Meister deiner Angst

0830: Werde Meister deiner Angst über die Krankheit

Werde Meister deiner Angst über die Krankheit

Aber ob dich Angst krank macht oder nicht,
das ist etwas anderes, daran kannst du was ändern.
Da nimmst du dir einen echten Homöopathen
und dann ist dir das Geld mal nicht zu schade dafür,
sondern da stehst du das durch,
es ist nicht so schwer, wag es nur.
Musst Geduld haben, auch mit den Ängsten.

2. Schutzengelkontakt für Heidemarie

Ich gehe einen Weg an einem kleinen Bachlauf entlang. Es blüht überall, an den Bäumen Mailaub, so hell und so wunderschön im Sonnenschein. Unter einer Buche ist eine Bank und dort sitzt Großvater Baruch. Wie schön dieser alte Mann ist!

Sein weißes Haar unter einem Hut, die Augen warm und braun, sein Gesicht so weise, so sanft und voller Güte…

Baruch: Komm, Mädchen, setz dich zu mir, lass uns ein wenig verschnaufen …

Ich mache, was er sagt, ganz still ist er, nimmt nur meine Hand, drückt sie kurz und sagt: danke!
Ist schon gut, ich weiß schon, ich weiß schon, du machst dir Sorgen …

Uta: Ja, es tut mir so leid um Heidemarie und ihren Mann.

B: Ja (seufzt), Gott gibt, Gott nimmt, wer will urteilen? Was hast du in der Kapelle in das Buch von Irmingardi geschrieben?

U: Gottes Wille kennt kein „Warum“…

B: Ah, das ist nur die Hälfte, was hast du weiter geschrieben?

U: …aber er hat ein Ziel mit uns, das auf seiner Liebe zu uns basiert.

B: Ja, oh, hm, wie schwer ist das, zu nehmen. Was, Kindchen?

Das ist doch schwer, wenn der Mensch das „Warum” nicht fragen darf! Er fragt es ja so gerne! Den Sinn will er finden!

Das ist eben Mensch sein, der Mensch sucht den Sinn seiner Existenz oder wenn das schon nicht, dann den Sinn seines Leids, ja. Ja, aber wie willst du das erklären? Hm? Wie willst du das Leid des Mensch seins erklären, ohne hartherzig zu werden?

U: Leid bleibt Leid, auch wenn es übergeordnet einen Sinn hat.

B: Ja, den versteht ihr ja erst später. Solange ihr leidet, versteht ihr GAR NICHTS! Was bleibt da zu tun? Was soll ich Guide da machen? Kann ich die Gesetze des Karmas verändern?

Ich kann es nicht!

Aber eines, das kann ich, nein, das muss ich, weil es MEIN Sinn ist: Ich kann tragen helfen, ja, so viel bleibt einem Engel, wenn man ihn lässt. Sag meiner liebsten Heidemarie, sag meinem Mädchen, ich helfe tragen! Und ich bin ihr dankbar, dass sie mich lässt.

Ein Leben lang hat sie tapfer versucht, alles selbst zu tragen, hm, hm, ja, aber ich hab auch geholfen. Erinnere dich, mein Kind: Immer, wenn du meintest, jetzt geht gar nichts mehr weiter, dann kam von irgendwo her eine Hilfe!

Ja, ja, ich geb ja zu, dein Leben hat dir nicht alles das gebracht, was du dir als junges Ding erwartet hast, nein, das hat es nicht! Aber wenn du denkst, dass DU etwas verkehrt gemacht hättest, dann irrst du dich!

Du hast getan, was du konntest und nach dem gehandelt, was dir richtig war, kann ein Mensch je mehr tun? Nein, nein, nein, keiner kann mehr tun!

Mein liebes Herz, weißt du nicht, dass du gerade jetzt die Krone des Lebens bekommst? Glaub mir, es ist ja ganz leicht, Gott zu lieben, solang das Leben so läuft, wie wir es uns wünschen, dafür gibt’s keine Krone.

Aber ihn zu lieben, auf ihn zu hoffen, ohne nach dem WARUM zu fragen, das, Heidemarie, ist wirklich groß, das ist es wert, als königlich betrachtet zu werden.

Liebling, weißt du, dass Gott ein Ziel mit allen seinen Menschenkindern hat? Für alle gilt das gleiche Ziel! Er will, dass seine Menschenkinder in ihre Königswürde wachsen! Darum geht’s!

Kannst du verstehen, wie hart das manchmal ist? Nicht nur für euch, oh nein, nein, auch für uns Engel, auch für Gott selbst. Denk niemals, dass uns das Leid der Menschen nicht berühren würde, so ist es nicht.

Weißt du, mein Liebling, es ist so, wie wenn ein kleines Mädchen weinend zum Vati läuft, weil es sich einen Dorn in den Fuß gerissen hat. Na, was soll der Vati da machen? Hm? Er muss das Kindchen auf seine Knie setzen und er muss es ein wenig quälen mit der Pinzette, sonst kann er den Dorn ja nicht herausziehen.

Ei, und wenn das ein Vati ist, der auch nur ein ganz wenig sein Töchterchen liebt, dann tut ihn das selbst weh, dann hofft er nur, dass sie vertrauen hat und stillhält. Und wenn sie aber weint, da möchte er gleich mitweinen!

Du meinst, so kann Gott nicht sein? Du meinst, er ist ja schließlich Gott und steht über solchen Gefühlen?

Ach, mein Liebchen, du ahnst ja nicht, WIE groß Gottes Liebe mit jedem Einzelnen ist, du ahnst ja nicht…

Ja, aber weißt du, Heidemarie, es gibt Kinder, die werden ihren Vati nie verzeihen, dass er diese Sache mit der Pinzette gemacht hat.

Und es gibt andere, die verstehen es zwar nicht, aber sie lernen, Vertrauen haben. Und es gibt solche, die verzeihen SICH nicht, dass sie sich einen Dorn in den Fuß gerissen haben.

Liebe Heidemarie, du neigst dazu, dich bei den Letzteren einzuordnen: Kind, das darfst du doch nicht! Das ist ja ganz falsch! Es gibt ja keinen, dem das nicht passiert!

Dass er Fehler macht, dass er Schwächen hat: Es ist ja im Leben gar nicht möglich, keine Fehler zu machen!

Was sagst du? Wenn man sie kennt, dann kann man sie ja vermeiden? Ja, da hast du recht, aber erst musst du sie machen! Dann kannst du sie auch vermeiden, das gehört doch zusammen, mein Liebling!

So, jetzt wollen wir nicht so viel hochgestochenes Zeug daher reden. Soll reichen für heute, ich weiß es ja, die Fragen brennen in dir.

Sag dem Werner: Engel lassen nie los, immer tragen sie ihn, darauf darf er sich ganz fest verlassen! Und sag ihm einen lieben, lieben Gruß von seiner Mutter und Großmutter, sie sind sehr stolz auf ihn, er hat gut, gut gekämpft, besser als je ein Mann vor ihm in seiner Sippe!

Was zählt, ist der Kampf, nicht der Sieg! Den zu geben oder zu nehmen, liegt in Gottes Hand. Sag es ihm, er versteht´s schon.

Jetzt zu dir: Ja, freilich geht’s allen gut, deinem Vati und der Mutti auch, freilich haben sie dich lieb und versuchen, dir Mut zu machen. Was du so manchmal denkst!

U. Möchtest du jetzt ihre Fragen hören, die sie aufgeschrieben hat?

B: Ja, ja…

U: Sie fragt, warum im Moment ihr Gesundheitszustand so schlecht ist?

B: Weil deine Angst so groß ist!

Heidemarie, es gibt Menschen, die werden gut mit ihren Ängsten fertig, andere nicht. Das liegt nicht am Wollen, das liegt am Vermögen.

Und ob wir es vermögen, gut mit Angst umzugehen oder nicht, das liegt am Erbe der Ahnen! Daran kann man nichts ändern.

Aber ob dich Angst krankmacht oder nicht, das ist etwas anderes, daran kannst du was ändern.

Da nimmst du dir einen echten Homöopathen und dann ist dir das Geld mal nicht zu schad dafür, sondern da stehst du das durch, es ist nicht so schwer, wag es nur. Musst Geduld haben, auch mit den Ängsten.

Liebes, wichtig ist jetzt, dass du versuchst, nicht zu weit nach vorn zu denken, schau immer nur soweit, wie du die Dinge WIRKLICH berechnen kannst. Alle Gedanken, die darüber hinaus gehen, die schickst du am Besten gleich als Gebet nach oben…

Und noch eines kannst du tun: Geh und lass überprüfen, ob du eine Allergie hast. Machs ruhig noch einmal, es ändern sich die Anfälligkeiten mit den Jahren. Und lass noch einmal schaun, ob du die Süße des Lebens noch verträgst.

Vieles in dir ist dabei, deine Gedanken ernst zu nehmen. Deine ewige Frage, „WAS es ist, dass du dies alles verdient hast“. Gedanken sind aber in einer Wirkung auf deinen Körper, hm, hm.

Nein, nein, dein Leben war bisher nicht sinnlos, es wird auch nicht sinnlos werden, nein, nein, nein. Aber was soll der Körper schon machen, wenn er immer nur hört, dass alles ganz sinnlos war?

U: Heidemarie fragt, was der Grund ist, dass ihre Augen plötzlich so große Probleme machen?

B: Wenn ich dir sage, dass du das Elend nicht mehr sehen magst, hilft es dir? Es ist da, was es zu sehen gibt! Heidemarie, wir können uns jetzt mit einem Symptom beschäftigen oder mit allen.

Was zählt, ist ja gar nicht das einzelne Symptom, was zählt, ist die Angst, mein liebes Herz. So viel Angst!

Ich habe dir schon gesagt, Angst geht nicht einfach so aus dem Leben, sie nimmt nicht Mantel und Hut und verschwindet auf nimmer Wiedersehen!

Aber so wenig sie es auch tut, so wenig du daran etwas verändern kannst, dass sie in deinem inneren Haus wohnt: Was du ändern kannst, ist ihre Bedeutung! Die gibst du ihr, niemand sonst. Du bist es, die sie wichtig macht! Und du bist es, die sie klein macht.

Es ist wie mit diesen Zeitungen in eurer Zeit: Es gibt solche, deren Inhalt nimmt kein Mensch, der klaren Verstandes ist, ernst. Und es gibt solche, die muss man ernst nehmen. Du bist in der Lage, diese Zeitungen zu beurteilen.

Jetzt musst du lernen, den Aussagen deiner Angst zu misstrauen.

Sie ist deine schlimmste Krankheit, Heidemarie! Sie ist es, die Unordnung in deinem Körper erzeugt. Und die Beste aller Therapien hängt davon ab, wie sehr du bereit bist, deine Angst zu bemeistern.

Nicht zu vertreiben! Das geht nicht, aber du musst der Meister deiner Angst werden. Darauf kommt es nicht nur psychisch an, sondern auch körperlich.

Die Angst frisst die Seele, hast du das schon einmal gehört? Ich sage: Die Angst neigt dazu, die Körperkraft zu fressen.

HINSEHEN! Sich dem stellen, was es zu schauen gibt. Sehen, was schön ist, bringt dich ins Gleichgewicht zu dem, was du zu sehen bekommst, was nicht schön ist. Das ist der Schlüssel!

U: Ihre zweite Frage ist, ob irgendein Verhalten von ihr der Grund ist?

B: Na, ich hab´s ja schon gesagt. Aber weißt du, auch der Schlaf wird wieder besser. Nur: Du musst schon etwas für dich tun! Anders geht es nicht und du brauchst Geduld.

Das ist jetzt keine Zeit zum Jubeln, dies ist eine stille Zeit in deinem Leben, eine Wendezeit. Daraus kannst du nicht einfach einen großen Sprung machen! Stille Zeiten im Leben erfordern, still zu werden.

Alles hat seine Zeit, mein Lieb. Das bedeutet einerseits, dass es schade ist, weil so schöne Dinge ein Ende haben. Aber es bedeutet anderseits, dass auch schlimme Zeiten ein Ende haben…

Was bleibt da zu tun? Na, die guten Zeiten auskosten, solange sie dauern, in schlechten Zeiten still werden und darauf vertrauen, dass auch sie ein Ende haben werden.

So wirst du weise handeln. Keine Kraft vergeuden, sondern jeden Tag genau die Stärke haben, die du brauchst für diesen einen Tag.

U: Ist ihr Augenlicht in Gefahr?

B: Antworte ich nicht, wie es mir geboten ist, wirst du es deuten und dann wirst du es negativ deuten, dass ich nicht geantwortet habe.

Antworte ich, widerspreche ich dem Gesetz der Engel. Sag mir, was soll ich tun?

U: Du darfst nicht antworten auf Zukunftsfragen, auch dann nicht, wenn es eine erfreuliche Antwort ist.

B: Du sagst es, Tochter.

U: Welche Behandlung gibt es, die zur Heilung führt?

B: Geh nur, wende dich an jene, die sich Alternativ-Mediziner nennen. Aber bedenke, dass es auch WIRKLICH des Trainings bedarf.

Du musst sowohl im seelischen Sinn lernen, den Dingen angstfrei ins Auge zu schauen, als auch ganz praktisch. Bewusstes Sehen als Aufgabe, meine Liebe!

Sieh es so, sieh nicht mit den Augen der Angst darauf, sondern sieh darin eine Aufforderung, wieder bewusster mit deinem Augenlicht umzugehen.

U: Nach dem Tod ihrer Mutter hat sich einiges verschlechtert, hängt das irgendwie zusammen?

B: ja, Heidemarie. Dein Verstand funktioniert gut, aber deine Seele ist sehr stark und sie will UNBEDINGT an ihre Schuld glauben!

Nicht umsonst habe ich diesen Brief mit einem kleinen Exkurs über das Thema angefangen.

Hat ein Baby SCHULD daran, wenn es mit drei Monaten noch nicht laufen kann? Ja, Unsinn, sagst du jetzt!

Aber dann sag mir: Wieso solltest du Schuld am Tod der Mutter haben?! Das war nicht DEINE Entscheidung, es war nicht einmal wirklich ihre Entscheidung.

Denn eine Entscheidung kann ein Mensch nur fällen, der im vollen Besitz seiner psychischen Kräfte steht. Aber du suchst sie, die Schuld, und du suchst sie bei euch beiden.

Und weil du ein so gutes Herz hast, schämst du dich, sobald du Gedanken der Schuld deiner Mutter auch nur ansatzweise denkst!

Dabei ist die Lösung leicht. Es gibt keine Schuld, weder bei dir noch bei ihr. Was es gibt, sind Ursachen und deren Wirkung.

Warum, so die Frage, ist SCHULD haben die Wichtigere als die Tatsache, dass es gar keine gibt?

Das will ich dir erklären, damit du deine Seele verstehst. Deine Seele möchte nie, nie, nie hilflos sein!

Solange sie etwas falsch macht, kann sie ihre Fehler korrigieren, das ist ja dann keine Hilflosigkeit! Aber wenn es wahr ist, dass weder du noch die Mutti schuldig sind, ja dann…

Dann? Was bedeutet es denn dann? Das bedeutet, dass JEDERZEIT etwas geschehen kann im Leben, dem du völlig hilflos gegenüberstehst. Ja, so glaubt es deine Seele.

Nur lass uns überprüfen, ob es wahr ist. Lass dein Leben Revue passieren.

Oh ja, es ist wahr, es gab Zeiten, da wusstest du dir WIRKLICH nicht mehr zu helfen! Doch, doch das stimmt. Es gab Dinge, an denen konntest du GAR NICHTS machen.

Aber was geschah dann? Dann kam irgendetwas von außerhalb deiner Einflussmöglichkeit, irgendwas half, irgendwer kam oder irgendwas ließ dich verstehen. Es kam HILFE!

Heidemarie, so ist das mit der menschlichen Hilflosigkeit: Sie gibt dem, was größer ist als du, Gelegenheit zu wirken. Warum meinst du, ist das so wichtig in deinem Leben? Natürlich! Ganz klar! Weil deine Seele aufhören soll, zu glauben, dass SIE alles, alles, alles alleine zu bewältigen hat!

Ja, mein Liebes, wir helfen. Unsere Wege, das zu tun, sind seltsam, und man muss schon manchmal ganz GENAU hinschauen, um sie zu sehen.

Und unsere Hilfe kann auch einmal wehtun, genauso weh, wie einen Stachel aus dem Fuß ziehen, aber wir helfen.

Was wäre denn das Ziel? Wohin würde es denn gehen, wenn deine Seele nicht mehr so viel unternehmen müsste, um nie, nie, nie hilflos zu sein?

Das Ziel wäre, im GOTTVERTRAUEN zu leben! Oha!

Ja, mein Liebling, ich weiß, ja, das ist gerade jetzt eine schlimme Predigt, die ich dir da halte. Aber Gottvertrauen wächst nicht in guten Tagen, nein, nein, wie schön wäre es, wenn es so wäre!

Eines Tages traf Jesus einen blinden Bettler, der war seit seiner Kindheit blind. Jeden Tag brachte seine Schwester ihn zu dieser Stelle in der großen Stadt Jerusalem und jeden Abend holte sie ihn ab.

Nun also stand Jesus vor diesem bedauernswerten Mann und er beugte sich zur Erde, nahm etwas Lehm und schmierte die Augen des Bettlers damit zu.

Damit hatte er symbolisch genau das getan, was längst die Wahrheit der Seele des Blinden war: Ich will diesen ganzen Dreck gar nicht mehr sehen!

Und Jesus sagte zu dem Blinden: WILLST du sehend werden, so geh hin zum Teich Bethesda und wasch dir den Dreck von den Augen! WILLST du?

Hm, wieso stellte Jesus das überhaupt infrage?! Das ist ja eigentlich ganz verrückt, so was zu fragen. Jeder, der blind ist, will doch sehen können! Oder nicht?

Nein, es gibt Seelen, die glauben so fest daran, dass es eh nur Dreck ist, was es zu sehen gibt, hm, hm.

Jesus war ja schlau, der wusste um den Zustand der Seele dieses Mannes und er wusste noch einiges mehr, zum Beispiel: dass diese Seele Angst davor hatte, selbstständig zu sein und eigenverantwortlich.

Solange er blind blieb, blieb die Schwester verantwortlich.

Also, das wusste der Blinde so gar nicht, er hatte bestimmt schon tausend Mal zu Gott gebetet: Bitte, Vater, wenn es möglich ist, dann lass mich sehend werden. Aber dass dieser Jesus ihn jetzt durch die ganze Stadt weist!

Also, das ist ja ganz gemein vom Jesus gewesen, einen blinden Mann zwei Kilometer durch die vielen Winkel und Gassen des alten Jerusalems zum Teich Bethesda zu schicken!
Was hat er sich dabei nur gedacht!

Hm, ja, der Jesus, der liebt die Menschen, deshalb traut er sich auch, Herausforderungen zu stellen, die weder lieb noch nett sind. Die aber der Seele helfen, zu heilen, was in ihr krank ist!

Der Blinde ging wirklich los! Stell dir dass nur einmal vor! Wie oft ist er gestürzt über einen Korb, der im Weg stand. Wie oft ist er gegen eine Mauer gerannt, wie oft ist er durch eine Stufe ins Straucheln geraten und in den Dreck gefallen.

Wie oft wurde er angerempelt, gestoßen, man mag es sich gar nicht ausmalen, so schmerzvoll war sein Weg nach Bethesda…

ABER! Mit jedem Mal, mit dem er wieder aufstand, mit jedem Mal Schmerz ignorieren und weiter und weiter gehen wurde sein WILLE zur Heilung fester.

Und was noch besser ist: Es wurde sein Vertrauen in seine Selbstverantwortlichkeit stabiler. Ja, ja, ja, sagte er sich, ich KANN das schaffen! Und ich WILL das schaffen!

Er hat gar nicht gemerkt, dass es nur noch der Lehm war, der auf seinen Augen klebte, der ihn hinderte, zu sehen, längst war er geheilt, als das Wasser des Teichs den Lehm abwusch.

Was wäre passiert, wenn Jesus ihn ohne diese schwere, schwere Aufgabe zu stellen, geheilt hätte?
Die Seele des Blinden hätte sich nicht verändert, sie hätte weiter an der eigenen Verantwortung gezweifelt, sie hätte weiter das Leben für Dreck gehalten, dem man am besten nicht drauf schaut.

Er hätte sehen können, ja, aber wie er das interpretiert, was er sieht, daran hätte sich gar nichts geändert.

Um die Seele in ihren Irrtümern zu heilen, braucht es viel mehr als das reine Entfernen von Lasten und Herausforderungen.

Gottes Wille kennt kein Warum, aber ein Ziel, denk darüber nach, liebe Heidemarie!

U: Sie fragt, was sie tun kann, um ihren Gesundheitszustand zu verbessern. Oder sind das ganz einfach Alterserscheinungen, mit denen sie fertig werden muss? Sie hat so wenig Kraft und ist so müde, wie kann sie die Kraft von früher wiederbekommen?

Heidemarie, du bist müde, weil eine Reihe von Unglücke dich ausgelaugt haben. Du hast deine ganze Kraft darein gesteckt, Unglück zu verhindern.

Und jetzt bist du einfach wie ein Soldat, der drei Tage in einer ununterbrochenen Schlacht gekämpft hat.

Natürlich bist du müde und diese Müdigkeit darf sein, aber sie hat ihre Zeit, so, wie auch die unglücklichen Zeiten enden werden, wird auch die Müdigkeit weichen.

Alles braucht Zeit: Lachen hat seine Zeit, aber Weinen hat auch seine Zeit, Kämpfen hat seine Zeit, Ruhen hat seine Zeit. Angreifen hat seine Zeit, Rückzug hat seine Zeit…

Müde bist du, weil du den Zeiten nicht ihren Platz gegeben hast. Ja, freilich hat das auch etwas mit dem Alter zu tun. Solange wir in jungen, frischen Körpern leben, spüren wir es nicht, wenn wir den Dingen ihre angemessene Zeit nicht gegeben haben.

Aber das Alter ist auch darum dem Menschen gegeben, damit er lernt, mit seiner Zeit und mit der Zeit, die Ereignisse fordern, bewusster umzugehen. Es liegt viel Weisheit darin, Alter kann sehr, sehr kostbare Güter in sich bergen.

Du aber hüte dich davor, in Angst auf dein Alter zu schauen! Denke immer daran: Hilflosigkeit ist die Chance, zu erleben, dass immer etwas kommt, das hilft.

Gott wirkt in schweren Zeiten doppelt helfend. Nur ist es nicht immer das, was ihr wollt, was er euch gibt, manchmal schickt er euch auch blind durch eine große Stadt.

U: Abschließend bedankt deine Heidemarie sich bei dir und sagt, dass sie dich sehr lieb hat.

B: Oh, mein tapferer, kleiner „Soldat”, ich hab dich auch sehr, sehr lieb, mehr, als du je verstehen wirst. Und nun geh mein Lieb, denk daran, alles hat seine Zeit. Und denk daran: Dort, wo deine Kraft nicht reichen kann, da helfen Engel.

Gottes Wille kennt kein Warum, aber sein Ziel ist, dass ihr seine Liebe erfahrt.
Nun geh in Frieden, Gott segne und behüte dich!