Meine Geschichte

Utaneu

Oft fragt man mich:
Wie wird man eigentlich Medium?
Hier erfahren Sie meine Geschichte als Medium, vielleicht hilft Ihnen das, die Antwort zu finden.

Aber ich fürchte, darauf gibt es so viele Antworten, wie es Medien gibt.

Meine Geschichte als Medium beginnt in meiner Kindheit.
Vermutlich habe ich meine Gabe von meiner Großmutter geerbt, die genauso hellsichtig war wie ich. Leider starb sie vor meiner Geburt. Aber die Geschichte dieser Frau blieb lebendig in der Familie, wenn es auch keineswegs so war, dass man deswegen stolz auf sie war.

Im Gegenteil, etwas Unheimliches war an ihr und am liebsten hätte man es ganz verschwiegen. Ihre Art, Menschen zu heilen, Krankheit und Tod vorherzusagen, das war nichts, worauf man in den fünfziger Jahren stolz gewesen wäre.

Umso entsetzter waren meine Eltern, als sie erlebten, dass auch ich das zweite Gesicht besaß.

Ich erinnere mich gut daran, als ich zum ersten Mal den Schrecken in den Augen meiner Mutter entdeckte, den ich von da an immer sehen sollte, wenn ich Dinge sah, die nur für mich sichtbar waren:

Ich muss damals vier oder fünf Jahre alt gewesen sein.
Zwei Tage vorher war ein Nachbar, Onkel W., der in dem gleichen alten Mietshaus lebte wie wir, gestorben.
Die Familie saß um den Küchentisch und aß, als es plötzlich an der Tür schellte.
Ich ging, um zu öffnen und vor mir stand Onkel W. Er sah eigentlich aus wie immer, merkwürdig war nur, dass ich zwar sah, dass er etwas sagte, ich aber kein Wort hören konnte. Ich eilte in die Küche und sagte, wer da geklingelt hatte und ahmte ihn nach.

Erschrocken eilte mein Vater an die Tür, aber er konnte Onkel W. nicht sehen, ich schon! An diesem Tag fing meine Familie an zu fürchten, dass ich nach der Großmutter geraten könnte.

Es gab noch sehr viel mehr solcher Vorfälle in den nächsten Jahren.

Irgendwie waren Tote nicht tot, ich wusste das, manche sah ich nur, andere unterhielten sich mit mir.

Einige machten mir Angst, aber die meisten waren wirklich lieb zu mir.

Allerdings hütete ich mich mehr und mehr davor, darüber zu erzählen, denn die Reaktion war immer eine Verärgerung der Erwachsenen.

Es war schon sehr verwirrend für mich:

Über manche Menschen durfte ich reden, über andere nicht, ich verstand das nicht.

Bis eines Tages etwas sehr Eindrückliches geschah:
Auf meinem Schulweg musste ich an einem Park vorbei. Eine große alte Kastanie stand direkt am Eingang. Eines Morgens, als ich auf dem Weg zur Schule war, lag unter der Kastanie ein zugedeckter Mensch, nur die Füße schauten eigenartig verdreht unter einer weißen Plane hervor, dahinter stand eine blonde Frau mit grellrotem Mund. Sie blickte mich aus dunklen Augen an, schien mich aber nicht wirklich zu sehen.
Etwas unendlich Trauriges ging von ihr aus und ich verlangsamte meinen Schritt. Zwei Polizisten standen dort und als der eine bemerkte, dass ich meinen Schritt verlangsamte, winkte er mir weiter zu gehen:
“Geh Kind, das hier ist nichts für dich, schau woanders hin!“ sagte er.

Am Mittag erzählte ich der Mutter von dem Vorfall und ich sehe noch heute, wie sie erbleichte und ihre Augen sich vor Schreck weiteten, als ich ihr die blonde Frau beschrieb, denn es war die exakte Beschreibung der Toten!
Sie fragte mich wieder und immer wieder, ob ich diese Frau nicht etwa doch auf dem Boden liegend gesehen hatte. Sie schien nichts so wichtig zu finden, wie diese Möglichkeit.
Aber so war es ja nicht, die Frau, die ich gesehen hatte, stand hinter dem Menschen, der am Boden lag und war sehr traurig!

Da wurde Mutter plötzlich böse und ich musste ihr versprechen, niemals wieder zu sagen, dass ich es so erlebt hatte. Überhaupt sollte ich in Zukunft niemals mehr behaupten, jemanden zu sehen zu können, den andere nicht sehen.

Das war gar nicht so einfach.
Die Frau unter der großen Kastanie blieb noch viele Tage dort, aber wenn ich dort vorbei ging, machte ich die Augen fest zu und lief so schnell ich konnte, einige Meter weiter, bis ich daran vorbei war!
Ich weiß noch, dass ich dabei immer rief: “Sie ist nicht da, sie ist überhaupt nicht da!“
Aber sie war da und ich wusste, eigentlich war sie tot und Tote durfte ich nicht sehen.

Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich Angst vor den Toten und je mehr Angst ich hatte, umso seltener sah ich sie.

Bis sie schließlich ganz aus meinem Erleben heraus waren. Was an medialen Fähigkeiten blieb, war gesellschaftlich akzeptabel, eine gewisse Telepathie, zum Beispiel zu wissen, wann Besuch kommt, zu wissen, welche Heilpflanzen gut sind, zu sehen, wo jemand erkrankt ist. Dass ich da die Aura sah, wurde mir erst sehr viel später klar.

Und so lebte ich meine Gabe möglichst unauffällig.

Aber wen das Jenseits ruft, den lässt es nicht los!

Jahrzehnte später fand ich durch sehr schwere Umstände zurück zu meinem direkten Jenseitskontakt. Ich wurde zu anderen medialen Menschen geführt, die mir nach und nach und jeder auf seine Weise beibrachten, meine Gabe verantwortungsbewusst zu nutzen.
Die geistige Welt nahm mich in die Schule und führte mich immer weiter, bis ich schließlich meine Angst überwand und mich zu meiner Gabe bekennen konnte.

Sie werden im Club Diktate meines geistigen Lehrers Josef finden, die er mir über viele Monate hinweg diktierte. Er schildert in seiner Sicht das Jenseits.

Viele andere jenseitigen Lehrer arbeiten an der gleichen Aufgabe.
Jeder in seiner Weise trägt mit diesen Informationen dazu bei, uns in eine Zukunft zu leiten, in der wir um unseren Lebenssinn wissen.

Nirgendwo fand ich dabei Aussagen, die sich einer einzigen Religion zuwandten.
Es geht um eine Liebe, die weitaus größer ist, als wir es uns vorstellen können.
Und es geht um das Mitgefühl mit anderen Menschen, denn wir alle sind Gottes Kinder.

Und ich freue mich, an dieser Arbeit teilzuhaben.
Ich danke allen, die mir bis hierhin geholfen haben, meinen diesseitigen und meinen jenseitigen Lehrern.

Medialität ist eine wunderbare Gabe, viele Menschen sind medial, aber nicht jeder ist zum Medium berufen.

Doch wer es ist, der sollte nie vergessen, was der eigentliche Sinn des Wortes Medium ist:

Mittler sein, ein Mittler zwischen den Welten.

Nur wer bereit ist, sich gänzlich leer zu machen von eigenen Vorstellungen und Wünschen, kann diese Aufgabe erfüllen.

In diesem Sinn versuche ich, Trauernden und Verstorbenen zu helfen, einander zu sagen, was es noch zu sagen gibt, auch wenn sie Welten trennen.