1112: Weißt du, wem wir in Wahrheit opferten? Der VERNUNFT!

Weißt du, wem wir in Wahrheit opferten? Der VERNUNFT!

„Sei vernünftig“! ist an sich keine schlechte Idee.

Immerhin hat uns Gott Vernunft geschenkt,
die hat schon ihren guten Sinn.

Aber sag mir: WER bestimmt, was Vernünftig sein für uns ist?

Die Anderen!

Deren Erkenntnisse darüber, was vernünftig und unvernünftig ist!

Ja, aber sag:
Wenn das so unzweifelhaft richtig ist, wie kann es dann sein,
dass von Zeitalter zu Zeitalter das, was vernünftig ist, sich ändert?

Schutzengelkontakt

 

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Birgit zu verbinden, Birgit bittet um diesen Kontakt.

Ich bin in einem wunderschönen Kreuzgang: Romanische Säulenbögen, Wände, an denen Grabplatten aus vielen Jahrhunderten hängen.

Sie erscheinen dennoch nicht düster, wahrscheinlich fließt aus dem ummauerten Rosengarten in der Mitte eine so starke, gute Energie.

Oder vielleicht auch durch die eigenartig heiter wirkende Madonnenstatue, die die zentrale Mitte des Komplexes markiert.

Liebevoll, sanft, ja sogar heiter ist mir dieser Platz hier trotz der Grabplatten, die doch von Tod und Abschied zeugen.

Ich bleibe vor einer Platte stehen, die eine Frau darstellen, die sehr „mächtig“ wirkt: Gesichtsausdruck und Haltung bestärken den Eindruck.

Ich lese die Daten, nur das Sterbedatum ist zu lesen: September 1732, der Rest der Inschrift ist unleserlich.

„Mutter Honoratia Maria Clementina.“

Ich drehe mich nach der Richtung der Stimme um.

Vor mir steht eine junge Frau: einfache, weiße Bluse unter einem blauen Leinenmieder und braunem Rock, das Haar unter einem weißen Tuch versteckt.

Die Augen sind blau, die Haut sehr sonnengebräunt…

Sanft ist diese Frau, ohne nachgiebig zu wirken.

Klug scheint sie ohne jede geistige Eitelkeit, ruhig ohne Gleichgültigkeit…

Das ist der Guide!

Guidin: Ja, das ist der Guide.

Männlich, weiblich, ich hatte mich zu entscheiden, liebe Birgit.

Ich entschied mich hierfür…

Ich hätte auch die Inkarnation wählen können, in der ich deine Großmutter war. Oder jene, in der ich deine Mutter war.

Oder jene, in der ich dein Mann war oder dein Kamerad…
Ich wählte die Schwester.

Das hier war ein wichtiger Ort für unser damaliges Schicksal.

Hier hatten wir Abschied zu nehmen und es wurde getrennt durch den Missbrauch der Macht der anderen, was doch so sehr zusammen gehörte.

Schwestern vom Mutterleibe an verbunden.

Das wurde einfach verfügt: Du hierher in die klösterliche Abstinenz vom Leben. Ich die Frau, die zu heiraten hatte.

Das war zwar nicht ungewöhnlich in unserer Zeit, aber es war dennoch unerträglich schwer für uns.

Ich war also die Schwester, die du nicht mehr als solche lieben durftest.

Und du warst die, nach der ich mich jeden Tag sehnte, ohne sie je wieder im Arm halten zu können.

Ich denke, Birgit, dass es dir hilft, zu wissen, dass diese Schwesternschaft doch nicht zu trennen war: nicht in Wahrheit, nicht in Ewigkeit.

Ich bin, was ich zu dieser Zeit nicht sein durfte: immer bei dir!

Um nichts in der Welt hätte ich mir das je wieder rauben lassen, hättest du es dir je wieder rauben lassen. Nicht nach diesem Leben hier! Nein!

Abgesehen von dieser Trennung, die so durch und durch unnatürlich war, gibt es gar nicht viel über dieses Leben, das wir führten, zu berichten.

Unsere Kindheit war gut im Verhältnis zur damaligen Zeit.

Unser Vater war ein Edelherr, der bei Hofe untergeordneten Dienst tat.

Unsere Mutter lebte mit uns und unseren Geschwistern in einer kleinen Residenz nahe der Hauptstadt.

Adlig ja, aber reich? Nein!

Die Eltern waren fortwehrend in irgendwelchen finanziellen Nöten.

Aber wir waren recht frei trotz allem? Nein, ich denke, deswegen!

Uns blieb so viel erspart, was andere Mädchen unseres Standes zu erleiden hatten in der Kindheit.

Nicht einmal eine Gouvernante hatten wir, dafür fehlte es an Geld. Also musste unsere Mutter unsere Ausbildung und Erziehung allein bewältigen.

Der Vater war eher „zu Gast“ bei uns, als tatsächlich für uns da.

Mutter also bestimmte unsere Prägung…

Ehrlich gesagt: Für nichts war sie weniger geeignet.

„So seid doch vernünftig!“

Ich hör das noch: ein hilfloser Aufruf ohne jede Wirkung.

Wir machten, was wir wollten und zogen nicht in Zweifel, dass dies ein Leben lang so weitergehen würde.

Der Einschnitt kam, als Vater starb. Mutter saß auf einem großen Berg Schulden ohne Aussicht, diese abtragen zu können.

Unsere beiden älteren Brüder gingen zum Militär.

Unsere kleine Schwester war erst zwei Jahre alt und blieb bei der Mutter, die alles verkaufen musste, was wir besaßen und in einer kleinen Mietwohnung in der Stadt Einzug hielt.

Und wir?

Nie werde ich den Moment vergessen, als wir erfuhren, was aus uns zu werden hatte.

Mutter bat uns in den Salon, der schon ohne das verkaufte Mobiliar war und so seltsam fremd und traurig wirkte.

Sie stand in Tränen aufgelöst vor uns und begann mit den Worten: Ihr müsst jetzt vernünftig sein…

Wir haben sehr viel geweint, aber es war, was es war: der Beginn unserer Trennung.

Es war nicht der Beginn eines abenteuerlichen Lebens, wie wir es uns immer ausgemalt hatten.

Es war der Anfang eines lange, lange dauernden ENDES unseres Lebens.

Denn wenn wir auch nicht starben: UNSER Leben war es nicht mehr, wir WURDEN gelebt…

Du wurdest von der da (zeigt auf den Grabstein, den ich eben betrachtete) gelebt und ich wurde von meinem Gatten gelebt.

Selbst entscheiden, was uns guttut, Einfluss auf das nehmen, was uns wichtig war, wirken wozu wir uns berufen fühlten? Nein, nichts davon.

Dienst unser ganzes Leben: Und das war lang, war nun Dienst.

Grausam? Ja, das war grausam.

Schuld der „Anderen“?

Nun, „Andere“ waren die Ursache der Trennung.

Aber waren sie schuld daran, dass wir unser Leben nur als Dienst sahen?

Hätten wir die Chance gehabt, dieses Leben zu ERLEBEN? Hätten wir es schaffen können, uns involvieren zu lassen?

Lass uns die Fakten betrachten: Du wurdest besonders mit der Pflege der Gäste und in Notzeiten Kranker beauftragt.

Dazu hast du eine regelrechte Ausbildung durchlaufen, an deren Ende du recht viel Wissen hattest: Wissen, das praktisch war und hilfreich jedem, der dir anvertraut war.

Es gab sehr viele Menschen darunter, die interessant gewesen wären, die dein Selbst bereichert hätten.

Du hättest im Kontakt zu ihnen und im Austausch Weisheit zum Wissen dazu gewinnen können.

Aber das hast du nicht gemacht: Du warst korrekt, aber nicht herzlich.

Du hast gedient, aber warst niemandem nah.

Und ich? Nicht anders im Ergebnis.

Ich bekam 6 Kinder, vier davon wurden erwachsen. Mit den Kindern kamen viele Kontakte zu sehr verschiedenen Menschen.

Ich hätte so viel lernen können über das Leben, über das Mensch sein. Aber ich war einfach nur korrekt.

Ich machte im Grunde genau das Gleiche, was du gemacht hast: Ich erfüllte das äußerliche Dasein. Aber innerlich?

Da stand die Lebenszeit still!

Wir ließen sie gefrieren in dem Moment, in dem die Klosterpforte sich hinter dir schloss.

Da hörte unser Selbst auf, zu sein.

Mussten wir das so tun?

Ja, damals konnten wir nicht anders: Wir hatten keinerlei Erfahrung darin, was wir zu tun hatten, wenn das Leben NICHT hergab, was wir wollten.

Wir erlebten nur diese ungeheure Ohnmacht, was unseren Handlungsrahmen anging, und blieben emotional in dieser Ohnmacht stecken bis zum Lebensende!

Du und ich – du, Magda und ich, Klara – wir waren etwa so ein Paar wir „Hanni und Nanni“, das muss doch einfach untrennbar sein?

Das kann Gott doch nicht zulassen, dass solche Einheit getrennt werden KANN!

Oh… Gott hat das nicht „zugelassen“, sondern wir!

Du und ich wussten als Seelen noch nicht, dass wir es waren, die Ungehorsam nicht zuließen.

In uns lebte eine „Wahrheit“, ein „Glaube“, der war auf gar keinen Fall anzuzweifeln.

WIR sind IMMER ohne Macht!

So fanden wir den Weg in den Leib dieser Mutter durch eben diesen Vater. Beide – jeder in seiner Art – ganz und gar „ohne-jede-Macht“.

Diese Eltern und diese Zeit waren einfach das logische Ergebnis unserer seelischen Reife.

Wir wussten nichts anderes. Wir wussten, dass es etwas gibt, das nicht vollendet ist.

Denn in uns – das spürten wir – lebten Ängste, die wir nicht zuordnen konnten im Jenseits, ehe wir geboren waren.

Diffuse Ängste, die wir in diesem Leben loswerden wollten: unbedingt!

Doch dazu hätten wir sie erst einmal kennen müssen.

Wir lernten sie kennen, aber wir verstanden immer noch nicht.

Wir ordneten sie falsch zu: Angst davor, getrennt zu sein.

Angst vor der Willkür der „Mächtigen“.

Ach, aber sag: Hätten wir denn die Möglichkeit gehabt, uns trotz der Trennung anders als ohnmächtig zu erleben?

Ja! Das hätten wir können, es lag ganz bei uns.

Die eine Möglichkeit wäre gewesen, uns dem Diktat der Mutter zu verweigern, ungehorsam zu sein und zu fliehen.

Aber der Preis wäre so viel höher gewesen, als unsere damalige Psyche bezahlen konnte. Nein, das konnte wirklich nicht der Weg sein für uns.

Aber wir hätten die Möglichkeit gehabt, aus den Umständen, in die man uns zwang, das Bestmögliche für uns selbst machen zu können.

Wir hätten uns innerlich über unsere Trauer und Empörung erheben können und annehmen können, was IST, um es zu etwas Gutem, Wahren und Schönen zu machen.

So hätten wir lernen können, dass die innere Freiheit nicht zu rauben ist, von niemandem.

Dass die Macht darin besteht, sich selbst ganz einzubringen in das, was MÖGLICH ist. Das haben wir nicht getan!

Ich hätte meine Kinder lieben können und all ihre Freunde und Gefährten, meine Enkel und Urenkel.

Ich hätte meine Lebensumstände nehmen können und den Reichtum darin erkennen können.

Aber ich blieb dabei: Ich bin IMMER OHNMÄCHTIG.

Und du? Ja, natürlich du hättest es lieben können, diesen so interessanten Menschen zu begegnen.

Du hättest es lieben können, so vielen in ihrer Not und Krankheit eine Hilfe und ein Trost zu sein.

Aber du bist dabeigeblieben, Unmut zu halten und so unseren Seelenglauben zu festigen: Ich bin IMMER OHNMÄCHTIG.

Die eigene Macht sehen, die im Machbaren liegt, DAS konnten wir einfach nicht, Birgit!

Das wäre uns so gewesen, als würden wir einen Blick in die tiefste Hölle werfen.

Denn was uns zum Festhalten an Ohnmacht geführt hat, war, dass wir ANGST davor hatten, mächtig zu sein.

Ich werde jetzt nicht in diesem Rahmen auf die Ursache dieser Seelenangst Bezug nehmen können. Das würde vermutlich ein ganzes Buch füllen.

Aber wenn ich dir sage, dass unsere Seele der Überzeugung war, dass, wer Macht ausübt, ein schlechter Mensch ist, dann ist dir dieser Gedanke nicht fremd.

Im Kern ist die Überzeugung: ICH – mein SELBST ist böse – sobald es Macht bekommt.

Der Fehlglaube war: Sobald ich „mächtig bin“ und MACHE – wirke, was mir möglich ist – werde ich schuldig sein.

Ohnmacht hat also einen Vorteil: nämlich den, unschuldig zu sein.

Die Sache ist nur die: Das stimmt nicht!

Aber dieser Seelenglaube hinderte unsere Fähigkeit, unsere Chancen zum Wachstum auch zu nutzen.

Ja, es ist wahr: Der Schlüssel zur Überwindung dieses fehlgeleiteten Glaubens wäre Liebe gewesen.

Aber, Birgit: Wo Angst herrscht, hat Liebe keinen Raum.

Oh, nein, nein, nicht die Liebe zu meinen Kindern hätte mich befreit.

Nicht die Liebe zu deinen dir anbefohlenen Hilfsbedürftigen hätte dich befreit…

Ach was, das reicht nicht!

Denn um diese lieben zu KÖNNEN – wahr und freundlich und ganz natürlich – hätte es Liebe zu unserem SELBST gebraucht!

Nur wenn wir unser Selbst liebgehabt hätten, hätten wir das Bestmögliche FÜR UNS SELBST aus unserer Zwangssituation gemacht.

Uns selbst zur Liebe hätte wir Groll, Empörung und Unmut als weniger wichtig betrachtet.

Wir hätten ALLES unternommen, um IRGENDWIE und DENNOCH gute, schöne Gefühlswelten zu erleben.

Wir wären gut zu uns gewesen und dadurch automatisch gut zu den uns Anvertrauten.

Aber das konnten wir einfach nicht!

Wir hatten viel zu viel Angst vor unserem Selbst.

Wer sein Selbst fürchtet, der hat es nicht lieb.

Wer sein Selbst nicht lieb hat, der lebt bestenfalls Liebe zu anderen als zu erfüllende Aufgabe, nicht als selbstverständliches Sein und Leben, was wahr ist.

Angst und Liebe passen nicht zusammen.

Aber unser ganzer Entfaltungsweg hat gelebte Liebe zum Ziel: Eine Liebe, die sich im selbstverständlichen Tun zeigt und darum Gutes wirkt.

Wir dachten, wir würden Gott unseren Willen opfern.

Wir dachten, er sei es, der uns diese „Prüfung“, dieses schwere Leben auferlegt.

Und wir dachten, wir brächten ihm ein großes Opfer, das im Himmel sicher seine Belohnung finden würde.

Weißt du, wem wir in Wahrheit opferten? Der VERNUNFT!

„Sei vernünftig“! ist an sich keine schlechte Idee.

Immerhin hat uns Gott Vernunft geschenkt, die hat schon ihren guten Sinn.

Aber sag mir: WER bestimmt, was Vernünftig sein für uns ist?
Die Anderen!

Deren Erkenntnisse darüber, was vernünftig und unvernünftig ist!

Ja, aber sag mir: Wenn das so unzweifelhaft richtig ist, wie kann es dann sein, dass von Zeitalter zu Zeitalter das, was vernünftig ist, sich ändert?

Freilich: Zu der Zeit, in der uns unsere Mutter anwies, vernünftig zu sein, da war es vernünftig, in ein Kloster zu gehen, bzw. einen wohlhabenden, wenn auch völlig ungeliebten Mann zu heiraten.

So waren wir materiell versorgt.

Sehr vernünftig!

Heute wäre beides absolut unvernünftig.

Wenn es also darum geht, vernünftig zu sein, wessen Vernunft zählt dann?

Nein, nicht die der Gesellschaft, nicht die der Religion, nicht die unserer nächsten Mitmenschen…

Sondern UNSER eigener, gesunder Hausverstand…

Nur wir können ihn mit der Wahrheit unserer Gefühle und unsere Seele verbinden.

Gesunder Menschenverstand, Emotionalität und Seelenwahrheit zusammenwirkend: Das ist, was Freiheit wirkt und immer Gutes.

Bekommt eines davon Übergewicht, gerät die Schöpfungsabsicht außer Kraft.

Ja, Liebste, so ist es wirklich: Du und ich wir waren Gottes Absicht.

Er hat uns mit Absicht in unsere Welt gesetzt: uns zum Guten, unseren Mitlebenden zum Guten.

Und das war kein bisschen anders, als du, liebe Birgit, dein jetziges Leben begonnen hast.

Dir zum Guten hat Gott dich ins Leben gewirkt, in DEIN Leben.

Seine Absicht dabei? Dem Leben zum Guten wirkte er deine Geburt.

Und so und nicht anders ist seine Absicht mit jedem Kind, das sich ins Leben entfalten darf: zum GUTEN hin.

Ohne Einschränkung ist es sein Wille, dass dieses dein Leben dir zum Guten dient!

Und ohne jeden Zweifel wird dies zum Guten des Ganzen sein.

Ohne Einschränkung? Ja!

Die Einschränkungen, unter denen du leidest, die entstehen nicht durch ihn, die sind nicht seine Absicht.

Sie sind das Ergebnis menschlichen Größenwahns!

All die Menschen, die dir sagten: So sei doch vernünftig!

Die sagten das, weil es Ihnen vernünftig schien, dass du zu unterlassen hattest, was doch dein Bedürfnis war.

Sie brachten dir bei, so zu denken: Vernunft und natürliches Bedürfnis hat eine Rangfolge.

In der Hierarchie der Werte steht die Vernunft ganz oben und die natürlichen Bedürfnisse ganz unten.

Man darf ihnen keinen Vorwurf daraus machen: Sie selbst halten es mit sich nicht anders.

Sie haben sich dem gleichen Diktat der „Vernunft“ unterworfen.

Aber, Birgit, das KANN doch gar nicht richtig sein!

Wäre es richtig, wieso gäbe es im Menschen dann überhaupt Emotionen und Triebe des Leibes und der Seele?

Wer unterstellt, dass dieses minderwertig ist, der unterstellt, dass Gottes Schöpfung Fehler hat.

Tatsächlich ist das der Glaube der Menschen!

Im Grunde sagen sie immer noch wie Adam und Eva nach dem vermeintlichen Sündenfall: Gott, wie konntest du uns nur derart unvollkommen machen!

Oder um es noch deutlicher zu sagen, Birgit.

Der Mensch unserer Kultur steht vor Gott und klagt ihn an, dass seine Arbeit Pfusch ist!

Stell dir mal vor: Und das ist dann vernünftig?

Stell dir vor, die Birgit, dieser liebevolle, einfühlsame, schöne Mensch, den ich betreuen darf, diese Frau, die es kein zweites Mal gibt auf Erden, die steht vor Gott und sagt: Sag mal, wie konntest du mich so verpfuschen!

Warum nur? Weil man sie das hat glauben lassen!

Menschenverstand, der urteilt in seiner Wirkung!

Der Menschenverstand ist wichtig? Aber ja doch!

Nur was weiß der über die Zusammenhänge, die außerhalb seiner Möglichkeiten gehen?

Was weiß er, woher der einzelne Mensch kommt über die Jahrtausende seiner Inkarnationskette hinaus?

Was weiß der schon, wohin eine Seele sich entfalten kann?

Kann einer an einem winzigen Samen sehen, welche Blüte dereinst daraus treiben wird?

Kennt er daran schon Form, Farbe, Größe, Duft?

Wenn der Menschenverstand so Geringes nicht weiß, wie will er wissen, wieviel ein Mensch in seinem gesamten so Sein wert ist?

Liebste, du bist ein sehr bescheidener Mensch.

Aber bist du auch bescheiden genug, anzuerkennen, dass du Gottes BESTES bist?

Huh… ach Schatz, jetzt habe ich dich erschreckt.

Aber ich habe ja nicht gesagt, dass du DIE BESTE VON ALLEN bist.

Ich sagte, du bist Gottes Bestes so wie andere auch: Jeder ein Unikat der Schöpfung, der Liebe, der Begeisterung Gottes.

Gleichwert, nicht gleich.

Einzigartig, nicht übergeordnet.

Du bist Gottes beste Birgit.

Du bist so, wie du bist, Absicht!

Warum freust du dich nicht darüber?

Weil es dir von deinen ersten Lebensschritten an verboten war.

Ich denke, es wird Zeit, nun deine Fragen zu beantworten, mein Liebstes.

Vielleicht verstehst du jetzt meine Antworten besser.

Uta: Birgit fragt, ob ihr euch aus anderen Leben kennt.

Ich denke, das hast du schon beantwortet?

Guidin: So oft schon, aber ja!

Uta: Birgit schreibt, dass sie das Gefühl hat, dass sie manchmal „hört“, was du sagt, hat sie da recht?

Guiding: Liebste, meistens ja.

Aber es ist schwer für dich, meins und deins exakt auseinander zu halten.

Uta: Hast du sie davon abgehalten, in die Tram zu laufen?

Guidin: Ja, das habe ich tun DÜRFEN.

Birgit, ich darf nicht immer einschreiten!

Und selbst, wenn ich es darf, ist es doch selbst dann nur ein „Vorschlag“, den ich dir mache.

Bestimmen darf ich dich nicht.

Uta: Birgit fragt, was ihre Aufgabe in dieser Inkarnation ist, was sie besser machen kann?

Guidin: Ob du die Antwort nach allem, was ich dir sagte, vielleicht schon erahnst?

Ich will es nicht „Aufgabe“ nennen, sondern „CHANCE“.

Lerne, JA! zu deinem so Sein zu sagen.

Lerne, deine Angst davor, „mächtig“ zu sein, loszulassen.

Die Sonne ist sich selbst, darum scheint sie uns.

Der Vogel ist sich selbst, darum singt er uns.

Die Rose ist sich selbst, darum duftet sie uns so lieblich.

Sonne, Vogel, Rose: Sie fürchten nicht, sich selbst zu „machen“ in der Welt.

Es geht also nicht darum, was du besser „machen“ sollst!

Es geht darum, aus dem Gefängnis der vermeintlichen Vernunft – aus ihrer einseitigen Beurteilung – heraus zu kommen.

Denn es ist die „Vernunft“ anderer, die dir beigebracht hat, eben NICHT! „Selbst-Genügsam“ zu sein.

Dir wurde „gesagt“, dass dein Selbst, wie es ist, nicht genügt.

Solange, bis du das verinnerlicht hast.

Aber wahr ist dieses Urteil nicht. Traurig ist es.

Diese Art menschlicher Dummheit ist immer traurig.

Uta: Birgit fragt, ob ihre Depressionen und Zwangsgedanken Teil ihres Lebensplanes sind und ob sie da was anderes tun kann, als Tabletten zu nehmen?

Guidin: Liebste, das KANN doch kein LEBENSPLAN sein!

Welche Seele „plant“ denn so etwas?!

Aber es ist die Folge der Wahrnehmung deiner Seele.

Ich bin immer! ganz OHNE-MACHT!

Tja, Liebste, und wenn ich jetzt sage: Lass das los?

So einfach?

Nein, EINFACH ist das gar nicht.

DAS ist echte Arbeit!

Aber es ist – und ich bitte dich, das nicht zu unterschätzen – ZUSAMMENARBEIT!

Du bist NICHT allein damit!

Die Tabletten sind eine „Krücke“, die dazu dient, erst einmal den Weg der Arbeit gehen zu KÖNNEN.

Also warum sie verteufeln?

Aber DEINE Arbeit besteht darin, nicht stehen zu bleiben!

Du spürst: Das wäre falsch!

Du spürst: Es muss etwas geben da hinter dem Horizont, das dir Erfüllung bringt.

Stehen bleiben, sich abfinden? Nein!

Aber um den Weg weiter zu gehen, sind alle „Meinungen“, was und wie und in welcher Richtung der vernünftige Weg zu gehen hat, zu hinterfragen.

Ich habe dir heute erste Schritte der Richtung genannt.

Klage dich NICHT für dein SO SEIN an!

Begreife: Du bist ABSICHTLICH in die Welt gesetzt aus Liebe!

Und du brauchst NIE; NIE; NIE mehr „leisten“, als deine Kraft es dir erlaubt!

An dieser Stelle fängt unsere gemeinsame Arbeit der Befreiung an!

Es ist unmöglich, hier einen Zweizeiler als Antwort auf deine Frage zu geben.

Du bist „folgsam“.

Doch wem folgst du?

Dem Fehl-wahr deiner Seele, IMMER ohnmächtig sein zu müssen!

Dem Leiden deiner Vorfahren!

Der Schmerz über die nicht gelebte Liebe deiner Familie.

Also? Den „Anderen“!

SELBST sein?

Wäre das vernünftig?

Wer darf darüber urteilen? Wem gibst du diese Autorität?

Dein Leben, sag: Wem gehört es?

Dem, der es gab! Das ist GOTT!

Das ist dein SELBST aus Gott, in Gott und zu Gott hin.

Mensch zeugen Kinder, aber Gott ist der, der durch dieses Kind ins Leben tritt.

Traust du dich, dieses Kind zum Leben hin zu befreien?

Oder willst du weiter die Trauer und die Ängste der Anderen tragen?

Uta: Sie fragt, warum es ihr so schwerfällt, ihrer Mutter zu verzeihen?

Guidin: Birgit, du KANNST nicht ungeschehen machen, was geschehen ist.

Das kann NIEMAND.

Alles, was möglich ist, ist Erbarmen über ihre Fehlbarkeit zu haben.

ABER wie? Wenn doch Erbarmen über die Fehlbarkeit des eigenen SEINS aberzogen wurde?

Das geht nicht!

Erst DU, Birgit! Erst heilst du!

Und erst wird deine in dir ruhende Kraft zur Barmherzigkeit dir selbst gegenüber geheilt und DANN kannst du dich anderer erbarmen.

Was ist Barmherzig sein?

Es ist die Fähigkeit, zu sehen, welche Grenzen der Möglichkeiten jemand in sich trägt und sich dann der Fehlbarkeit, die damit verbunden ist, zu erbarmen.

„Ich verlange nicht mehr von mir, als mir möglich ist!

Ich verlange nicht mehr von dir, als dir möglich ist.

UND ich weiß nicht, was möglich ist…“

Das gilt es immer wieder neu heraus zu finden.

Du bist noch in der „Verteidigung“ ihr gegenüber, als müsstest du eine Rechtfertigung deiner Existenz erbringen…

Dafür kannst du nichts, es ist die Wirkung der Ursache, die sie gelegt hat.

Aber was steckt hinter deiner Frage?

Dass du tief in Dir sie einfach lieben möchtest!

Jedoch: DARF man das so sehr Fehlerhafte lieben?

Darfst du denn dich lieben?

Wie willst du dann sie lieben?

Zuerst gilt es, DEINEN Schmerz zu stillen.

Uta: Sie fragt, warum das Verhältnis zu ihrer Schwester so schwierig ist und was sie tun kann, um mit ihrer Art besser zurecht zu kommen?

Guidin: Liebling, die gleiche Antwort im Grunde: Ihr seid sozusagen unter Rechtfertigungszwang. Dafür könnt ihr nicht, das ist ein Sippenmanko!

„Rechtfertige deine Existenz!“

Da sind zwei Schöpfungsergebnisse und das eine verlangt vom anderen Rechtfertigung dafür, dass es ist, wie es ist?

Ist es nicht so, als würde Gott um Rechtfertigung gefragt?

Du musst dich nie und niemandem gegenüber dafür rechtfertigen, dass du DU bist!

Verlass diese Art deiner Sippe, auf einander zu schauen!

Und vor allem hör auf, dich so anschauen zu lassen.

Sie ist sie und du bist du!

Wenn es Gott reicht, sollte es doch wohl reichen mit dem so Sein.

Damit muss ich schließen, mein Liebstes.

So, wie du bist, liebe ich dich.

Ich liebe nicht immer, was du tust.

Du bist schließlich ein Mensch und da ist es unvermeidlich, Fehler zu begehen.

Aber ich liebe, wer du BIST!

Das ist nicht anstrengend: Das ist ganz leicht, ganz selbstverständlich!

Was meinst du: Wollen wir zusammen daran arbeiten, dass du das über dich selbst auch sagen kannst?

Dann freue ich mich!

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