1104: Du bist der, der weiß, was Liebe ist: nämlich Gott, nämlich Leben, nämlich alles, was zählt.

 

Du bist der, der weiß, was Liebe ist:
nämlich Gott, nämlich Leben, nämlich alles, was zählt.

Du bist der, der weiß, dass ohne Liebe nichts gut ist.

Du bist der, der weiß, dass auch im Schlimmsten die Liebe zu suchen ist, und sei es Gottes Liebe, Selbstliebe, Nächstenliebe.

Das weißt du, nicht weil du es in Büchern gelernt hast.

Da hast du es nur gesucht, da hast du nur Bestätigung gesucht.

Du hast Zustimmung gesucht, weil du unsicher bist,
ob das so wahr sein kann, so simpel wahr sein kann.

Dass Liebe das einzig Wahre ist.

Dass Liebe lieben der einzige Sinn des Seins sein kann.

Du hast dieses Wissen mit auf die Erde gebracht.

Das ist ein Wissen, für das du stehst und einstehen darfst.

Es ist nicht deine Aufgabe,
andere Menschen zu dieser Erkenntnis zu führen.

Wenn sie es wollen, tun sie es.

Wenn sie es nicht wollen, lass es.

Es ist die Aufgabe Gottes, diese Menschen dorthin zu führen.

Und ein Teil seines Weges mit diesen Menschen
bist du mit deinem Wissen um Liebe.
Elia

 

Zu Gast sind Horst und Lydia.

Elia: Guten Morgen, Liebe Freunde.

Alle: Guten Morgen, Elia.

Elia: Ein schöner Sommertag, gerade recht kam ein Gewitter.

Ist das nicht erstaunlich?

Wir fürchten das Gewitter.

Und dennoch: Die Spannung wird entladen, der Tag beginnt frisch und neu.

Der Staub ist abgewaschen, die Luft klar.

Gewitter sind nötig, nicht wahr?

In Gottes Liebe gibt es Blitz und Donner, Hagelschlag und Feuer sogar.

Aber nie tötet Gottes Liebe endgültig, sie wandelt nur.

Sie lässt das Alte, Verdorbene hinter sich und wirkt das Neue.

Und so wollen wir diesen Tag und diese Gelegenheit, miteinander zu reden, nutzen.

Neues soll heute entstehen, Altes darf losgelassen werden.

Das gilt für euch beide.

Neues, das doch vertraut ist, aber frisch und jung und frei.

Das sag ich was.

Frisch und jung und frei seid ihr ja gar nicht mehr, ihr seid ja schon fast: Alt?

Nein, immer noch nicht, das schafft ihr auch in diesem Leben nicht: Alt zu sein.

Jung seid ihr, als Seelen seid in der Mitte eurer Entwicklung angelangt.

Nichts Kindisches mehr, auch nicht mehr leichtfertig Jugendlich.

Ihr seid in eurer Mitte.

Nun, da wird es Zeit, zu wirken.

Das Kind spielt, der Jugendliche erprobt sich nur.

Aber der Mensch der Mitte, der hat zu wirken.

Und darum geht es bei euch Beiden: Euch dabei zu helfen, ist kein Dienst, sondern Selbstverständlichkeit, weil die Schöpfung das so tut.

Lasst uns anfangen.

Ich bitte zuerst dich, lieber Freund, deine erste Frage zu stellen.

Horst: Worin besteht meine seelische Aufgabe, damit ich meine Arbeit mit Leichtigkeit zum Segen aller tun kann?

Elia: Schau, wie viel Bedingungen du stellst.

Mit Leichtigkeit, wer sagt das? Ist nicht manches Mal auch ein Mühen, gerade dieses Goldstückchen zu finden, das man sucht?

Ist Mühe so verwerflich? Nein.

Es kommt aber auf die Mühe an und welchen Zweck das sich Mühen hat.

Mühe auf dich zu nehmen aus Liebe heraus, ach, das ist dir gar keine Mühe.

Das ist anstrengend, aber Mühe und Last, Abmühen? Nein.

Die Mühe, die liegt dir stets dort, wo du den Sinn nicht einsehen magst.

Darf es dann Mühe sein? Was meinst du?

Horst: Bisher war es das, ja.

Elia: Das ist so.

Du schaust auf die Mühe und das macht einen faden Nachgeschmack in dir, was deine Arbeit angeht, ja.

Was wäre, wenn du auf die Mühe schauen würdest und ein wenig von der Dankbarkeit deines Guides nehmen würdest und sagen würdest:

Ach, das ist doch eigentlich ganz wunderbar, dass ich das schaffe, der Mühe nicht davonzulaufen.

Dass ich so sehr liebe, dass ich bereit bin, mich abzumühen, auch wenn es für Unsinniges ist.

Da bin aber jetzt recht zufrieden mit mir, dass ich das tue.

Horst: Ja, das ist es, das hört sich gut an.

Elia: Und es ist doch die Wahrheit!

Die Mühen unsinniger Tätigkeiten, weil Kultur, Macht, Religion, soziale Vereinbarung es uns abverlangen, die sind da.

Und der Preis, sie nicht mehr zu zahlen, würde ja bedeuten, dass du noch für sehr wenige Menschen erreichbar wärst.

Das wäre dir eine größere Last.

Dass du dich mühst mit diesen Dingen, das ist Ausdruck deiner Liebe, nur du weißt es noch nicht.

Es ist nicht Ausdruck deiner Ohnmacht, nicht Ausdruck deiner ständig zu großen Anforderungen an dich selbst, nein, nein.

Du könntest ja sagen: Nein, das alles nehme ich nicht mehr auf mich.

Aber es würde bedeuten, dass viele der Menschen, die dich brauchen, für dich Menschen wären, denen du „Nein“ zu sagen hättest. Das aber magst du gar nicht.

Also handelst du aus Liebe und mühst dich mit Unsinnigem für die, ja.

Und auch für dich, weil es dich glücklich macht, möglichst jedem helfen zu können, nicht wahr?

Ist es so?

Horst: Es ist wahr.

Elia: Ja, dann – dann darfst doch auch mit Genugtuung darauf schauen, dass du diesen Mühen nicht davonrennst

Horst: Wenn die Mühe aus der Liebe kommt, dann bringe ich sie gerne auf.

Elia: Was dich schwächt – was dich bei der Mühe ermüdet – das ist, dass du dich daran reibst und keinen Ausweg weißt.

Du siehst dich ohnmächtig ausgeliefert, wehrlos vor einen Karren gespannt, der nicht der deine ist.

Aber es ist schon dein Karren und du hast eine Entscheidung getroffen. Es ist dir nur nicht bewusst, ja?

Einverstanden?

Horst: Ja, das wird stimmen, ja.

Elia: Du wirst sehen, mit diesem anderen Blick ist es mit der Ermüdung dann gar nicht mehr so schlimm.

Horst: Das würde mich freuen, das hoffe ich.

Elia: Hast du dazu noch eine weitere Frage oder habe ich sie damit beantwortet?

Horst: Vielleicht ist die Zweite eine ähnliche Frage in der Richtung: Was habe ich in meinem neuen Buch und in den Gruppen den Menschen in der heutigen Zeit mitzuteilen, mit auf den Weg zu geben?

Elia: Wenn ich dir das jetzt sagen würde, dann hättest du bei jeder Begegnung ein Ziel, auf das du deinen Blick richtest, innerlich wie äußerlich.

Es gibt aber kein Ziel und es gibt auch noch nichts zu geben.

Alles, was es gibt, ist, was du bist.

Du bist der, der weiß, was Liebe ist: nämlich Gott, nämlich Leben, nämlich alles, was zählt.

Du bist der, der weiß, dass ohne Liebe nichts gut ist.

Und du bist der, der weiß, dass auch im Schlimmsten die Liebe zu suchen ist, und sei es Gottes Liebe, Selbstliebe, Nächstenliebe.

Das weißt du, nicht weil du es in Büchern gelernt hast.

Da hast du es nur gesucht, da hast du nur Bestätigung gesucht.

Du hast Zustimmung gesucht, weil du unsicher bist, ob das so wahr sein kann, so simpel wahr sein kann, dass Liebe das einzig Wahre ist.

Dass Liebe lieben der einzige Sinn des Seins sein kann.

Du hast dieses Wissen mit auf die Erde gebracht.

Das ist ein Wissen, für das du stehst und einstehen darfst.

Es ist nicht deine Aufgabe, andere Menschen zu dieser Erkenntnis zu führen.

Wenn sie es wollen, tun sie es.

Wenn sie es nicht wollen, lass es.

Es ist die Aufgabe Gottes, diese Menschen dorthin zu führen.

Und ein Teil seines Weges mit diesen Menschen bist du mit deinem Wissen um Liebe.

Deine Aufgabe ist, wenn ich es ganz einfach formuliere: sei du, sei da.

Das ist deine Aufgabe.

Du versäumst sie unter Umständen, wenn du meinst, ein Ziel erst erfüllen zu müssen.

Nein, nein, du bist schon das Ziel für die: In ihrer Zeit, die sie haben.

Du bist schon das Ziel, wenn auch ein Etappenziel.

Da musst du nichts werden…

Es gibt kein Ziel – habe ich gesagt, lieber Horst – dass du erreichen könntest.

Denn wenn es ein Ziel gibt, dann ist es doch nur eins und das gilt allen: Dass die Menschen zur Liebe, das heißt zu Gott, das heißt zu sich und ihrer Natur zurückfinden.

Das Ziel ist groß und dir nicht möglich, du bist ja ein Mensch.

Deshalb darfst du aber, weil du ein Mensch bist, der die Liebe kennt, sie begleiten auf ihrem Weg mit uns dorthin.

Du bist nicht der Gaul, der den Weg allein zu ziehen hat.

Das ist auch gar nichts Heiliges, das zu wollen.

In Wahrheit, lieber Horst, sind wir ein Gespann.

Das allererste Pferd, das dürfen wir getrost Jesus nennen.

Und dann kommen, viele, viele, die mit dir den Wagen ziehen.

Dass es dir so mühevoll und schwer ist – so riesengroß – liegt daran, dass du noch ganz unsicher bist, ob es reicht, was du bist und hast.

Reicht es dir nicht, kann das sein?

Gott reicht es, uns reicht es.

Reicht es dir nicht?

Horst: Es fängst jetzt vielleicht an, mir auch zu reichen.

Elia: Horst, das Wunderbare deiner Arbeit entschlüsselt sich leider nicht im Erfolg.

Der ist ja flüchtig, das wissen wir.

Das Wunderbare entschlüsselt sich in jenen Momenten, in denen du spürst: Jetzt – mit diesen Satz, mit diesem Blick, mit diesem Schachzug – habe ich diesen lieben Menschen da drüben ein Stück weitergebracht in eine neue Realität.

In die Realität, dass Liebe auch für ihn wahr ist.

Das sind wunderbare Augenblicke, du kannst sie gar nicht mit Namen nennen, aber die spürst du dann und dann bist du stark und jung.

Horst: Die habe ich schon mal gespürt, ja.

Elia: Ja, ja. Das ist eine Frage der Achtsamkeit.

Mal gespürt, Horst?

Ach, Horst.

Jedes Mal sind wir dabei und wissen es doch: Jedes Mal – in jedem Gespräch, in jeder Aufstellung, ja auch in jedem Genogramm, dass du machst – liegt dein Wissen um Liebe.

Und auch wenn der Verstand des Klienten oder die verletzte Psyche diese Wahrheit noch nicht nehmen kann, so kommt es doch in der Seele an.

Schau nur recht hin, schau nur hin!

Der Blick aufs Ziel, der Blick aufs Vollkommene, ach…

Weißt du, der gehört in die letzte Gymnasialklasse, wenn es darum geht, wie das Abi ausfällt.

Da ist Vollkommenes definiert und man kann es messen, wie weit man gekommen ist.

Nein, du hast es nie messen können.

Wenn du wieder bei uns bist, dann wirst du es sehen!

Und ich schätze, dann wirst du dir vor die Stirn fassen und sagen: Warum habe ich das nicht gesehen? Es war täglich da!

Es ist täglich da!

Du kannst, wenn du willst, beglückt im Geiste Gottes sein jeden Tag.

Du kannst es jeden Tag wahrnehmen.

Die Frage ist, ob du so viel Glück aushalten magst.

Horst: Ich würde mich dran freuen…

Elia: Dann fang an!

Es ist da, nichts muss noch werden, es ist da.

Deine nächste Frage.

Horst: Wie kann ich zu einer guten Beziehung zu Lydia und zu meinen Kindern beitragen?

Elia: Tust du das nicht? Doch, so gut du kannst.

Ja, funktionierts dann nicht?

Doch, so gut es geht. Mehr ist nicht drin.

Du bist nicht zufrieden?

Nein.

Zufrieden sein mit dem, was jetzt da ist, ist eine Kunst.

Dass du diese Kunst nicht so ganz beherrschst, was diese Dinge angeht, das hat etwas mit deinen Verletzungen zu tun.

Was immer du getan hast: Es hat nicht gereicht, um deine Botschaft, mit der du geboren bist, deutlich zu machen.

Es gibt einen ganz, ganz großen Schmerz in dir.

Und das ist der Schmerz des nicht Verstanden werdens.

Und darum gibst du dir solche Mühe!

Du gibst dir solche Mühe, dass sie verstehen: Es geht dir nicht um dich.

Es geht dir darum, dass sie endlich anfangen, zu lieben: sich selbst lieben, einander lieben, das Leben…

Und sie verstehen nicht gut.

Ja, das ist so und das ist deine Wachstumsprüfung, möchte ich sagen.

Es ist einem Lehrer so leicht, den guten Schüler zu lieben.

Aber was ist mit den Langsamen, was ist mit den Bockigen, was ist mit denen, die einfach nicht genug Intelligenz haben?

Was ist mit den Faulen, den Frechen?

Die auch?

Die auch!

Ja, nicht ihr Verhalten, aber sie als Mensch, ja.

Ja, es ist leichter, wenn alles klar wäre.

Es wäre leichter, deine Töchter würden verstehen, wie sehr du sie liebst: ganz tief verstehen.

Es wäre so viel leichter.

Und es wäre so viel leichter, die Lydia hätte keine Angst vor Liebe, das wäre ganz leicht.

Ja, nur grad dann, Horst, dann würdest du, sowie du bist, ja gar nicht gebraucht.

Du bist der Priester, der in eine Welt gesetzt ist, in der er – ich will nicht sagen Baby Brei – als Nahrung spenden muss, aber Diätkost.

Das satte Festmahl Liebe, das du zu bieten hättest, das lässt sich für die nicht gar nicht verdauen.

Das liegt aber nicht an dir.

Du bist sozusagen ein Diätpriester.

Liebst du genug, um das auszuhalten?

Was meinst du?

Horst: Ja, wo ich jetzt weiß, dass das meine Aufgabe ist, koche ich die Diätkost gerne.

Elia: Nicht wahr? Ja.

Horst: Herzlichen Dank.

Elia: Gern geschehen. Hast du noch eine Frage?

Horst: Nein, heute nicht.

 

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