Inkarnationen

0804: Inkarnationen – Eure Seelen haben das dramatische Geschehen nicht überwunden…

Inkarnationen

Eure Seelen haben das dramatische Geschehen nicht überwunden,
sondern mitgenommen in diese heutige Inkarnation.

Nicht, um eine neue Qual zu generieren,
sondern um Auswege aus dieser Verquickung zu finden.

Du hast selber gemerkt, ein Ausweg ist nicht gegeben durch Rückzug.
Ein Ausweg ist aber auch nicht zu finden
durch das Herstellen von mehr Nähe.

Sondern das scheint eine Situation zu sein,
in der ihr euch ständig im Kreis dreht, ohne Auswege.

Elia

Zu Gast ist Heiner.

Elia: Deine nächste Frage.

Heiner: Meine nächste Frage bezieht sich auf meine Mutter. Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter stark reduziert, aber ich habe das Gefühl, ich hänge immer noch mit ihr zusammen. Ich hab das Gefühl, dass da irgendwie eine Verbindung besteht, die ich nicht loswerde, und dass da irgendwo eine Last besteht, an die ich nicht mal denken kann und die mir irgendwie ziemlich zu schaffen macht. Wie kann ich damit umgehen, mit dem Verhältnis zu meiner Mutter. Kann ich das irgendwie abschneiden?

E: Heiner, mein Vorschlag zu diesem Problem ist, dass du in eine Inkarnation zurückgehst, in der dir diese Verquickung deutlich wird, die in ihrem eigentlichen Thema nichts weiter ist als eine karmische Folge.
Wobei eine karmische Folge wie eine Welle ist. Am Anfang ist sie sehr hoch, aber sie verflacht, und ihr seid im Grunde schon in einer Verflachungsphase. Das ist wichtig, das möchte ich betonen.
Dennoch sind deine Emotionen zu ihr hin, deine Verquickung mit ihr, wie du sagst, immer noch auf dem Niveau der hohen Welle. Das liegt daran, dass es unbewusste Prozesse sind. So hat wenig in der heutigen Inkarnation ein zu viel in einer vergangenen Inkarnation wieder präsent gemacht. Man könnte es einem – ja, ich möchte fast sagen – Trugschmerz gleichsetzen, ja?

H: Ich bin voller Wut gegenüber meiner Mutter. Und ich weiß nicht, woher die Wut kommt.

E: ja.

H: Es deutet auf was sehr Schlimmes hin, also, es ist sehr kräftig. Aber ich hab kein Ereignis, das dazugehört.

E: Ja, und es ist für euch beide in gewisser Weise fassungslos, was da mit euch geschieht.

H: Ja.

E: In der Regel lebt sich so etwas mit der Zeit ab. Aber in eurem Fall haben die Seelen das dramatische Geschehen nicht überwunden, sondern mitgenommen in diese heutige Inkarnation. Nicht, um eine neue Qual zu generieren, sondern um Auswege aus dieser Verquickung zu finden.

Du hast selber gemerkt, ein Ausweg ist nicht gegeben durch Rückzug. Ein Ausweg ist aber auch nicht zu finden durch das Herstellen von mehr Nähe. Sondern das scheint eine Situation zu sein, in der ihr euch ständig im Kreis dreht, ohne Auswege.

Das liegt daran, dass der eigentliche Ausweg in der Vergangenheit liegt, und dass es euer Seelenbewusstsein jetzt braucht, hier einen Frieden herzustellen, eine Akzeptanz und vor allem den Abschluss mit jenen alten Lasten: „Es ist vorbei“.

Das ist möglich, du wirst sehen, dass über das reine Wiedererkennen alter Zusammenhänge auch eine wirkliche Versöhnung der Seelenanteile stattfinden kann, und ich würde mich sehr freuen, wenn dir diese Hemmung nun genommen wird und ihr auch, ja?

H: Ja.

E: Noch ehe du in diese Familie inkarniert bist, hattest du die negative Beurteilung von Männlichkeit. Und auch hier kommt mein Rat, dich dem ganzen über den Inkarnationsweg zu nähern.
Mir ist wichtig, dass du verstehst, warum du in diese Familie gegangen bist. Weil sie in sich schon diese Option trägt, dass der Blick auf das männliche Kind ein Blick ist voller Skepsis, voller Misstrauen, je männlicher er sich zeigt.

Gut. Hast du noch eine Frage?

H: Ich weiß jetzt nicht, in welche Richtung ich da weiter vorgehen soll. Ich hatte Uta eine Geschichte über eine andere Reinkarnation erzählt, die gekommen ist über den Inquisitor und weiß nicht, ob ich die brauche. Was mich im Moment mehr beschäftigt ist, was eben hochgekommen ist, das ist es auch.

Ich weiß, dass es in meiner Familie Missbrauch gegeben hat und dass mich das irgendwie mit betrifft – direkt oder indirekt. Und ich frage mich im Moment, wie ich damit umgehen kann, ob ich damit umgehen muss, ob ich damit irgendwas machen muss. Ist das klar genug als Frage?

E: Ja. Ich darf über eine andere Seele kein Urteil fällen. Das weißt du.

H: JA. Okay.

E: Ich möchte dir aber sagen, dass deine Scheu davor, ganz Mann zu sein, hier eine Verstärkung bekommen wird. Nicht im Wissen, nicht im Erleben, sondern im Spüren!
Wie schauen Frauen in deiner Sippe auf Männer?
Wie schauen Kinder auf Eltern?
Und wie schauen Kinder auf Onkel?

Das alles sind nonverbale Vorgänge. Und diese Vorgänge sind dennoch in deiner Ich-Wahrnehmung verankert. Als all dies sich äußerte im Schauen, im Nichtreden miteinander, im sich anblicken, warst du noch viel zu wenig bewusst, um es von dir wirklich abspalten zu können. So bist du mit betroffen, wenn auch nicht betroffen.

H: Ja. Okay.

E: Wichtig für dich ist hier der Zusammenhang. Es ist nicht edel, ein Mann zu sein, das hast du gelernt, sondern es ist ekelerregend, verwerflich und potenziell gefährlich. Aber du bist ein Mann!
Nun hast du dir diese Sippe als deine Sippe ausgesucht, weil eben gerade diese Strukturen und Muster dort stattfinden, die zu deinem Urteil, über deine Art ein Mann zu sein, passen. Das heißt, noch ehe du in diese Familie inkarniert bist, hattest du die negative Beurteilung von Männlichkeit. Und auch hier kommt mein Rat, dich dem ganzen über den Inkarnationsweg zu nähern, ja?

H: Okay.

E: Ich könnte auch vorschlagen, das Thema als solches in einer Befragung der Ahnen vorzunehmen, doch trage ich große Zweifel, ob diese Vorfahren geneigt sind darüber reden zu wollen… ja?

H: Ja. Das betrifft wahrscheinlich den Vater meiner Mutter.

E: Mir ist wichtiger, dass du verstehst, warum du in diese Familie gegangen bist. Weil sie in sich schon diese Option trägt, dass der Blick auf das männliche Kind ein Blick ist voller Skepsis, voller Misstrauen, je männlicher er sich zeigt. Hast du das verstanden?

H: Ich glaube, ja. Das ist aber nicht schön.

E: Nein, diese Realität ist nicht schön. Aber sie hat nur solange Gültigkeit, solange der Blick der Frauen auf die Männer für dich als Urteil Gültigkeit hat.

H: Stimmt. Nur: Wie werde ich das los?

E: Indem du Schritte unternimmst, die Uta und Hajo dir sicher weisen werden.
Hajo, an dieser Stelle muss ich dir leider einmal eine Rüge erteilen.

Hajo: Ja, erzähl.

E: Ihr habt keine Steine mehr.

Hajo: Doch, einen haben wir noch.

E: Viel zu leicht für so ein Los. Also, mein Vorschlag wäre, dass du mit Heiner einen Stein direkt am Rhein aussuchst.

Hajo: Ja.

E: Du verstehst jetzt nicht, was ich gesagt habe. Heiner.
Es geht darum, dass du auf der Seelenebene mit deiner Mutter reden wirst, wenn du dies möchtest, und ihr so mitteilen könntest, wenn das deine Wahrheit ist bis dahin, dass es für dich jetzt gut ist, ein Mann zu sein. Und dass ihr Urteil für dich, so sehr du es verstehst, nicht zählt?

H: Ja!

E: gut. Und diesen Vorgang werdet ihr unterstützen, indem ihr das Urteil der Frauen über die Männer in einen Stein manifestiert. Ihr werdet es auf den Stein schreiben und du wirst diesen Stein dann mit all den Gefühlen, die das in dir auslöst, in den Vater Rhein werfen.

H: Bis zur völligen Erosion. Ich bin sicher, dass es mir gelingen wird. Das gefällt mir.

E: Und wie alle Dinge, die gut sind, darf das sogar dauern, ja?

H: Ja.

E: Gut. Gibt es noch eine Frage, Heiner?

H: Das waren, glaube ich, die Wichtigen. Das ist auch, glaube ich, irgendwie … das deckt irgendwie meine größten Probleme zum allergrößten Teil ab.

E: Dann lass mich abschließend sagen, Heiner: Heiner gibt es ein Tier in der Welt, das falsch ist?

H: Ein Tier, das falsch ist?

E: Ja.

H: Keins, das ich kenne bisher. Ich würde mal sagen, nein.

E: Richtig. Sie sind Schöpfung und damit richtig!

H: Selbst Zecken tun eigentlich nur das, was sie tun müssen.

E: Und ich wage es zu sagen, Menschen auch. Allerdings fehlt der Blick dafür des Öfteren, wann das Gute in etwas liegt, nur als Option, weil das Negative so groß zu sein scheint, dass alles andere zur Nebensache wird.

Die Menschen sind in einer Evolution, eine langsame aber mächtige Evolution. Die Evolution ihres Bewusstseins für sich selbst …
Und jede Seele ist an irgendeinem Punkt dieser Entwicklung. Darum ist an sich keine Seele falsch. Herausfordernd für ihr Umfeld, vielleicht – herausfordernd für sich selbst, sicher – aber nicht falsch.
Und in diesem Sinne sage ich dir, wenn dies schon gilt für Menschen, die gewissermaßen destruktiv sind, gefährlich rücksichtslos, brutal, wenn dies selbst für diese Menschen gilt, dann sag mir einmal, Heiner, wie könntest du falsch sein?
Bist du nicht um ein Vielfaches in der Evolution weiter?
Wie könntest du falsch sein?
Das ist unlogisch.

H: Ja.

E: Gute Nacht, Heiner.

H: Da muss ich drüber nachdenken.
Gute Nacht und vielen Dank.