1074: Frei sein heißt, die Angst der Welt lassen zu können.

Frei sein heißt, die Angst der Welt lassen zu können.

Alle sagen: Wenn ich das NICHT habe, muss ich sterben!

Dann bin ich NICHTS wert!

Aber Gott sagt: Du bist IMMER mein Kind! IMMER!
Völlig bedingungslos! Ich lasse dich NIE!

Du magst mich lassen, aber auch das ändert gar nichts daran.

Dein Leben hat einen Sinn!

Und der Sinn ist:
Du bist mein sich immer weiter und weiter und weiter entwickelndes Kind!

Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir, spricht der Herr!

„Und ob ich schon wandle im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück.“

Obwohl mir das Wasser bis zum Hals steht, befürchte ich nicht, unterzugehen.

„Dein Stecken und Stab trösten mich.“

Ich weiß, dass Leid ein Ende hat, dass es einen Anfang, einen Höhepunkt und ein Ende von Leid gibt!

Mir ist diese Tatsache, die ich überall beobachten kann in der Schöpfung, ein Halt, auf den ich mich stütze im Tal meiner Ängste.

„Du bereitest vor mir einen gedeckten Tisch im Angesicht meiner Feinde.“

Egal, wie schwierig und unwahrscheinlich es ist:
Du gibst mir, was ich brauche.

Auch wenn mich Ängste bedrohen, hörst du nicht auf,
mir zu geben, was ich brauche.

„Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.“

Darüber hinaus ehrst du mich
und gibst mir sogar mehr als notwendig wäre.

„Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen ein Leben lang.“

Du weißt, was gut ist für mich und du gibst es mir.

Und du weißt, was ich kann und was nicht, dein Maßstab bin ich:
Ich bin so, wie ich nun einmal bin, keine Standards…

Du bist wirklich die Barmherzigkeit, die doch ein Jeder braucht.

„Und ich werde bleiben im Haus des Herrn immerdar…“

Niemals höre ich auf, bei dir zu sein.

Ob inkarniert oder nicht, ob ich dir nah bin oder mich von dir entferne: Ich bin immer und immer bei dir und ganz und gar dein!

Helmuth, wer dieses Bewusstsein hat, ist frei.

Wer Gott „hat“, ist frei!

Frei sein heißt: Die Angst der Welt lassen zu können.

Schutzengelkontakt

 

Ich bitte meinen Guide, mich mit Tzentzin, dem Guide von Helmuth zu verbinden, Helmuth bittet um diesen Kontakt.

Ich bin in einem einfachen Raum mit Lehmwänden.

In der Mitte sitzt Tzentzin auf dem Boden, mit ihm sitzen vier Menschen im Kreis.

Das Feuer im offen Herd an Ende des Raumes beleuchtet diese Szene nur dürftig.

Tzentzin schlägt leise auf einer kleinen Trommel, er lächelt, während die Menschen wie in Trance erscheinen.

Ich denke, dass ich einem religiöse Ritual bewohne.

Tzentzin sieht mich freundlich an und bedeutet mir wortlos, mich in den Kreis einzuordnen. Jetzt kann ich die anderen besser sehen.

Wie seltsam, sie sind völlig unterschiedlich.

Da ist ein etwa 12-jähriges Mädchen mit dunkler Haut, sehr, sehr mager und nur notdürftig gekleidet in ein zerrissenes, mehrfach geflicktes Kleid.

Ihr gegenüber sitzt ein vielleicht 18-jähriger Junge. Er trägt eine Schuluniform, dazu feinste Schuhe, die wie handgefertigt aussehen.

Ich sehe, dass er seine Nägel blutig abgekaut hat, sein Kopf ist gesenkt.

Dann sitzt da eine alte Frau. Ich hielt sie, solange ich hinter ihr stand, für jung, denn ihr langes, hellblondes Haar und die moderne Lederjacke, die sie trug, ließen mich das vermuten.

Aber sie ist alt, älter als ich, aber „auf jung“ gemacht.

Neben ihr sitzt ein Mann in den mittleren Jahren. Er trägt einen typischen Geschäftsanzug, den Kragen des Hemdes geöffnet, sein Hände halten krampfhaft ein Handy umklammert.

Einen Moment lang setzt die Trommel aus und ich spüre meine Nachbarn: Sie alle haben Angst, große Angst…

Bis die Trommel wieder einsetzt.

Mir wird ein wenig langweilig, ich schaue mich mehr um und entdecke, dass mit jeder Minute des Trommelns sich das „Dach“ des Raumes öffnet, immer weiter und ganz allmählich wird der Blick zu einem fantastischen Sternenhimmel frei.

Dann fühle ich, dass meine vier Begleiter zu ihrer angstvollen Notstimmung ein weiteres Gefühl haben: Sehnsucht.

Ein Gefühl, das mindestens so schmerzlich ist wie die Angst, wenn nicht noch schlimmer.

In manchen von ihnen wird sie zu einem Schrei, der nicht zu stoppen ist… nur der gleichmäßige Takt der Trommel bringt meine Mitmenschen hier wieder „runter“.

Ich frage mich, wie lange das hier so weiter gehen soll…

Betäubung von Angst und Sehnsucht: Und sowas macht Tzentzin?

Das kann ich nicht verstehen…

Gerade, als ich diesen Gedanken bewege, höre ich in mir Tzentzin sagen: Warte! Beobachte!

Er legt die Trommel zur Seite.

Der Boden in der Mitte beginnt sich zu wölben, dann bricht er auf und heraus kommt ein so heller Schein, dass ich geblendet bin.

Alle stehen erschrocken auf – bis auf Tzentzin.

Er greift ohne ein Zögern in den brennenden Pfuhl und zieht aus ihm eine Schale Reis.

Den Reis gibt er dem Mädel, das sich weinend und lachend zugleich über den Reis beugt, den Duft einatmet und vorsichtig zu essen beginnt.

Tzentzin greift wieder ins irdische Feuer: Er zieht einen Rollator heraus und stellt ihn vor die alte Frau, die sich so bemüht, 30 Jahre jünger zu wirken, als sie ist.

Erleichtert stützt sie sich auf den Rollator, sie lächelt.

Dann greift Tzentzin wieder ins Feuer unter uns und heraus zieht er einen Hobel und einen Zimmermanns Hut. Beides reicht er dem jungen Mann und der strahlt.

Jetzt, wo aus seinem Gesicht die Anspannung gewichen ist, sehe ich erst, wie hübsch dieser junge Mensch ist.

Zum Schluss greift Tzentzin noch einmal ins Feuer: Er holt eine Fahrkarte heraus, dann einen kleinen Koffer…

Er streckt seine Hand zum Mann im Anzug hin und fordert dessen Handy. Erleichtert lässt der es los, nimmt mit Tränen in den Augen und lächelnd sein „Feuergeschenk“ an.

Endlich verlassen alle den Raum und ich bin mit Tzentzin allein.

Der Raum bleibt zum Sternenhimmel hin offen, aber die Erde unter uns schließt sich wieder.

Tzentzin: Willkommen, Frau!

Uta: Danke, Tzentzin, das war eben sehr bewegend!

Tzentzin: Wenn Wünsche sich nicht erfüllen, das kann tatsächlich sehr bewegend sein, ja… und sehr not – wendig.

Hast du gesehen? Sie waren frei, als sie gingen!

Uta: Ja.

Tzentzin: Hast du auch gespürt, was sie fühlten?

Uta: Immer, wenn du ihr Geschenk – das aus dem Erdenfeuer kam – hervorgeholt hast, fiel großer Schreck über sie.

Aber in dem Moment, wo sie danach griffen, ganz große tiefe Erleichterung und Freude.

Tzentzin: Und ihre Angst?

Uta: Vertiefte sich anfangs und war dann weg.

Tzentzin: Und ihre schmerzreiche Sehnsucht zum Himmel hin?

Uta: Genauso: erst noch heftiger werdend und dann weg.

Tzentzin: Ja… ihr Maß an Angst überschritten und dann weg.

Ihr Maß an Sehnsucht überschritten und dann weg…

Und in die Leere, die das erzeugte: Erleichterung und Freude, obwohl dass, was ich ihnen gab, nicht war, was sie sich ersehnten, abgesehen von der Kleinen.

Ich will ganz kurz die Lebensgeschichte jedes Einzelnen schildern.

Das Mädchen, das du gesehen hast, lebt am Rand einer kleinen Stadt in Indien.

Ihr Vater ist gestorben. Er war Bauer gewesen, doch sein Land wurde ihm genommen, danach hatte er sich umgebracht.

Ihre Mutter war voller Verachtung und Hass auf das Landleben und zog mit ihren Kindern in die Stadt.

Mali – ihre fünf Geschwister und ihre Mutter – leben in einer winzigen Wohnung, die man anderswo nicht einmal als Hühnerstall benutzen würde, so schlimm sind die Umstände.

Mali muss wie ihre Geschwister auch in einer Weberei arbeiten seit ihrem fünften Lebensjahr.

Es ist furchtbar dort, sie wird getreten, geschlagen, aber sie bekommt Essen für ihre Arbeit und ein wenig Geld.

Das Geld braucht die Mutter, um die „Wohnung“ zu bezahlen.

Alle – die ganze Familie – haben Angst davor, diese Miete nicht mehr bezahlen zu können.

Und noch mehr Angst haben sie davor, ihre „Arbeit“ – die in Wahrheit die schlimmste Form von Sklaverei ist – zu verlieren.

Die Angst, obdachlos zu werden, die Angst davor, kein Essen mehr zu verdienen, hält sie alle „gefangen“.

Mali wurde gesagt: All das Leid sei die Wirkung von „bösem“ Karma und jetzt würde sie dieses Karma durch Leid „abtragen“.

Wenn sie wieder stirbt, dann würde sie sicher ins selige Nirwana gehen, denn neues Karma könne sie sich in der machtlosen Position schließlich nicht ansammeln.

Mali hat oft gebetet: Lasst mich doch bitte sterben!

Aber statt dass ihr gewährt wurde, verlor sie ihren „Job“.

Weil sie nicht mehr zur Miete betragen konnte und ihre Mutter nicht Malis Ernährung stellen konnte, wurde Mali eine obdachlose Bettlerin.

Aber etwas blieb in Mali, etwas, das unter ihrer Angst und Todessehnsucht immer gewartet hatte: Vertrauen…

Da war immer etwas, das Vertrauen darin hatte, ein Recht zu haben, zu leben.

Dieses Vertrauen wurde stark und groß, als sie sich zu Ende geängstigt hatte, als kam, was sie gelernt hatte, zu fürchten.

Ein mächtiges Fühl-Wissen: ICH, Mali, will und darf gut leben!

Da sowieso ganz egal war, wo sie Bettlerin war, verließ sie die hässliche Stadt, sie ging aufs Land.

Eine Weile versuchte sie dort, zu betteln, was ihr mal mehr und mal weniger gut gelang, bis sie schließlich zu einem guten, braven Bauern kam.

Er wollte ihr nichts schenken, aber er fragte sie, ob sie für ihn arbeiten könne, seine Kinder betreuen, der Frau im Haushalt helfen und wenn es nötig sei, auch auf dem Feld.

EIGENTLICH wollte Mali sowas NIE!

Aber jetzt wollte sie, denn sie wollte LEBEN!

Nie hatte sie SO SEHR leben wollen wie seit der Zeit, in der jeder Tag ein Überlebenstag war: ungewiss und gefährlich.

Nichts mehr von der Todessehnsucht, nichts mehr von der Angst, unversorgt verhungern zu müssen…

Jeder Tag gab nun schon seit Wochen ihr, was sie HEUTE brauchte: Nur anstrengend war es ihr…

Mali wurde, was sie nie gedacht hätte: Sie wurde eine starke, lebensbejahende Frau, die ihren Platz in der dörflichen Gemeinschaft in innerem Frieden ausfüllte.

Mali hatte ihre größte Angst überlebt und das hatte ihr erst gezeigt, was sie WIRKLICH glaubte.

Dass sie gerne lebt und dass sie fröhlich leben möchte hier im Irdischen.

Dass sie die Freuden des Irdischen liebhat und dankbar ist, wenn sie das genießen kann, was ihr geboten wird.

Und das vermeintlich „böse Karma“ ist ihr ganz egal!

Margot, die alte Frau: Sie hat, als sie jung und schön war, nur ein Ziel gekannt: Sich sehr gut zu verheiraten.

Reich sollte er sein – ihr Traummann – und angesehen und natürlich auch nett.

Sie hat gefunden, was sie suchte: Er war allerdings nicht nur nett, sondern genau wie sie selbst anspruchsvoll.

Alle Ansprüche, die man sich kaufen konnte, wurden erfüllt.

Die, die man nicht kaufen kann, leider nicht.

Die „Liebe“ beider versickerte wie Wasser im Sand.

Freunde waren nur solche, die den Anspruch nach Ansehen stützen.

Kinder nichts weiter als Standards, die zu erfüllen waren.

Eigentlich hätte Margot sagen können: Ich habe alles gekriegt, was ich als junges Mädchen haben wollte.

Damit hätte sie glücklich sein können!

Aber Margot hatte – je mehr sie als Besitz betrachten konnte und je stärker sie sich an gesellschaftliche Rahmenbedingungen gewöhnt hatte – Angst, all das zu verlieren!

Sie wusste: Das alles ist weg, sobald sie zu alt war, um repräsentabel zu sein und zu hilfsbedürftig, um an all den Events teilnehmen zu können.

Von ihrem sechzigsten Lebensjahr an war jeder Geburtstag ein Tag, der sie tiefer in diese Angst führte! 

Sie betete um Erlösung!

Sie erbat, frei sein zu dürfen und meinte damit, dass sie möglichst schnell einfach tot umfallen darf.

Und sie versuchte, ihre Angst vor dem Alt werden einzudämmen, indem sie immensen Aufwand betrieb, jünger zu wirken, als sie tatsächlich war.

Eines Tages dann wurde sie krank: Ihre Beine trugen sie nicht mehr so richtig, das galt es zu vertuschen…

Aber schließlich stürzte sie und das so gründlich, dass sie von da an Hilfe im Alltag brauchte.

Sie war plötzlich – und ohne es verbergen zu können – eine alte Frau.

Vorbei die Anerkennung ihrer Schönheit, vorbei all die wichtigen Events, weg all die Freunde…

Ein leeres, schönes Haus an einem Ort, in dem niemand sie wirklich kannte, obwohl sie seit 40 Jahren dort lebte.

Ihr Mann? Hm… anderswo mit einer Anderen.

Ihre Gegenwart ließ ihn sich selbst alt fühlen, das versuchte er, zu vermeiden.

Als sie immer weniger fähig wurde, allein zu leben, entschloss er sich, ihr eine kleine Suite in einem Altenheim zu besorgen.

Ihr das Mitspracherecht zu nehmen, war eine rein juristische Formsache.

Panik war, was Margot fühlte – als sie sich dort wiederfand – und Wut!

Das war wirklich das exakte Gegenteil dessen, was sie in ihren angstvollen Gebeten erbeten hatte!

Und dann? Dann wurde ihr klar, dass eine ungeheure Kraft in ihr war.

Dass sie jetzt, wo alles „Bedeutende“ weg war, Dinge und Menschen wirklich FÜHLTE!

Sie FÜHLTE: wahres Interesse, wahre Nähe, wahres Vertrauen, wahre Freude, auch manchmal wahre Trauer…

Hier am „Bodensatz“ ihres Lebens – wie sie das anfangs nannte – fand sie ihre Fähigkeit, zu leben in aller Freiheit vom Angesehen sein.

Sie hat sich noch sehr, sehr viel Zeit gelassen mit dem Sterben.

Ja, es war ihr, als wären die fast achtzig Jahre davor gar kein Leben gewesen, sondern – als wäre sie im Grunde damals tot gewesen – jetzt erst lebendig.

Margot erkannte: Nichts ist so schön, wie sich lebendig zu spüren!

George ist der Sohn eines erfolgreichen Bankers.

Seine Eltern sind getrennt, sein Vater lebt in New York, seine Mutter in London, man sieht sich gelegentlich.

Sein Vater ist für ihn der wichtigste Mensch der Welt.

Er hat früh gelernt, ihn zu bewundern.

Seinen Erfolg, seine Durchsetzungskraft: ein „König“ in seinem Bereich.

Und er hat früh gelernt, dass es nur einen Weg gibt, nicht in den Zorn dieses „Königs“ zu geraten: ihm absolut zu gehorchen!

Er liebt seinen Vater also nicht, er hat Angst vor ihm und das mit gutem Grund!

Oft und nachhaltig hat er erlebt, was sein Vater mit denen macht, die ihn enttäuschen, inklusive seiner eigenen Mutter!

George hat die Angst vom Vater übernommen: Fürchte weder Tod noch Teufel, aber fürchte es, Mittelmaß zu sein!

Es gibt keinen zweiten Platz: Du bist Erster oder du bist ein NICHTS!

Seit er denken kann, hat George Angst davor, ein NICHTS zu sein.

Einen Glauben hat George nicht, dennoch hat er „gebetet“, sein Gebet ging an ihn selbst: Ich will niemals ein Nichts sein!

Nun ja: Was er fürchtete, wurde wahr.

Seine Ausbildung in Eaton brachte in ihm Mittelmaß, mehr war nicht möglich.

Sein Studium? Drei Abbrüche: Er war deutlich zu weniger fähig als das dort übliche Mittelmaß.

Diverse Praktikantenstellen bei abhängigen Geschäftspartnern des Vaters im Ergebnis: niederschmetternd. 

So fleißig und ehrgeizig er auch war: Nichts reichte, um je mehr zu sein als Mittelmaß.

Als er schuldhaft aus seiner achten Stellung als „Praktikant“ bei einer juristischen Kanzlei entlassen wurde, ließ sein Vater ihn fallen.

Er stellte nicht nur seine monatlichen Zahlungen ein, er warf ihn auch aus seiner Wohnung.

George meinte, sich umbringen zu müssen!

Aber als er da stand mit dem Giftcocktail in seiner Hand, hörte er sich selbst sagen.

„Das ist doch MEIN Leben! Ich war noch nie glücklich!

Ich hatte nie Zeit, auszuprobieren, was ich gut finde!“

Im dunkelsten Augenblick seines Lebens fand er etwas in sich, was er noch gar nicht kannte: Seine Neugier darauf, was das Leben für ihn bereithielt!

Er rief einen seiner wenigen Freunde aus der Schulzeit an.

Einer, der ihm immer geholfen hatte, wenn er nicht lernen KONNTE, was er hätte lernen müssen, und erzählte ihm, was geschehen war.

Er hatte gar keine Erwartung an diesen Freund, aber ihn zu sprechen, das fühlte sich einfach irgendwie richtig an.

Dieser Freund hörte aufmerksam zu und dann sagte er: George, ich habe da einen Onkel in York, der hat eine kleine Schreinerei und sucht einen Auszubildenden…

Vielleicht…

Weiter kam er nicht. Denn George WUSSTE in sich: DAS! Genau DAS wollte ich IMMER machen: Mit meinen Händen arbeiten, sehen, wie etwas entsteht! Ja!

Mit seinem letzten Geld zahlte er den Flug nach England…

Sein Vater hat ihn fallen gelassen, vor nichts hatte er solche Angst…

Aber genau der Moment war der Tag seiner Befreiung!

George wurde Schreiner, er liebte diese Arbeit, er liebte sein Leben.

Er war am Ende seines Lebens das personifizierte Mittelmaß – wie sein Vater einmal über ihn sagte – und er war damit sehr glücklich!

Jetzt noch Wilhelm: Wilhelm war Politiker.

Das wollte er immer werden! Politiker, Macht ausübender.

Wilhelm hatte solche Angst vor Ohnmacht! Solche Angst, nicht gewürdigt und respektiert zu werden!

Wer nicht respektiert wird, der geht unter!

Das hatte er von seinem Vater gelernt, der als Alkoholiker endete: geschmäht und verachtet von der ganzen Verwandtschaft.

Wilhelm kam schnell nach oben, alle Wege des weiteren Aufstiegs schienen ihm offen zu stehen.

Dafür zahlte er einen hohen Preis: Er arbeitete mehr, als sein Körper und seine Psyche verkraften konnten.

Um sich weiter zu treiben, nahm er Aufputschmittel.

Und Schlafmittel, um sich wieder „runter“ zu holen, falls seine Termine es erlaubten.

Kurz nach seinem 52. Geburtstag brach er zusammen, sein Herz versagte.

Er machte eine Nahtod-Erfahrung!

Er stand vor dem Jenseits, das „Licht“ zog ich magisch an.

Aber vor diesem Licht, da stand tatsächlich sein Vater und der sagte:

„Wilhelm, wenn du willst, kannst du hier rein.

Aber bedenke: Du hast gar nichts mitgebracht an Erfahrungen außer einer: Wer zu fleißig versucht, seine irdischen Ziele zu erreichen, wer sich seinen Zielen aufopfert, der stirbt…

Du hast nichts Wichtiges mitgebracht, du weißt immer noch fast gar nichts von dir und du hast keine Ahnung, was tatsächlicher Respekt ist…

Du hast nur Ängste ausgelöst oder mit Hoffnungen herumgetrickst, die du nie vorhattest, zu erfüllen.

Dein ganzes Leben hast du einfach nur versucht, zu vermeiden, dich deiner verflixten Angst vor Respektlosigkeit nicht stellen zu müssen.

Deshalb: Du kannst hier rein, wenn du willst, aber du hast weniger mitgebracht als ich, bedenke das!“

Wilhelm wusste in dem Moment, dass sein Vater recht hatte.

Er entschied sich, weiter zu leben.

Lange war er schwer behindert.

Er fing im wahrsten Sinn des Wortes ganz von vorne an, er musste wieder lernen: zu laufen, zu sprechen, selbständig zu essen und vieles andere mehr.

Das war ein jahrelanger Prozess und letztlich blieb er doch behindert.

Macht? Nein, er hat keine Macht, so wie er früher einmal meinte, sie zu brauchen.

Das war vorbei, er war ANGEWIESEN, ABHÄNGIG…

Und er erlebte ein Wunder!

DENNOCH begegneten ihm seine Mitmenschen mit Respekt.

Weil er sich nicht mehr damit herummühte, Respekt durch Machtmittel und Manipulation in seinen Mitmenschen zu erzwingen, wurde Eigenschaften in ihm groß, die bisher nur geschlummert hatten.

Seinen Mitmenschen wurde er zu einem empathischen, treuen Freund und Berater.

Er schenkte denen, die in Angst gefangen waren, Mut.

Und er trug eine so sichere Gewissheit in sich, dass das Leben weitergeht, dass er viele Menschen dazu bewegte, sich ihrer größten Angst zu stellen: Der Angst, endgültig nicht mehr zu existieren.

Lieber Helmuth: Auch du bist deiner Angst begegnet und auch du hast die zu Ende geängstigt.

Nein, nein, dass all das Leid, der Schmerz und die Angst in dein Leben gekommen sind, das hat gar nichts mit Prüfung oder gar Strafe zu tun.

Das spürst du schon… ich weiß.

Ja, ich weiß auch: Menschlich ist es, zu denken, dass es da irgendeine Form von „Verschulden“ gibt, die Leid auslöst.

Falsch gelebt, falsches Karma, falsche Gedanken, usw., usw.

Ach, weißt du, lieber Freund, das gibt es doch seit Jahrtausenden!

Wer die Ursache kennt, die Unglück auslöst, der kann sie schließlich in „Zukunft“ vermeiden, nicht wahr?

Das ist ganz menschlich.

Aber es geht nicht um Schuld, es geht um ANGST!

Helmuth, Angst ist dämonisch. Angst verdreht Seelen, Angst bringt vom Weg ab und Angst fesselt alle guten Kräfte.

Sowohl die, die im Lebenden immanent anwesend sind als auch die unseren als eure Begleiter.

Wessen Bewusstheit von Angst regiert wird, ist gefangen darin!

Ihr könnt aber nicht einfach per Einsicht und Entschlossenheit eure Ängste lassen.

Angst ist ein Gefühl, die nur ÜBERLEBT werden kann…

Nur das Leben in der irdischen Begrenztheit eröffnet diesen Weg!

Das, was ich gefürchtet habe, ist mir wahr geworden.

Und dann?

Dann habe ich gesehen: Es ist NICHT das Ende von allem, was mir wichtig ist!

Um dieser Erfahrung willen wird inkarniert, lieber Helmuth.

Es geht zum nicht unerheblichen Teil darum, zu ERFAHREN, dass Angst nichts weiter ist als eine unbrauchbare Form von Bewusstseinszuständen.

Angst hat immer etwas damit zu tun, dass es an Vertrauen mangelt: Vertrauen in sich selbst, Vertrauen in seine Mitmenschen, Vertrauen in Gott.

Angst knüpft Vertrauen an Bedingungen.

Sie sagt: Ich will ja vertrauen und deshalb brauche ich…

Mali sagt: …meine Mutter und Geschwister um mich herum.

Margot sagt: …die Bewunderung anderer.

George sagt: …die Zuwendungen meines Vaters.

Wilhelm sagt: …Macht und Einfluss.

Alle sagen: Wenn ich das NICHT habe, muss ich sterben!

Dann bin ich NICHTS wert!

Aber Gott sagt: Du bist IMMER mein Kind! IMMER! Völlig bedingungslos! Ich lasse dich NIE!

Du magst mich lassen, aber auch das ändert gar nichts daran.

Dein Leben hat einen Sinn!

Und der Sinn ist: Du bist mein sich immer weiter und weiter und weiter entwickelndes Kind!

Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir, spricht der Herr!

„Und ob ich schon wandle im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück.“

Obwohl mir das Wasser bis zum Hals steht, befürchte ich nicht, unterzugehen.

„Dein Stecken und Stab trösten mich.“

Ich weiß, dass Leid ein Ende hat, dass es einen Anfang, einen Höhepunkt und ein Ende von Leid gibt!

Mir ist diese Tatsache, die ich überall beobachten kann in der Schöpfung, ein Halt, auf den ich mich stütze im Tal meiner Ängste.

„Du bereitest vor mir einen gedeckten Tisch im Angesicht meiner Feinde.“

Egal, wie schwierig und unwahrscheinlich es ist: Du gibst mir, was ich brauche.

Auch wenn mich Ängste bedrohen, hörst du nicht auf, mir zu geben, was ich brauche.

„Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.“

Darüber hinaus ehrst du mich und gibst mir sogar mehr, als notwendig wäre.

„Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen ein Leben lang.“

Du weißt, was gut ist für mich und du gibst es mir.

Und du weißt, was ich kann und was nicht, dein Maßstab bin ich: Ich so, wie ich nun einmal bin, keine Standards…

Du bist wirklich die Barmherzigkeit, die doch ein Jeder braucht.

„Und ich werde bleiben im Haus des Herrn immerdar…“

Niemals höre ich auf, bei dir zu sein.

Ob inkarniert oder nicht, ob ich dir nah bin oder mich von dir entferne: Ich bin immer und immer bei dir und ganz und gar dein!

Helmuth, wer dieses Bewusstsein hat, ist frei.

Wer Gott „hat“, ist frei!

Frei heißt: die Angst der Welt lassen zu können.

Jedes Kind hat – je älter es wird – umso mehr Angst vor tiefem Wasser…

Wie anders könnte ein Kind solche Angst lassen als durch die Erfahrung, dass Schwimmzüge helfen, NICHT unterzugehen.

Die Angst vor tiefem Wasser ist nicht durch „Trockenübungen“ los zu werden.

Sondern durch die Aneignung von Fähigkeiten und Wissen (Schwimmzüge lernen) und dann deren Anwendung IM Wasser!

Du bist ins tiefe Wasser geraten wie Mali, Marion, Georg und Wilhelm.

Deine Angst davor, zutiefst verlassen zu sein, die hast du jetzt loslassen dürfen.

Wo immer ich bin, in welchem äußeren wie inneren Zustand ich mich befinde: Ich bin im Haus des Herrn IMMERDAR!

Lieber Helmuth, das war ein wichtiger, wichtiger Entfaltungsweg deiner Seele.

Ich danke dir so sehr, dass du nicht aufgegeben hast.

Wer die Angst loslässt, bekommt die Hände frei!

Da gilt es dann, zuzugreifen.

Das tust du, lieber Freund: Du greifst die Liebe Gottes mit BEIDEN Händen!

Wir freuen uns, so sehr!

Ich möchte mich auch dafür bedanken, dass ich all diese Worte an dich richten darf.

Jetzt lass uns den Sieg feiern!

Dein Tzentzin!

Freund von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.