Gottes Sprache

0806: Gottes Sprache ist nicht unsere.

Gottes Sprache ist nicht unsere.

Also hat Gott Teile seines Bewusstseins in Wesen gebildet,
die kleiner sind als er,
aber immer noch ein viel höheres Bewusstsein
haben als ihr Menschen: die Erzengel.

Aber selbst sie sind noch so unfassbar,
dass in der Geschichte der Menschheit nur eine sehr,
sehr geringe Anzahl Menschen sie verstehen konnten:
eure Propheten und Heiligen.

Weil es aber Gottes Wille ist,
auch das geringste Wesen nicht ohne Zuversicht zu lassen,
geht aus dem Wesen der Erzengel
weiteres Bewusstsein heraus in weitere Wesen:
den Schutzengeln.
Und diese wieder sind wie ich dazu da,
entweder einem einzigen Menschen
oder Gruppen von Menschen
den göttlichen Trost zukommen zu lassen.
Diese Engel – oder Guides, wie die Uta uns nennt –
sind wie ihr Menschen, sie haben eine doppelte Natur.

 Engelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem von Michaela zu verbinden. Michaela bittet um diesen Kontakt.

Ich finde mich in einem Raum wieder, der ganz aus Holzstämmen besteht. An einer der Seiten befindet sich eine große, gemauerte Feuerstelle mit einer gusseisernen Platte darauf. Der Blick aus den beiden kleinen Fenstern rechts und links neben der Tür geht auf eine verschneite, scheinbar unendlich weite Fläche hinaus. Ganz am Horizont kaum mehr als Schatten einer Bergkette …
Draußen höre ich Kühe und das Klappern irgendwelcher Geräte, dann wird die Tür geöffnet und eine große Frau tritt herein.
Sie trägt einen Hut nach Art der Cowboys, darunter ein Wolltuch, eine gefütterte Lederjacke, einen langen Rock und Stiefel darunter. Sie stellt zwei Blecheimer Wasser an die Feuerstelle, ehe sie sich zu mir wendet.

G: Oh, es ist schön, dass du endlich gekommen bist, wir warten schon so lang. Setzt dich doch.
Sie bietet mir den scheinbar einzigen bequemen Platz hier an, einen Schaukelstuhl. Sie selbst setzt sich auf die Holzbank am Tisch, der gleich neben der Feuerstelle steht. Auf dem Tisch liegen Spielkarten, in einer ungewöhnlichen Form angeordnet.

G: Nein, ICH! lege keine Karten, wozu auch. Aber ich verstehe, dass Menschen das brauchen: irgendeine Richtung verstehen wollen im Chaos ihres Lebens. Also: Ich denke, du willst wissen, wer ich bin?

U: Ja, natürlich.

G: Ich bin Ann Margret, aber in meinem Leben hier haben mich alle Anny gerufen. Aber weißt du, ehe ich hier weiter mache, lass mich mein Wort an Michaela richten, es gibt sowieso nichts, was sie mehr interessiert als dies: Ja, Michaela, Liebes, es geht ihm gut, hab Vertrauen, dein Mann ist im Frieden, es ist gut … jedenfalls mit ihm.
OK?

Sein Engel lässt dir ausrichten, dass er dir nichts nachträgt, er ist mit allem im Frieden, ja? Verstehst du? Mit allem!

So, und jetzt zu dir: Ich bin so dankbar, dass ich mit dir reden kann, mein Herz.

Das wäre alles nicht nötig, wenn du verstehen würdest, dass kein Mensch der Welt an dem gemessen wird, was ihr Gesetze nennt, sondern ausschließlich an dem, was ihm aufgrund seiner in ihm angelegten und anerzogenen Fähigkeiten möglich ist.

Wenn du so willst: Jeder Mensch hat sein ganz individuelles Maß.
Michaela, versteh bitte, wie das gemeint ist. Es ist wichtig für dich!

Ich sage nicht, dass Prinzipien und Gesetze nichts wert sind, oh nein, ganz bestimmt nicht, das erkläre ich dir gleich.

Aber die Prinzipien und Gesetze, die sind FÜR die Menschen da. Wenn sie sich aber gegen den einzelnen Menschen richten, dann können sie nicht der Maßstab sein, mit dem man diesen Menschen beurteilt.

Weißt, du kennst doch unseren Jesus, ja? Und du hast ihn doch lieb, ich weiß das. Weiß du, was er gesagt hat? RICHTET NICHT!
Ja, richtet nicht, versucht zu verstehen, aber richtet nicht!

Und er sagt weiter: Denn mit dem Maß, mit dem ihr andere richtet, richtet ihr euch selbst. Hajaaaaaa, das ist die schwierigste Aufgabe für Menschen: NICHT zu richten, nicht mal sich selbst, sondern sich aufs Verstehen zu beschränken.

Gut, gut, denk erstmal darüber nach, ob ich recht habe, wir sprechen gleich weiter darüber. Und in der Zwischenzeit will ich mich vorstellen.

Michaela, ein schöner Name, der Name eines Erzengels.
Lass mich dir ein wenig erklären, wer der ist, nach dem du genannt wurdest.

Gott in seiner unfassbaren Größe und Tiefe will nicht, dass auch nur das kleinste und unbedeutendste Wesen seiner Schöpfung in Angst und Unwissenheit leben muss.

Er weiß als unser aller Schöpfer darum, dass wir sein Wort brauchen, dass wir wissen müssen, was er mit uns und unseren Welten vorhat, damit wir eine Richtung haben, eine Zuversicht und eine Gewissheit in uns, die stärker ist als alle Ängste, die uns treffen mögen.

Aber er weiß natürlich auch, dass wir ihn, seinen Willen und sein Wissen niemals begreifen können. Seine Sprache ist nicht unsere, also hat er Teile seines Bewusstseins in Wesen gebildet, die kleiner sind als er, aber immer noch ein viel höheres Bewusstsein haben als ihr Menschen: die Erzengel.

Aber selbst sie sind noch so unfassbar, dass in der Geschichte der Menschheit nur eine sehr, sehr geringe Anzahl Menschen sie verstehen konnten: eure Propheten und Heiligen.

Weil es aber Gottes Wille ist, auch das geringste Wesen nicht ohne Zuversicht zu lassen, geht aus dem Wesen der Erzengel weiteres Bewusstsein heraus in weitere Wesen: den Schutzengeln…
Und diese wieder sind wie ich dazu da, entweder einem einzigen Menschen oder Gruppen von Menschen den göttlichen Trost zukommen zu lassen.

Diese Engel – oder Guides, wie die Uta uns nennt – sind wie ihr Menschen, sie haben eine doppelte Natur.

So wie jeder Mensch zugleich ein Kind des Irdischen ist, ist er auch eine ewige Seele: Er ist Materie und er ist reines Energiewesen, er ist sterblich und unsterblich, BEIDES!

Und so sind wir Schutzengel sowohl menschliche Seele als auch durch unser Bewusstsein mit Erzengeln verbunden, die aus sich heraus uns Weisheit, Kraft und Gottgewissheit geben. So sind auch wir in diesem Sinn doppelter Natur.

Wir müssen nicht mehr inkarnieren, haben unsere Entwicklung als menschliche Seele abgeschlossen und vollendet. Tun wir es doch, dann, um anderen zu helfen.

Es ist wichtig, dass du das verstehst: Ich bin mir aller meiner Leben als Mensch in der Welt bewusst, aber ich bin mir auch JEDERZEIT bewusst, dass ich alles, was ich an Wissen, Wahrheit, Kraft und Zuversicht habe, aus Gott bekomme, weil er mir das über seine Erzengel zukommen lässt.

Wenn ich aber mit dir spreche, wenn ich dich lenke, schütze und leite auf deinem Weg, dann bin ich ganz dir nah, tue es aus tiefster mitmenschlicher Liebe.

So, das sollte genug Theorie sein!

Es gibt einen Erzengel der Erkenntnis, der Verkünder, der Mahner, der Kämpfer…
Weißt du, was sein Name bedeutet?
Er bedeutet: Mein Held ist Gott!
Statt Held könnte man auch sagen: meine ganze Kraft oder mein Kämpfer oder mein Schutz.

Ja, Michaela, eine höhere Erkenntnis ist gar nicht zu erreichen als eben diese eine: ALLES, was mir wichtig ist, ist, dass ich Gott habe!

Nein, fühl dich jetzt nicht beschämt, es gibt kaum Sterbliche, die das so annehmen können.

Und dennoch ist das Thema: WER ist das / der Wichtigste in meinem Leben, ein sehr wichtiges Thema deiner Seele: Worauf darf ich meine Hoffnung setzen, wessen darf ich sicher sein?
Auf Gott!

Hm, ach, Liebste, wenn auch dein Name besagt, dass du dies hast, die Wahrheit deiner Seele ist dies noch nicht, sondern ihr Ziel! Es ist ihr Ziel und das schon seit vielen Leben.

Sie sagte, ehe sie in den Leib der Michaela inkarnierte: Ich will lernen, worauf ich meine Sicherheit bauen kann! Es gibt keine Seele, die das nicht irgendwann zu lernen hat.

Die meisten unreifen Seelen antworten auf die Frage: Worauf darf ich im Leben vertrauen? Auf gute Menschen!
So wie Kleinkinder ihre ganze Sicherheit von ihrer Mutter und ihrem Vater abhängig machen.

Nun ja, ich muss mit dir nicht diskutieren, dass das eine Art Fehlglaube sein muss. Du weißt es selbst. Auch wenn andere Menschen sich noch so sehr bemühen, das in sie gesetzte Vertrauen NIE zu enttäuschen, es ist doch gar nicht möglich!

Niemand, der lebt, könnte je das Versprechen halten, dass er nie enttäuscht!
Denn er ist nicht Herr aller Umstände, er ist nicht mächtig und nicht stark genug, um das zu versprechen.

Und letzten Endes ist jeder Mensch – selbst der Beste – denen eine Enttäuschung, die all ihre Sicherheit auf ihn gesetzt haben, einfach deshalb, weil er sterblich ist und gehen muss.

Aber dies in Frieden zu akzeptieren, gelingt den wenigsten unerfahrenen Seelen!°

Und so ist der übliche Entwicklungsverlauf, dass sie nach irgendeinem weiteren Leben, in dem sie von guten Menschen enttäuscht wurden, beschließen, all ihr Vertrauen nur noch IN SICH SELBST zu setzen.
Sie verlassen sich nur noch auf sich selbst.

Es erklärt sich sicherlich leicht, wenn ich sage: Auch das MUSS zur Enttäuschung führen, schlussendlich aus den gleichen Gründen wie oben genannt.
Worauf also sein Vertrauen bauen?
Auf das, was größer ist als alles Weltliche!

Ja, freilich, das ist dann der nächste Entwicklungsschritt einer Seele. Aber weil sie darin noch ungeübt ist, meint sie, dass dieses Höhere nun die Aufgabe hätte, ihm alles zukommen zu lassen, was sie sich selbst im Leben erwartet.
Zumindest aber, sie vor allen Erfahrungen zu schützen, die schmerzlich sind.

Millionen menschliche Seelen haben aufgrund dieser Annahme ihr Vertrauen in Gott wieder verloren! Denn er erweist sich nicht als „Wunscherfüller“, ja nicht einmal als Schutz vor dem, was schmerzhaft ist.

Und so richten sie Gott hin. Der Satz: „Wie konnte Gott zulassen, dass dieses und jenes geschah?“ führt dann zur Vermutung, dass es gar keinen Gott gibt!
Was einer Seele dann geschieht, ist ein tiefer Fall in eine generelle Unsicherheit: Zu keiner Zeit an keinem Ort fühlt sie sich je geborgen.

Warum meinst du, habe ich meine kleine Aufklärungsstunde damit begonnen, auf Jesu Worte zu verweisen: Richtet nicht!?
Hat beides – der Verlust von Sicherheit und das Richten – miteinander zu tun?
Oh ja!

Der Mensch, der seine Sicherheit im Leben anderer suchte, der wird diese anderen früher oder später richten. Er wird ihnen – und sei es auch nur im Unbewussten – vorwerfen: Warum hast gerade du, auf den ich meine ganze Zuversicht gesetzt habe, das angetan, warum hast du das nicht verhindert?!
Du bist mein Vertrauen nicht wert!

Und jene Menschen, die ihre ganze Zuversicht bei sich selbst nicht bestätigt fanden, die werden früher oder später sagen: Wieso habe ICH mir das angetan, wieso habe ich das nicht verhindert?
Ich kann mir nicht vertrauen!
Und die letzte Gruppe sagt: Gott, wie kannst du nur so sein? Du bist es nicht wert, dir zu vertrauen!

Was alle drei eint? Sie machen die Erfüllung ihrer Wünsche abhängig von ihrer Bereitschaft, zu vertrauen. Sie fragen immer nur WARUM, sie fragen gar nicht WOZU!
So machen sie ihr Wohlbefinden zum Maßstab aller Dinge, zum Richter!
So richten sie über andere, sie richten über sich selbst, sie richten über Gott.

Wer aber kann richten?
Ist es nicht so wie in der menschlichen Welt? Richten kann nur, wer die Gesetze kennt! Wer aber von euch kennt die Gesetze?

Kennt je ein Mensch die Gesetze auch nur eines einzigen Menschen, mit dem er lebt?
Weiß er, welche Inkarnationen dieser vorher hatte?
Und weiß er um die tief im Unbewussten liegenden Antriebe und Hemmungen dieses Menschen?
Weiß er um dessen karmische Verwicklungen?
Nein! Natürlich nicht!
Wie kann er dann gerecht urteilen?

Und wie ist es mit ihm selbst? Kennt er alle seine vergangenen Leben, alle Erfahrungen und Fehlentwicklungen, Hemmungen und Vorteile?

Kennt er alle seine im Unbewussten liegenden Verwundungen und Ängste?
Aber nein! Wie soll er da gerecht über sich urteilen?

Und nun gar Gott: Kennt auch nur eines Menschen Seele, was Gott bewegt?
Was sein Ziel ist mit dem Einzelnen, mit der Gruppe oder gar mit der ganzen Schöpfung?

Nein, nein, niemand hat das Bewusstsein, dies alles zu wissen, nicht einmal die Erzengel, die ihm doch am nächsten sind.
Wie will dann ein Mensch urteilen? Und dann auch noch gerecht sein?

Wenn das so ist, dann KANN es nicht gut sein, zu urteilen.
Weißt du, warum?
Weil es die Seele so einsam macht! So einsam, dass es ihr alle Kraft zum Leben raubt. Denn dann ist es so, dass alles, was sie hat und sich erhofft, nicht zu erwarten ist.

Sie kann NIE sicher sein, dass das, was sie braucht und will, auch sein wird.
Sie kann nur eins: Hoffen!

Wer keinen Anspruch hat, sondern nichts als Hoffnung, der erlebt aber zweierlei Möglichkeiten: Wird seine Hoffnung erfüllt, so ist er in größter Freude, viel größer als die einer erfüllten Anspruchshaltung!

Wer keinen Anspruch hat, sondern nichts als Hoffnung und erlebt, dass seine Hoffnung sich nicht erfüllt, der fällt nicht tief, er stürzt nicht „aus allen Wolken“, sondern hat die Fähigkeit, seine Hoffnungen nun auf ein anderes Ziel zu lenken, er bleibt also flexibel …

Michaela, wir wissen beide, dass ich nicht nur Theorien „predige“, sondern dass deine Seele alle Aspekte, die ich hier nannte, kennt.

Was dir noch unbewusst ist und sein muss, ist die Tatsache, dass du nicht weißt, was dich als Seele treibt, statt nach Hoffnung nach SICHERHEIT zu suchen: Es ist der feste Glaube daran, dass du die Enttäuschung deiner Hoffnungen nicht aushalten kannst!

Ich bin mit Uta nicht umsonst hierher in dieses Leben gegangen. Damals war ich deine Mutter. Das hier war unser Land (lächelt).

Ha, Michaela, wir waren deutsche Auswanderer: mein Mann, dein Vater, du, dein Bruder Heinrich und ich.

Wir hatten in Deutschland alles verkauft, was wir hatten. Und als wir in Amerika ankamen, waren wir so gut wie bettelarm. Aber wir haben hart gearbeitet, denn wir hatten ein Ziel: EIGENES Land!

Vater redete jeden Tag von nichts anderem: Eigentum! Das war sein Zauberwort!
In Deutschland waren wir Pächter und es war unabsehbar, ob wir unser Land behalten durften oder nicht.

Aber hier schafften wir alle zusammen, was uns zuhause nie gelungen wäre: Innerhalb von nur drei Jahren hatten wir genug Geld, um uns fünf Rinder zu kaufen. Und so begannen wir im Jahr 1872 hier in der Prärie Wyomings mit unserem Traum vom Glück: einer Rinderzucht! Das Land war uns geschenkt.

Die Sache hatte nur einen Haken: Vater und ich waren eigentlich schon zu alt. Wir waren beide, ehe wir von unserem Herrn in Deutschland die Heiratserlaubnis bekamen, schon 35, und als wir endlich hier ganz von vorn anfingen, 57.
Heinrich war 21 und du gerade 17.

Um das abzukürzen: Vater starb ein halbes Jahr nach unserer Ankunft an einem Herzinfarkt, Heinrich verunglückte schwer bei der Arbeit und verlor dabei sein Augenlicht ein Jahr später. Und ich? Ich vertrug das Klima einfach nicht, mein ganzer Körper war von Rheuma geradezu vergiftet.

Du warst die einzige gesunde Kraft unserer Familie! Mein Gott, was hast du geschuftet!

Aber es war nicht dein Traum, hier zu leben, es war nur unserer! Verstehst du?
Als wir auswanderten, war dein Gemüt noch das eines Kindes, nach nur fünf Jahren warst du so bitter und verängstigt wie ein altes Weib.

Dein Vater? Er war einfach ALLES für dich, so sehr liebtest du ihn …
Aber er war der Erste, der dich in Stich ließ, in dem er starb. Heinrich, dein großer Bruder Heinrich, er war dein Freund, dein Held. Aber auch er bekam eine andere Rolle in deinem Lebensplan: Er wurde deine Last, genau wie ich.

Ich merkte, es wurde dir zu viel. Aber aufgeben? Das wolltest du nicht!
Wenn dich schon alle, auf die du gehofft hattest, enttäuschten, dann wolltest du wenigstens uns nicht enttäuschen!
Und so hast du nur noch auf dich gesetzt!

Ja, irgendwann wurde ich von der Qual meiner Schmerzen erlöst, da warst du gerade mal 28. Und schließlich starb auch Heinrich bei dem Versuch, dir trotz seines fehlenden Augenlichts bei einer brenzlichen Situation mit einem jungen Bullen zu helfen.

Dann hast du allein weiter gemacht, bitter und trotzig, zornig auf dein Schicksal, zornig auf Gott.

Aus fünf Rindern waren 30 geworden, nicht viel in dieser Gegend. Aber immerhin, du konntest sogar Männer anstellen, die dir halfen. Aus der Hütte wurde ein Haus mit mehreren Zimmern und in dir reifte die Einstellung: Auf mich selbst kann ich mich verlassen!

Aber eines Tages hast du einen Fehler gemacht: Du hast eine Petroleum-Leuchte im Stall stehen gelassen, das Stroh dort fing Feuer und der Wind trieb es weiter über die knochentrockene Ebene.

Als der dritte Morgen anbrach, war das Land verbrannt, die Tiere entweder umgekommen oder Gott weiß wo, das Haus eine Ruine …
Du hast es nicht überwunden, dein Geist gab auf.

Michaela, deine Seele ist in dieses dein Leben ins Jahr 1960 inkarniert, um zu lernen, worauf sie „bauen“ kann! Das ist eine sehr, sehr ernste Angelegenheit!

Mit großem Mut bist du in die Welt gegangen und hast dir deine Sehnsucht nach echter Geborgenheit schon in der Auswahl deiner Eltern zur wichtigen Sehnsucht werden lassen, denn sie konnten deine Sehnsucht nicht so stillen, wie du meintest, sie zu brauchen.

Michaela, das Leben, das du bisher hattest, meinst du, es war die Aneinanderreihung von Enttäuschungen? Nein, nicht wahr?
Es ist die Aufforderung, aus der Notwendigkeit heraus die innere Stärke zu finden, sich nicht mehr enttäuschen zu lassen! Nicht von anderen, nicht von sich selbst und nicht von Gott. Weil es keine Ansprüche mehr gibt, kein Anrecht auf Glück, sondern es darum geht, sich mit der Hoffnung zufriedenzugeben.

Du bist sehr gewachsen in den letzten Monaten, weit über das hinaus, was zu erwarten war und darüber bin ich unendlich dankbar.

Aber wie sollst du wissen, wie sehr du als Seele gewachsen bist, wenn du nicht weißt, was der eigentliche Sieg der jetzigen Phase deines Lebens ist?

Ich bin so froh, es dir sagen zu dürfen! Darum lass mich in diesem Sinn sagen: Wirf all deine Hoffnungen auf Gott! Nicht deine Erwartungen, nicht deine Ansprüche, sondern deine Hoffnung.

Erinnerst du dich? Liebe, Glaube, Hoffnung, diese Drei …
(Sie gibt mir ein kleines Silberkettchen, an dem ein Herz, ein Kreuz und ein Anker hängen.)

U: Ich danke dir, Anny, darf ich dir jetzt die Fragen von Michaela stellen?

A: Ja, natürlich.

U: Michaela fragt: Was macht es für einen Sinn, das Allerbeste und Liebste in meinem Leben zu nehmen, diesen Sinn verstehe ich nicht.

A: Michaela, Leid scheint niemandem einen Sinn zu ergeben. Und alle Gründe, warum er gehen musste, kann ich dir gar nicht aufdecken, weil dein menschlicher Verstand noch nicht so weit ist, zu akzeptieren, was wahr ist, ohne zu urteilen.

Lass mich aber zweierlei sagen: Für deine Seele und auch die der Kinder ist es eine Herausforderung, zu den Kräften in sich zu finden, die ohne dies weiter unentdeckt blieben. Und auch für ihn ist dies so!

Denn auch seine Seele entwickelt sich so weiter, was sonst nicht der Fall gewesen wäre, doch das wird er dir noch zu gegebener Zeit erklären.

Michaela? Es geht darum, dass ihr REIFE Seelen werdet und alles kindische Erwarten und Fordern ablegt! Das ist schwer, ich weiß, es ist aber auch sehr, sehr wichtig, nicht nur für dich…

Schau dich um, Michaela, sei eine erwachsene Frau und schau dich mit dem Blick der Erwachsenen um!

Es gibt Milliarden Menschen und von diesen Milliarden Menschen gibt es mindestens 90 %, die irgendwann in ihrem Leben erfahren müssen, dass sie das Liebste, was sie haben auf Erden, lassen müssen.
Wie kommst du darauf, dass es dir erspart bleibt?

Es hätte später kommen müssen? Ja?
Du irrst dich, wenn du glaubst, dass du es dann leichter ertragen hättest! Es gibt kein Alter, in dem ein Mensch auf diesen Schmerz „vorbereitet“ ist, auch nicht mit 90.
Loslassen MÜSSEN ist tiefes, tiefes Leid in fast jedem menschlichen Leben.

Wenn das so ist, kann es dann nicht sein, dass du so früh loslassen lernen musst, weil du dadurch die Chance bekommst, aus der kindlichen Anspruchshaltung auf Glück herauszuwachsen?

Gute Zeiten wechseln mit schlechten und die Schlechten enden auch und wechseln zu Guten, vorausgesetzt, ihr werdet nicht bitter.

Nur dann bekommt ihr die Chance, die wieder anbrechenden guten Zeiten als das zu erleben, was sie sind: ein GELIEHENES Glück des Lebens, auf Zeit geschenkt…

Wie willst du lernen, dass du mit dieser Tatsache fertig werden kannst, wenn du nie herausgefordert wirst? Das kann nicht sein!
Dein jetziger Schmerz ist eine Bewährungsphase deiner Seele: Du selbst sollst dir selbst beweisen, dass du die Kraft in dir hast, wie ein Phönix auch aus dieser Asche zu steigen.

U: Michaela fragt, warum sie für ihre Hunde mehr empfindet als für ihre Kinder, sie meint, einer Mutter darf das nicht passieren.

A: Oh, aber das stimmt ja gar nicht! Und wie du deine Kinder liebst!

Aber du versuchst, das nicht zu sehr zu fühlen, damit du nicht enttäuscht wirst und vor allem selbst nicht enttäuscht! Dabei geht es eigentlich doch nur darum, ERWARTUNGEN loszulassen, nichts weiter.

Nein, ich weiß, das ist für dich überhaupt keine „Kleinigkeit“, sondern dazu brauchst du viel, viel Mut. Und dass dies so ist, das liegt nicht an dir, sondern liegt in deiner Art, zu sein: Du hast es dir nicht ausgesucht.

Aber du kannst verstehen lernen: dich selbst, deine Urängste…
Und dann auch deine Handlungen und Gefühle…

Du kannst den Urteilen entwachsen, auch den eigenen über dich, mein liebes Herz!

U: Hast du „es“ verhindert? Normalerweise müsste sie doch tot sein?

A: Nicht allein. Deine Seele WILL so nicht gehen! Sie will es immer noch wissen, ob es nicht doch etwas gibt, auf das sie ihre Hoffnung legen kann.
Ich bin deiner Seele verpflichtet, meine Liebe, ich tue, was sie mir erlaubt hat, zu tun. Und ich tue, was Gott mir erlaubt, zu tun.

U: Sie schreibt weiter: Wie du ja weißt, versuche ich jetzt immer wieder, den Menschen zu erklären, dass es euch und alles andere gibt. Soll ich damit aufhören?
Denn ich denke, es ist bei vielen zwecklos und es nervt sie bloß…

A: …und schadet dir. Michaela, auch du musstest für die Bereitschaft, dass wir existieren und dass es ein Leben nach der irdischen Existenz gibt, erst bereit sein.

Das Leben hat dir dies bereitet, hat dir die Erinnerungen deiner Seele an diese Tatsache wachgerufen und dann hast du angefangen, uns zu suchen, den Grund deiner Hoffnung zu finden.

Auch andere brauchen IHRE Zeit, auch sie müssen erst Fragen haben, ehe sie suchen! Wer dich aber fragt, was der Grund deiner Hoffnung ist, dem antworte aus der Wahrheit deines Herzens heraus, das ist genug. Wir wissen zur rechten Zeit die rechten Menschen zueinander zu führen.

U: Wird denn mein größter Wunsch in Erfüllung gehen, wenn es an der Zeit ist, mit meinem geliebten Mann für ewig vereint zu sein?

A: Michaela, nichts, was ihr im Leben schmerzhaft lassen müsst, geht in Wahrheit verloren! Nichts und niemand. Was ihr liebt – was immer und wer immer es ist – wird euch wieder lebend sein, denn Liebe vergeht nicht, sie ist doch GOTTES!

Der Tod? Michaela, der ist NICHTS als ein Wimpernschlag im Bewusstsein der Seele, er ist doch überwunden, schon längst. Deine Seele weiß das, es wird aber Zeit, dass du ihr glaubst, findest du nicht?

U: Sie fragt, ob sie in euren Augen ein schlechter Mensch ist, sie hofft so sehr, dass ihr ihr alles verzeihen könnt. Denn bis vor Kurzem habe sie nicht an euch geglaubt und sogar über unseren Herrn furchtbare Worte gesagt, bitte verzeiht ihr, es tut ihr so leid!

A: Michaela, wir wissen so viel mehr über deine Seele als du, NIE würden wir urteilen! Aber du meinst, dir nicht verzeihen zu können! Das ist ein altes „Mitbringsel“ aus deinem Leben hier in Wyoming!

Deine Anforderungen an dich sind viel zu groß. Sie messen sich nicht an den Tatsachen darüber, wer du bist, wie du bist, was dir an Kräften zur Verfügung steht und was nicht, sondern an Erwartungen, die „über“-menschlich sind!

Ungläubig sein, enttäuscht sein, zornig sein, bitter sein, unstabil sein.
Ach, Michaela, siehst du es denn gar nicht, wozu du „Fehler“ in diesem Leben hast und machst?

Na, ganz einfach: dir zum Schutz!
Damit du nicht wieder ZUVIEL von dir erwartest, sondern endlich verstehst, dass du „auch nur ein Mensch“ bist…

Wer gnädig zu sich selbst ist, der ist erst WAHRHAFT gnädig zu anderen! Wer Geduld mit sich hat, der kann auch wahrhafte Geduld mit anderen haben. Und wer sich lieb hat, wie er ist, der kann auch andere lieben, obwohl sie eben auch „nur Menschen“ sind…

Siehst du, mein Liebling? Selbst unsere Fehler dienen Gott, um uns zu unserer Reife zu führen.
Michaela? Wir erwarten NICHTS, wir freuen uns aber über jede Weiterentwicklung.
Und wir hoffen jederzeit, dass du in allem, was dir geschieht, dein Bestes zu finden vermagst…
Warum?
Weil es Liebe ist!
Deine Anny!

Mit diesen Worten verabschiedet sich Anny von mir.