „anders“ …
Aber Liebste, das ist gut so!
Ich bin anders, Uta ist anders und trotzdem haben wir die gleiche Heimat und sind auf der gleichen Reise …

Deine Seele sehnt sich nach denen, die ganz und gar GLEICH sind, eine Gleiche unter Gleichen willst du sein.

Die Sache ist nur die: Das wäre ein RÜCKSCHRITT des Bewusstseins.
Je bewusster eine Seele sich selbst wird, umso klarer empfindet sie das, was an ihr ANDERS ist.
Wird sie noch bewusster, sieht sie, dass alle „anders“ sind. Und wächst sie auch darüber hinaus, weiß sie, dass Millionen und abermals Millionen „Andere“ zusammen das ganz große EINE sind.
Es macht nichts, wenn du das jetzt nicht gleich verstehst, du hast Zeit, liebe Seele!

U: Marianne fragt, warum sie eine so starke Sehnsucht nach dieser einen Seele hat, die sie ja nicht einmal kennt?

G: Oh, Marianne, du führst mich mit dieser Frage sehr in Versuchung, dir Zukünftiges zu offenbaren und das darf ich gar nicht tun!
Deshalb lass es mich so sagen: Keine Sehnsucht ist umsonst in euch, sondern sie ist wie ein Signal in ferne Welten.
Jedes Signal wird zu einer Resonanz führen, früher oder später. Und keine Seele gibt solche Signale, es sei denn, Gott selbst hat diese Sehnsucht in sie gepflanzt.

U: Marianne möchte wissen, was ihre Aufgabe in dieser Inkarnation ist?

G: Die Mitte zu finden zwischen Nützlichkeit und Medialität: zwischen Beten und Arbeiten, zwischen Spiritualität und irdischem Tun.
Beides vereint Leben!

U: sie fragt: Warum sehne ich mich immer wieder nach einer anderen Art von Umfeld?

G: Hm, du versuchst, AUSSEN zu finden, was du INNEN verloren hast: nämlich den tieferen Sinn deines Seins.
Ich denke, ich habe dir heute genug Anregung geben, von nun an mit größerem Ernst darauf zu schauen, was du INNEN bist und weniger, wie du AUSSEN wirken kannst.

U. sie fragt: Wie kann ich mit meinem Interesse an und meinen verwirrenden Erfahrungen mit Medialität umgehen?

G. lachend: Oh, Liebste, du bist wirklich in der Situation, einen Porsche geschenkt bekommen zu haben, aber du hast keinen Führerschein!
Was würdest du denn jemandem sagen, der dich fragt: Du, Marianne, wie schaff ich das, diesen Porsche da zu fahren, ohne mir und anderen zu schaden?
Was würdest du da sagen?
„Na, mach den Führerschein!“ würdest du sagen.
Das sag ich dir auch.

Was du jetzt machst: Du gehst zu dreißig Fahrlehrern und stellst jedem mal die und mal die Frage. Wie auch nicht? Du hast ja keine Ahnung, was in der Fahrprüfung verlangt wird!
So geht das nicht, Marianne!
Nimm dir erst einmal EINEN Fahrlehrer und mach EINE Fahrprüfung und dann kannst du ja gerne auch noch Weiteres lernen, aber erst einmal EINS.

U: Letztlich fragt Marianne, warum du ihr Guide bist?

G: Herz, warum? Ja, weil ich dich so liebe! Und weil ich glücklich bin, dass Unrecht, das dir einst geschah, heilen helfen zu dürfen.
Darum. Und weil ich viele, viele Leben sowohl nützlich war als auch medial. Du hältst mich für Experte genug, um mich zu bitten, dich zu leiten.
Marianne? Meine Botschaft ist so schlicht, sie heißt: Fürchte dich nicht vor dir …

Komm, liebes Herz, lass doch endlich, endlich leuchten, was in dir brennt.
Wie selten zuvor ist die Zeit gut für solche wie dich. Und gehst du achtsam mit deiner Gabe um, wirst du nützlich sein, nicht trotz deiner Medialität, sondern mit ihr.
Deine Gerwinda!